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Euro Stoxx 50: Der US-Präsident wirft dunkle Schatten

Der Blick auf den Chart des Euro Stoxx 50 auf Wochenbasis gibt einem das Gefühl, dass dieser jüngste Start-Ziel-Sieg der Bären nicht die letzte „Woche zum Vergessen“ für die Bullen gewesen sein könnte. Das Chartbild sieht perfekt aus … sofern man Short ist und darauf wartet, die Positionen durch die Bestätigung der Abwärtstendenz aufstocken zu können.

Chart vom 07.09.2018, Kurs 3.293,36 Punkte, Kürzel ESTX50

Der europäische Leitindex weist seit Monaten jeweils tiefere Zwischenhochs auf, bewegt sich also in einem Abwärtstrend. Der wurde zuletzt bestätigt, als er in der vorvergangenen Woche kurz vor der 200-Tage-Linie, die unterhalb des mittelfristigen Abwärtstrends eine vorgelagerte, markante Hürde bildet, abgewiesen wurde, was in der vergangenen Woche zu einem markanten Wochenminus führte. Der Euro Stoxx 50 ist auf dem absteigenden Ast, flankiert von einem erneuten Verkaufssignal des Trendfolgeindikators MACD, der sich im Sommer nie richtig im bullischen Terrain über seiner Signallinie hatte etablieren können. Aber:

Jetzt steuert der Index eine erste wichtige Unterstützung an. Das bisherige Jahres-Verlaufstief aus dem März bei 3.262 Punkten ist in Schlagdistanz geraten. Abstand zu dieser Linie: ein Prozent. Geht der europäische Leitindex wirklich auch noch durch diese Auffanglinie hindurch, nachdem er die letzte Woche derart zügig Boden verloren hatte? Stünde nicht nahezu zwingend eine Gegenbewegung an? Möglich ist sie, zwingend ist sie nicht. Denn gerade das starke Abwärts-Momentum lässt die Bären mutig werden. Auf Tagesbasis ist der Index noch nicht überverkauft. Und die Angst geht um. Was könnte besser geeignet sein, um Unterstützungslinien zu durchschlagen? Immerhin haben die Monatstiefs vom Juni und August keine Bremswirkung bewiesen, warum sollte es bei den jetzt anstehenden Linien der Fall sein?

Chart vom 07.09.2018, Kurs 3.293,36 Punkte, Kürzel ESTX50

Die sind zwar, wie der Wochenchart zeigt, massiverer und langfristigerer Natur. Aber sie sind auch noch etwas anderes: die Eintrittskarte in die untere Hälfte der Handelsspanne der letzten Jahre, die bis 2.670 Punkte hinunter reicht. Dass das Bären-Lager jetzt, mit dem aktuellen Schwung, versuchen wird, durch diese zwischen 3.043 und 3.214 Punkten wartenden Linien durchzubrechen, ist wahrscheinlich. Und sie haben, wie gesagt, die Angst im Rücken.

Der dunkle Schatten, der vom Weißen Haus und dem US-Präsidenten ausgeht, ist ein wirkungsvoller Gehilfe der Bären. Die Hoffnung, dass sich eine Eskalation des Handelskriegs vermeiden lässt, ist durch Trumps Aussagen der letzten Wochen geplatzt. Es sieht nach unversöhnlicher Konfrontation aus und nach erheblichen, in ihrem Ausmaß nicht absehbaren Beeinträchtigungen für Europa als einen der allgemein vermuteten Verlierer des Konflikts.

Aber nur, wer aggressiv agiert, sollte erwägen, Short-Positionen mit dem Bruch jeder der jetzt anstehenden Unterstützungslinien bei 3.262, 3.214, 3.156 und 3.043 Punkten weiter auszubauen. Denn schnelle Gegenbewegungen sind bei intensiven Abwärtstrends stetige Begleiter und bergen das Problem, dass man erst deutlich über dem letzten Tief sicher absehen könnte, dass es an der Zeit wäre, die Richtung zu wechseln.

So wäre der Euro Stoxx 50 aktuell erst wieder bullish, wenn er die Januar-Abwärtstrendlinie bei 3.510 Punkten überwinden würde. Zu große Positionen könnten daher teuer werden, wenn man zu sicher von einer abwärts weisenden Einbahnstraße ausgehen würde. Behutsames Money-Management ist gefragt. Aber dass sich das auf der Short-Seite abspielen müsste, steht derzeit außer Frage.

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