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Dow Jones: Wann öffnet sich die Falltür?

Wo liegt die Grenze zwischen Entschlossenheit, Mut, Risikobereitschaft und bodenlosem Leichtsinn? Was die Hausse der US-Indizes angeht, ist das eine Frage, die sich die Anleger dort derzeit täglich stellen müssten. Dass sie es offenbar nicht tun, deutet an, dass sie die Grenze bereits überschritten haben. Was bedeuten würde, dass es nur noch eine Frage der Zeit wäre, bis sich die Falltür auftut, die Bullen verschlingt und die Aktien schlagartig ins Bodenlose fallen, dorthin, wo sie, würde Vorsicht das Handeln dominieren, ohnehin notieren würden. Trotzdem haben die Bären derzeit nicht einmal Grund zur Vorfreude, denn:

Leichtsinn dominiert hier schon seit Mr. Trumps Wahlsieg und damit seit 22 Monaten. Da gab es zwar Anfang des Jahres einen kurzen Riss im Gefüge einer stets positiv interpretierten Gemengelage. Aber dass es gelang, den eilig wieder zu kitten, bestärkt die meisten Investoren am US-Markt in ihrer Überzeugung, dass die großen US-Indizes nichts umwerfen kann. Wenn schon so viele potenziell bärische Aspekte einfach ignoriert wurden, was soll da noch passieren? Und das ist in der Tat ein Punkt, der dagegen spricht, sich auf Verdacht schon einmal Short zu positionieren. Niemand kann vorhersagen, was es sein wird, das diese Falltür aufstößt, noch wann es passiert und bis wohin der Dow Jones dann gestiegen ist. Short zu gehen hat sich schon so oft als fatale Idee erwiesen, dass es die meisten Trader gar nicht mehr erwägen. Was wiederum bedeutet, dass die Bullen eigentlich freie Bahn haben, von ein paar Gewinnmitnahmen abgesehen, die sich aber bislang problemlos wegkaufen lassen.

Der S&P 500 und der Nasdaq 100 haben es vorgemacht, dementsprechend guter Dinge ist man, dass das Flaggschiff Dow Jones nachzieht. 26.616,71 Punkte, markiert am 26. Januar 2018, das ist die letzte Hürde, die es zu überwinden gilt. In zwei Wochen wäre dieses bisherige Rekordhoch innerhalb des derzeitigen, Ende Juni etablierten Aufwärtstrendkanals erreichbar. Am Mittwoch fehlten am Tageshoch noch 450 Punkte, keine zwei Prozent, bevor der Index Richtung Wochenschluss ein bisschen die Flügel hängen ließ. Dass sich die erdrückende Mehrheit keine Sorgen zu machen scheint, dass das womöglich ein Warnsignal sein könnte, nicht zuletzt aufgrund eines in der überkauften Zone nach unten eindrehenden Stochastik-Oszillators, ist für sich genommen schon ein Warnsignal. Aber kein Verkaufssignal.

Der Ärger, den sich die USA mit dem Rest der Welt einhandeln, wird auf die leichte Schulter genommen, weil die US-Akteure fest damit rechnen, dass sie am Ende als Sieger dastehen werden. Dass muss keineswegs so kommen. Darüber hinaus geht man davon aus, dass die morgen in neun Wochen anstehenden Zwischenwahlen die Republikaner als Sieger sehen und Trump danach weitermachen kann wie bisher. Auch das muss keineswegs so kommen. Aber solange diesen festen Überzeugungen keine negativen Fakten gegenüberstehen, kann der Leichtsinn weitergehen – und damit auch der Aufwärtstrend des Dow Jones. Und ihn über diese letzte charttechnische Hürde von 26.616,71 Punkten tragen. Aber wer sich daran erinnert, dass es immer brenzlig wird, wenn zu viele sicher sind, dass nichts anbrennen kann, erinnert sich dieser Falltür und agiert hier nicht ohne Netz und doppelten Boden. Die Hochs vom März und Juni sowie die untere Begrenzung des Juni-Trendkanals bilden zwischen 25.350 und 25.450 Punkten eine wichtige Unterstützungszone. Knapp darunter muss ein Stop Loss Long liegen!

Chart vom 31.08.2018, Kurs 25.964,82 Punkte, Kürzel INDU

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