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Deutsche Bank: Der größte Aktionär wirft das Handtuch. Dunkle Vorzeichen?

Die Deutsche Bank AG ist die mit Abstand größte Privat- und Firmenkundenbank in Deutschland und einer der weltweit führenden Finanzdienstleister.
Mit 100.000 Mitarbeitern ist das Institut an 2.400 Standorten in über 50 Ländern vertreten.
Das operative Geschäft umfasst die Bereiche Corporate Banking & Securities, Private & Business Clients, Global Transaction Banking, Asset Management, sowie Private Wealth Management.

Darüber hinaus ist die Deutsche Bank an zahlreichen Unternehmen beteiligt, zum Konzern gehört auch die Postbank.

Antizyklisches Handeln

An kaum einem Bundesbürger wird die Tatsache vorbeigegangen sein, dass die Deutsche Bank ernsthafte Probleme hat. Der Aktienkurs spiegelt das wieder.

Auch aus fundamentaler Sicht gibt es seit geraumer Zeit keine Gründe, den Wert zu kaufen. Seit Jahren ist mein Votum zur Deutschen Bank so negativ, wie es nur sein könnte.

Das Unternehmen kämpft an allen Fronten mit Problemen, der Umsatz stagniert, der Gewinn ist rückläufig. Das einzige was steigt, ist die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien und das ist keineswegs erfreulich.

Im Jahresverlauf habe ich die Deutsche Bank mehrfach besprochen und bis in den Juni hinein stets zum Verkauf geraten. Zuletzt zu Kursen nahe 11 Euro. Anschließend ging es dann abwärts bis unter 9 Euro.
Fast punktgenau am Tief haben wir den Wert dann zum Kauf empfohlen. Anschließend ging um mehr als 20% aufwärts.

Denn selbst eine Deutsche Bank ist zu einer Gegenbewegung fähig. Ist die Stimmung am Markt gnadenlos negativ, drehen Aktien plötzlich wie von Geisterhand. So war es auch in diesem Fall.
Das sollte jedem Anleger bewusst sein. Lassen Sie sich nicht von den Emotionen und einer negativen Stimmung mitreißen.

Wie ist die Lage?

Die Erholung war vor allem mit der Hoffnung begründet, dass die Maßnahmen des neuen CEO Sewing Früchte tragen könnten.
Durch die Integration der Postbank will man Milliarden einsparen, die Zahl der Mitarbeiter im Privat- und Firmenkundengeschäft beider Banken soll von derzeit 30.000 auf 24.000 sinken.
Und im Bereich Investmentbanking soll „kein Stein auf dem anderen bleiben“. Die Details hatte ich in der letzten Analyse dargelegt.

Vielleicht schafft man also tatsächlich den Turnaround und erwirtschaftet endlich wieder ein nennenswertes Ergebnis.

In diesem Fall käme die Deutsche Bank in diesem Geschäftsjahr auf ein KGVe von 24,9 und für das Folgejahr auf einen Wert von 11,5.

Die Bewertung könnte man durchaus akzeptieren. Für Altaktionäre sieht es durch die massive Verwässerung der Aktien aber dennoch schlecht aus.

Die Prognose sollte man allerdings mit großer Vorsicht genießen, denn in den Vorjahren wurde der Ausblick geradezu reihenweise nicht erfüllt.
Das Geschäftsjahr 2017 ist nur das jüngste Beispiel in einer Reihe der Verfehlungen, wie Sie hier im Absatz „Beispielhafter Ausblick für 2017“ nachlesen können.

Was macht man also aus dieser Gesamtkonstellation? Als Altaktionär bleiben einem wohl nur Antidepressiva und alle anderen Marktteilnehmer sollten nur an Extrempunkten einsteigen, um eine Gegenbewegung mitzunehmen. Wie wir es im Juli gemacht haben.

Großaktionär HNA muss wohl aussteigen

Als hätte die Deutsche Bank nicht schon mit genug Problemen zu kämpfen, droht nun auch noch der Ausstieg des größten Aktionärs HNA.
Seit Tagen verdichten sich die Gerüchte, nun scheint es Gewissheit zu sein.

Der bisher größte Aktionär der Deutschen Bank, der chinesische Mischkonzern HNA, will seinen Anteil komplett abstoßen. Im Jahresverlauf hatte man die Beteiligung bereits von 8,8% auf 7,6% gesenkt.

Den Berichten zufolge üben die chinesischen Behörden Druck auf den hoch verschuldeten Konzern aus, der sich wohl auch an anderer Stelle verspekuliert hat. Immerhin könnte ein Verkauf der Deutschen-Bank-Papiere rund 1,5 Mrd. Euro in die Kasse spülen.

Es bleibt die bange Frage, wer die Anteile übernehmen soll. Findet man einen langfristigen Investor, könnte das sogar mehr Stabilität bringen. Müssen alle oder ein Großteil der Aktien über die Börse abgestoßen werden, könnte das den Kurs weiter belasten.

Charttechnischer Ausblick

Genau hier liegt die Kernfrage. Kann ein neuer, langfristiger Großaktionär gewonnen werden, dürfte es zu einer Erholungsrallye kommen. Die ersten Kursziele auf der Oberseite lägen in diesem Fall bei 10 und 11 Euro. Über dieser Marke kommt es zu prozyklischen Kaufsignalen.

Solange das aber nicht der Fall ist, droht jederzeit ein Rückfall in Richtung 9 Euro. Sollte HNA seine Aktien direkt über die Börse verkaufen, dürfte das die Kurse nachhaltig belasten.
Unterhalb von 9 Euro könnte es darüber hinaus zu einer Welle von Stopps kommen. Nennenswerte Unterstützungen sind nicht auszumachen.

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