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TecDAX: Wehret den Anfängen!

Bei einem Anstieg von in der Spitze 20 Prozent in der bisherigen Bilanz des Jahres 2018 kann ein Minus von 1,25 Prozent, das der TecDAX am Dienstag hatte wegstecken müssen, doch kein Problem sein. Könnte man behaupten, sofern man felsenfest davon überzeugt ist, dass es sich dabei nur um einen kleinen Rücksetzer in einer Hausse handelt, die noch lange nicht am Ende ist. Doch wer ohnehin schon skeptisch den Kopf wog angesichts dieser die zahlreichen offenen Flanken des deutschen Aktienmarkts ignorierenden Aufwärtsbewegung, dürfte mit Blick auf dieses Minus konstatieren: Wehret den Anfängen!

Denn die Achillesferse von Aufwärtstrends, die ohne Geleitschutz bullischer Rahmenbedingungen ablaufen, ist der wankelmütige Faktor des Optimismus der Trader. Sobald der erst einmal anfängt zu wanken, kann es mit einem solchen Anstieg schnell vorbei sein. Denn solange die Rallye läuft, werden Gefahrenmomente gerne gelassen vom Tisch gewischt. Kippen die Kurse indes, kommen diese Risiken den vormals blind optimistischen Bullen schnell wieder in den Sinn. Und dann kommt es oft dazu, dass schon erste Warnschüsse dazu führen, dass die Wahrnehmung vieler Marktteilnehmer schlagartig von rosarot in schwarz umschlägt.

Solange die Bären einem intakten, dynamischen Trend gegenüberstehen, bleiben sie natürlich trotz aller Argumente, die sie für eine Wende nach unten ins Feld führen könnten, im Hintergrund. Wozu sollte man sich einem Aufwärtsimpuls entgegenstellen, der noch so viel Schwung zeigt, dass man darauf hoffen kann, Short-Trades auf noch höherem Niveau etablieren zu können. Ein Handelstag wie der gestrige wäre indes geeignet, die Stimmung umschlagen zu lassen.

Der Dienstag sah zunächst mit 3.049,60 Punkten knapp ein neues Jahres-Verlaufshoch, dann aber schloss der TecDAX unterhalb des Eröffnungskurses vom Montag. Daraus entstand ein „bearish engulfing pattern“, eine rote Kerze, die die grüne Kerze des Vortags komplett einhüllt und indiziert, dass die Bullen außerstande sind, neue Hochs zu verteidigen und das Bären-Lager die Kontrolle über das Geschehen erlangt haben könnte.

Das ist indes zunächst nur ein Warnsignal. Ein „bearish engulfing pattern“ wird erst zu einem Verkaufssignal, wenn eine umgehende Bestätigung der Formation durch eine erneute rote Kerze erfolgt. Wenn, müsste das bullische Lager also umgehend dagegen halten, dieses Warnsignal durch einen Kursanstieg egalisieren. Das wird eine äußerst spannende Angelegenheit, denn kaum drehten TecDAX und die anderen deutschen Indizes ins Minus, rückten die zuvor wenig beachteten Belastungsfaktoren wie Türkei-Krise, BrExit, Italien und Handelskrieg sofort wieder in die Schlagzeilen.

Chart vom 04.09.2018, Kurs 2.986,39 Punkte, Kürzel TDX

Sollte den Bullen der jetzt nötige Kraftakt misslingen, wäre bereits ein Schlusskurs unter der Kreuzunterstützung aus dem Juni-Hoch und der 20-Tage-Linie bei 2.950/2.956 Punkten ein charttechnisch bärisches Signal auf Trading-Ebene mit einem ersten Kursziel in den Bereich 2.725/2.733 Punkte. Mittelfristige Short-Signale würden erst anstehen, falls der Index wieder in den aus dem Herbst 2014 stammenden Aufwärtstrendkanal zurückfallen würde. Die dazu erforderlichen Schlusskurse unter 2.600 Punkten wirken im Moment utopisch. Aber wieder gälte es anzuführen: Wehret den Anfängen, denn kippt die Stimmung, könnte der TecDAX auch auf der Unterseite so manchen überraschen.

Chart vom 04.09.2018, Kurs 2.986,39 Punkte, Kürzel TDX

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