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Nemetschek: Nebenwerte-Wahnsinn geht weiter, eine Warnung

Nemetschek ist ein führender Softwareanbieter in den Bereichen Architektur, Bau und Engineering.
Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als Innovationstreiber von Open BIM und 5D. Die digitalen 3D-Planungsmodelle, ergänzt durch die Dimensionen Zeit (4D) und Kosten (5D), decken somit die gesamte Wertschöpfungskette ab.
Das Geschäft wird mit entsprechenden Serviceangeboten abgerundet.

Optimales Business

Neben schöner Worte, sind allerdings auch die Zahlen überzeugend. In den zurückliegenden zehn Jahren ist der Umsatz von 150 auf 396 Mio. Euro gestiegen. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität nachhaltig verbessert und dementsprechend ist der Gewinn stark überproportional gestiegen.
Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,27 auf 1,94 Euro je Aktie.

Abgesehen von den positiven Skalierungseffekten ist das Geschäft auch nicht kapitalintensiv und erwirtschaftet einen hohen freien Cashflow. Der Servicebereich ist planbar und führt zu konstanten Einnahmen.
Genau die Charakteristiken, die man sich von einem Investment wünschen würde. Daher ist es auch kein Wunder, dass die Aktie langfristig zu den absoluten Top-Peformern gehört.

Was spricht dann aber gegen Nemetschek?

Selbst bei den besten Unternehmen spielt der Preis eine Rolle, überzahlt man, wird man ab einem bestimmten Punkt eine längere Durststrecke überwinden müssen.

Die Bewertung von Nemetschek ist in diesem Zusammenhang auf einem problematischen Niveau. Der Gewinn ist in diesem Jahr rückläufig, dennoch hat sich die Aktie seit Jahresbeginn bald verdoppelt.

Das KGVe für das laufende Geschäftsjahr liegt bei 72 und für das Folgejahr noch immer bei 60.
Selbst für dieses Top-Unternehmen ist die Bewertung nicht angemessen. Kann ein KGV von 60-70 jemals angemessen sein?

Die Bewertung von Nemetschek war auch nicht immer so hoch. Bis 2013 lag das KGv meist zwischen 15 und 20, hat sich dann aber vollkommen abgekoppelt und stieg auf 30, 40, 50, 60 und jetzt 70.

Ein Teil des steigenden KGV wäre durch das schnellere Wachstum bis 2017 gut zu begründen, doch sicher kein Wert von 70. Das Wachstum hat sich schließlich wieder abgekühlt, der Gewinn ist in diesem Jahr rückläufig und soll auch anschließend nicht mehr so stark steigen.

Die Baubranche macht darüber hinaus einen bedeutenden Teil des Geschäfts aus und ist stark zyklisch. Auch dieser Bauboom wird, wie jeder zuvor sein Ende finden.

Nemetschek ist „priced to perfection”. Alle positiven Eventualitäten scheinen im Kurs zu stecken, mögliche Gefahren werden schlichtweg ignoriert.

Charttechnischer Ausblick

Der Kurs wird hauptsächlich von Hoffnung und einer positiven Stimmung getrieben. Doch das Sentiment ist nicht in Fels gemeißelt. Kommt es in solchen Fällen zu negativen Überraschungen, kann der Kurs binnen kürzester Zeit geradezu kollabieren. Jüngere Beispiele wären Osram oder Aixtron.

Das Hoch exakt zu treffen ist nahezu unmöglich, denn warum sollte das KGV nicht von 70 auf 80 steigen können? Doch jeder sollte sich über die Gefahren im klaren sein. Sowohl aus charttechnischer wie auch fundamentaler Sicht wäre eine Korrektur angebracht. Mögliche Kursziele auf der Unterseite liegen bei 120 und 110 Euro.

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