Börsenblick

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RWE: Ein Fels in der Brandung – dank E.ON?

Der DAX fällt, RWE steigt. Das ist nicht unbedingt selten, wenn die Marktteilnehmer nervös sind. Immerhin zählt der Energieversorger zu den defensiven Titeln, zu denen, die im Zweifel stabiler sein könnten als Aktien stark konjunkturabhängiger Unternehmen. Aber das Plus von 2,66 Prozent, das die Aktie am Donnerstag mit immensem Abstand vor der (ebenso als eher defensiv eingestuften) Deutschen Post zum Tagessieger im DAX machte, fiel so groß aus, dass noch etwas anderes dahinter stecken müsste. Und tatsächlich dürften es gleich zwei Aspekte gewesen sein, die diese Käufe anschoben.

Zum einen führte die regelmäßige Neuordnung der Indizes im September am Mittwochabend zu der Entscheidung, dass Branchen- und DAX-Kollegin E.ON den Euro Stoxx verlassen wird. Im DAX bleibt sie zwar, aber das wirkte dennoch wie eine Erinnerung daran, dass sie im deutschen Leitindex auch nicht gerade auf ehernen Füßen steht, beim nächsten sogenannten „Verkettungstermin“ womöglich im MDAX landen könnte. Das „Standing“ von RWE als offenbar stärkerer der beiden Energieversorger wurde damit zumindest psychologisch gestützt. Hinzu kam, dass ausgerechnet direkt nach der Bekanntgabe des anstehenden Abstiegs von E.ON aus dem Euro Stoxx eine markante Anhebung der Einschätzung der HSBC-Bank erfolgte:

Expertenmeinung: Dort stufte man RWE gleich um drei Stufen von „Reduzieren“ auf „Kaufen“ hoch und hob das Kursziel sehr deutlich von 18 auf 25 Euro an. Und diese positiven Nachrichten kamen dann auch noch für die Bullen im genau richtigen Augenblick. Denn noch am Tag zuvor mussten die bangen, dass RWE den aus dem Februar stammenden, mittelfristigen Aufwärtstrend brechen könnte. Knapp darunter gerutscht war sie am Mittwochabend bereits. Mit dem Rückenwind dieser „good news“ landete sie am Donnerstag wieder klar über dieser Linie, die momentan bei 21,30 Euro verläuft. Aber ist RWE damit „durch“ und der Aufwärtstrend gesichert?

Der Chart liefert die Antwort: nein. Das ist eine Chance für das bullische Lager, das Ruder herumzureißen, mehr aber noch nicht. Sie sehen, dass die Aktie ihre 20-Tage-Linie bislang nur knapp zurückeroberte, der Trendfolgeindikator MACD noch nicht wieder auf „Kauf“ gedreht hat. Und über dem Schlusskurs des Donnerstags warten bei 22,20, 22,60 und 23,32 Euro gleich drei markante Abwärts-Wendepunkte der vergangenen zehn Monate. Solange die Aktie diese Hürden nicht überwunden hat, ist die Option einer Toppbildung weiterhin gegeben und die Kuh für die Bullen noch nicht vom Eis. Und sollte RWE diese Februar-Aufwärtstrendlinie doch noch brechen, indem die Aktie unter dem Tagestief vom Mittwoch (20,92 Euro) schließt, dürfte das Lager der Bären die Gelegenheit wohl nicht verstreichen lassen, um dann die 200-Tage-Linie bei 19,40 Euro einem Test zu unterwerfen.

Chart vom 06.09.2018, Kurs 21,57 Euro, Kürzel RWE

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