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Tesla: Erstaunlicher Gleichmut … oder heimliche Hoffnungen?

Teslas CEO Elon Musk gilt zwar als ein Luftikus. Aber man sah ihn als einen, der zwar extrovertiert und exzentrisch ist, der aber seine Pläne umzusetzen vermag, die Lage jederzeit im Griff behält. Doch dieser Sockel wackelt seit dem Wochenende erheblich. Schon der Umstand, dass Musk Anfang August mitten in der Handelszeit per Twitter avisierte, Tesla von der Börse nehmen zu wollen, sorgte für Verunsicherung. Die angebotenen 420 US-Dollar für potenzielle „Aussteiger“, die die dann nicht mehr börsennotierte und den entsprechenden Standards unterworfenen Aktien nicht behalten wollten, wären 30 US-Dollar mehr gewesen als das bisherige Rekordhoch, das die Aktie vor knapp einem Jahr markiert hatte.

Dass der Kurs sich diesen 420 US-Dollar nicht einmal annäherte, war vielsagend: Man traute der Sache nicht, fragte sich, woher Tesla das Geld nehmen wolle, um die „Aussteiger“ auszuzahlen. Musk konterte, das Geld sei da, ohne das indes belegen zu können. Und außerdem, so Musk, wollten sowieso die meisten Aktionäre die Aktie dann behalten. Was er indes ebenso wenig belegen konnte. Und jetzt, auf einmal, die komplette Kehrtwende: Die Privatisierung sei vom Tisch. Angeblich, weil die Mehrheit der Aktionäre die Aktie lieber weiter börsennotiert sehen wollen. Aber da niemand wirklich alle Investoren befragt hat, ist das eine unbelegte Behauptung mehr auf Elon Musks Konto. Die Aktie geriet daraufhin am Montagmorgen im europäischen Handel heftig unter Druck, gab im Tief um die sechs Prozent nach. An der Wall Street selbst jedoch kam es nur zu moderaten Abschlägen. Warum?

Expertenmeinung: Börse Zungen könnten behaupten, seit Donald Trump Präsident ist, ist man dort plötzliche Meinungsschwenks gewöhnt und nimmt sie nicht mehr ernst. Aber das alleine ist es sicherlich nicht. Immerhin könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass Elon Musk, der bei Tesla die Fäden fester in Händen hat als CEOs der meisten anderen Unternehmen, die Kontrolle verloren hat. Was bei einem Unternehmen wie Tesla, das gerade jetzt extrem fokussiert und sicher gelenkt werden muss, um den Drahtseilakt zwischen den Kosten des rasanten Wachstums und dem Erreichen der Rentabilität zu meistern, fatal wirken könnte. Es sei denn, dass diejenigen, die am Montag die Hand aufhielten, eine ganz neue Hoffnung hegen: Dass Musk jetzt so unter Druck geraten wird, dass er seinen Posten aufgeben muss und ein neues Management imstande ist, Teslas Weg in die schwarzen Zahlen weitaus besser zu bewältigen. Eine Hoffnung, die nachvollziehbar wäre, auch, wenn ein Wechsel auf dem Chefsessel bislang noch nicht einmal diskutiert wird … oder wenn, dann hinter verschlossenen Türen.

Hinzu kommt indes noch ein anderer Aspekt: Das bullische Lager muss alles tun, um den derzeitigen Level zu halten, sonst könnte die Aktie schnell und weit abrutschen. Und kippt der Kurs, kippt der Optimismus derer hinterher, die weiterhin fest davon überzeugt sind, dass Tesla in Kürze die Gewinnschwelle überschreiten wird. Dort,  wo die Aktie aktuell notiert, stand sie auch schon im Mai 2017. Die hohe Volatilität gaukelt einen dynamischen Trend vor, den es aber, Sie sehen es in diesem Chart auf Wochenbasis, nicht gibt. Und sollte die Aktie die derzeit umkämpfte 200-Tage-Linie aufgeben müssen, durch die Unterstützungszone 287/291 US-Dollar rutschen, wären die mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei 263 und das bisherige Jahrestief bei 245 US-Dollar schnell erreicht. Die relative Stabilität des Montags dürfte daher mehr eine Art „offensiver Defensive“ gewesen sein, die nur dann die Chance hätte, zu einem tauglichen Aufwärtsimpuls zu werden, wenn von Tesla wirklich glaubwürdig positive Nachrichten kommen sollten … wozu man eine Nachricht über den Wechsel auf dem Chefsessel möglicherweise rechnen würde.

Chart vom 27.08.2018, Kurs 319,27 US-Dollar, Kürzel TSLA

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