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Brent Crude Oil: Ist es vorbei mit dem Traum von der Wende?

Das lief perfekt für die Rohöl-Bullen: Der ein Jahr währende Aufwärtstrend war zwar schon gebrochen. Aber noch hatten die Verteidiger der Rohöl-Hausse bei Brent Crude Oil einen doppelten Trumpf im Ärmel: Die Kreuzunterstützung aus dem markanten Hoch des Januars und der 200-Tage-Linie im Bereich um 70 US-Dollar. Und diese Unterstützung hielt, mit Rückenwind von gleich zwei Aspekten: Der US-Dollar gab nach, was meist durch einen steigenden Ölpreis kompensiert wird.

Und die zuletzt öfter überraschend stark gestiegenen Rohöl-Lagerbestände in den USA waren in den vergangenen zwei Wochen wieder gesunken und deuteten so eine anziehende Nachfrage an. Dass die unmittelbare Nachfrage und die Lagerbestands-Veränderungen nicht zwingend zusammenhängen müssen, weiß man zwar. Aber natürlich war das dem bullischen Lager in diesem Fall egal: Brent Crude Oil zog dynamisch an. Und schon kommt das bisherige, mehrjährige Hoch bei 81,02 US-Dollar in Reichweite. Sind die Bullen jetzt noch zu bremsen?

Expertenmeinung: Möglich ist das. Momentan hat die Käuferseite aber in der Tat die besseren Karten. Die Unterstützung eines schwachen US-Dollars kann sich fortsetzen, weil der als Export-Stütze so kurz vor den US-Zwischenwahlen wichtig ist, vor denen die Regierung unbedingt ein starkes Wachstum im dritten Quartal präsentieren will. Und dass steigende Ölpreise das Wachstum ausbremsen können, wird gerne ignoriert, wenn der Trend nach oben weist. Dann schaut man nicht auf die steigenden Kosten, sondern auf den angeblichen Auslöser der anziehenden Kurse in Form einer ein starkes Wachstum suggerierenden, zunehmenden Nachfrage. Dass die faktische Nachfrage und der von Trading stark beeinflusste Börsenkurs hier ebenso wie bei allen Rohstoffen nicht parallel laufen müssen, ist ebenso ein Aspekt, der die Trader wenig stört: Wenn ein Argument gut klingt und ihnen in den Kram passt, tragen sie es wie einen Schild vor sich her.

Aber einer könnte diese Rallye noch vor einem Break über das bisherige Hoch stoppen: der US-Präsident. Denn starkes Wachstum und eine intakte Aktien-Hausse sind der Regierung bei Wahlen immer dienlich, günstige Benzinpreise aber ebenso. Und während der fallende US-Dollar den Anstieg des Ölpreises im Rest der Welt dämpft, schlägt er in den USA voll durch. Gut möglich also, dass die Bären Schützenhilfe bekommen, wenn Donald Trump, nicht zum ersten Mal und bisweilen mit Erfolg, lautstark niedrigere Ölpreise fordert. Aber erst, wenn Brent Crude Oil durch die 70 US-Dollar-Supportzone gerutscht ist, würden Short-Trades hier ein gutes Chance/Risiko-Verhältnis aufweisen.

Chart vom 30.08.2018, Kurs 77,86 US-Dollar, Kürzel COIL

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