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DAX: Eindeutig durchgefallen

Der DAX hat mit den Zwischentiefs vom Juni und August bei 12.104 bzw. 12.121 Punkten eine wichtige Unterstützungszone durchschlagen. Es gehe jetzt um die 12.000, liest man in den Medien. Aber de facto geht es um andere Unterstützungslinien. Sie sehen es in den beiden Charts: Die 12.000 mag eine „runde Marke“ sein. Aber sie hat charttechnisch keine Bedeutung, hat nur einmal, im Februar, als Wendemarke gedient. Aber dieser Punkt wurde von darauffolgenden Wendemarken überlagert, dürfte keine Relevanz mehr haben. Worum es jetzt geht, ist die aus dem Februar 2016 stammende Aufwärtstrendlinie. Sie ist, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt, jetzt erreicht, aber noch nicht gebrochen. Den Bullen bliebe noch heute und morgen, um die Linie zu verteidigen.

Ihr Bruch wäre der erste Schritt zur Vollendung einer breiten Schulter-Kopf-Schulter-Formation, deren bislang tiefster Punkt das Jahres-Verlaufstief vom März bei 11.727 Zählern ist. Es sind kaum mehr 300 Punkte bis dorthin. Die Bullen müssen sich also schon strecken, um den Druck aufzufangen, den DAX nach Möglichkeit umgehend drehen. Die Alternative wäre höchst unerfreulich, sofern man nicht längst ins Bären-Lager gewechselt ist. Immerhin läge das rechnerische Kursziel dieser großen Trendwendeformation um 9.850 Punkte. Unvorstellbar niedrig, mag man denken, aber nicht unmöglich. Vor allem, wenn man sich überlegt, warum der DAX am Dienstag und Mittwoch auf einmal so heftig unter die Räder kam.

Das läge an den vielen Krisenherden, die für Unsicherheit sorgen, liest man allerorten. Ist das so? Der wohl chaotisch endende Brexit, die hochbrisante Lage der Türkei, die Unsicherheit über den Kurs Italiens, der Handelskrieg, sind das die Auslöser für zwei Tage, an denen der DAX daherkam wie Fallobst? Logisch ist das nicht, denn keiner dieser Krisenherde ist neu. All das lag auch in der vergangenen Woche bereits auf dem Tisch, als der DAX einen positiven Wochenstart hinlegte, damals noch bis zu 550 Punkte höher als am Mittwochabend. Dass diese kritischen Elemente vorgeschoben werden, ist normal. Aber es wirkt so, als würde man sie nur wie eine Fahne vor sich hertragen, um den Verkäufen Argumente zu verleihen. Argumente, die verhindern, dass denen, die da aussteigen und vor allem denen, die aktiv Short gehen, jemand mit zu viel Optimismus und Kaufwille in die Parade fährt.

DAX_2018_09_06_Day

Der Druck wirkt nicht wie eine Reaktion auf einlaufende „bad news“, er wirkt gezielt. Da mögen Umschichtungen in Richtung Wall Street mit von der Partie sein, aber die beiden vergangenen Tage sahen starke Abwärtsimpulse, deren Struktur Verkaufswellen über den DAX Future und den Verkauf von „Körben“, Paketen von DAX-Aktien, andeuten. Das sieht nach großen Adressen aus, nicht nach nervösen Tradern. Daher hat dieser Bruch der Tiefs um 12.100 Punkte, dieses „Durchfallen“ des DAX, gute Chancen, Basis eines größeren Abwärtsschubes zu sein. Allerdings wäre dazu „Geleitschutz“ von der Wall Street hilfreich, wo man momentan zumindest außerhalb des Technologiesektors stur versucht, jede Schwäche aufzukaufen. Dass der DAX in einem Stück durchgereicht wird, ist daher nur wahrscheinlicher geworden, sicher ist es nicht. Noch könnte es gelingen, die 2016er-Trendlinie per Freitagabend zu halten, noch könnte sich der Bruch der Zone um 12.100 Punkte als Bärenfalle erweisen. Aber selbst auf Trading-Ebene wäre der DAX erst dann wieder einen Gedanken an Long-Positionen wert, wenn er mindestens über den Ausgangspunkt der Verkäufe bei 12.400 Punkten und damit auch wieder über die knapp darunter verlaufende 20-Tage-Linie hinaus käme.

DAX_2018_09_06_Week

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