Börsenblick

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Infineon: Das Hoffen auf die Bärenfalle

Die meisten Chiphersteller haben ein ähnliches Problem wie die Autobauer: Noch steigen Umsatz und Gewinn, aber das Momentum hat ganz erheblich nachgelassen, wie bei einer Rakete, die unmittelbar vor dem Scheitelpunkt ihrer Flugbahn steht. Das Ergebnis des Frühjahrsquartals, das Infineon am 1. August vorlegte, war zwar gut und im Rahmen der Prognosen. Aber diese Prognosen hatten auch nicht viel erwartet.

Umsatz und Gewinn stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal im einstelligen Prozentbereich. Und eines weiß man: Stark zyklische, d.h. konjunktursensible Unternehmen können beim Gewinn ebenso schnell zulegen wie der sich in Wohlgefallen auflöst, wenn das konjunkturelle Umfeld ungemütlicher wird. Und damit rechnet man derzeit. Dementsprechend wurde nicht nur das Quartalsergebnis am 1. August abverkauft und beendete damit die Gegenreaktion auf den markanten Abstieg der Aktie im Juni. Es ging seither nur noch an wenigen Tagen bergauf … und in der vergangenen Woche, mit Beginn des neuen Monats, gar nicht mehr.

Expertenmeinung: Damit ist eine Unterstützungszone unterboten worden, die mittelfristige Relevanz hat. Am Freitag erreichte Infineon ein neues Jahrestief und zugleich den tiefsten Stand seit einem Jahr. Das bedeutete mit dem Unterschreiten der Zone 20,50/21,00 Euro die Vollendung einer sich über fast ein Jahr hinziehenden Toppbildung. Und bedenkt man, dass die Hoffnung, dass sich das Wachstum kurzfristig so belebt, dass wieder überzeugender Schwung in die Gewinne von Infineon kommt, aufgrund der dunklen Wolken des Handelskriegs gering ist, hätte das Bären-Lager jetzt eigentlich freie Bahn, um die nächste „Etage“ aus charttechnischer Sicht anzusteuern.

Das wäre der Bereich 17,83 zu 18,26 Euro. Vom aktuellen Schlusskurs aus eine Distanz, die die Bären durchaus locken könnte. Aber es fällt auf, dass Infineon am Freitag relativ deutlich über ihrem Tagestief geschlossen hat. Das Minus konnte zum Xetra-Handelsende immerhin halbiert werden. Das dürfte denjenigen, die auf der Long-Seite ausharren, Hoffnung machen, dass dieser Bruch der Zone 20,50/21,00 Euro zu einer Bärenfalle wird, die Aktie schnell wieder über diese Zone zurück läuft. Natürlich ist das nicht unmöglich. Aber es ist nicht wahrscheinlich genug, um darauf zu setzen.

Der Schwung der Abwärtsbewegung ist hoch, die Bären dominant. Und die Aktie wäre ohnehin erst wieder auf kurzfristiger Ebene bullisch, wenn die Juni-Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 21,90 Euro überwunden würde. Das ist ein weiter Weg. Ob sich da genug finden, die das versuchen wollen, ist fraglich. Derzeit haben die Bären die weit besseren Karten.

Chart vom 07.09.2018, Kurs 20,09 Euro, Kürzel IFX

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