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MDAX: Mit „geliehenem Optimismus“ auf neue Rekorde?

Dem MDAX fehlten per Montagabend noch 423 Punkte oder gut 1,5 Prozent bis zum bisherigen, am 22. Januar markierten Verlaufsrekord. Beim DAX waren es zur selben Zeit noch über 1.000 Punkte, die er bis zum bisherigen Hoch zurücklegen müsste. Und der TecDAX? Der hat seine neuen Rekorde (wenn man den Index erst ab seiner echten Geburtsstunde 2003 berechnet) am Montag mit dem Sprung über die runde Marke von 3.000 Punkten bereits eingefahren. Diesmal laufen also nicht die Blue Chips vorweg, es sind die Aktien der zweiten Reihe und die eher leichtgewichtigen Technologietitel. Seltsam?

Es ist ein Grund, genau hinzusehen, aber seltsam ist es deswegen nicht, weil sich diejenigen, die derzeit kaufen, ihren Optimismus aus Übersee leihen. Dort sieht es nämlich genauso aus: Der Dow Jones hat noch ein gutes Stück des Weges bis zu seinem Rekordhoch, der marktbreite S&P 500 aber ist ebenso auf neuen Allzeithochs angekommen wie der technologielastige Nasdaq 100. Kann man mit einem solchen „geliehenen Optimismus“ nachhaltig höher laufen?

Das kann man dann, wenn gute Argumente für steigende Kurse im „eigenen Nest“ nachgereicht werden. Momentan aber müssen die Bullen ohne solche schlagkräftigen Zugpferde auskommen. Dass es Donald Trump offenbar geschafft hat, mit Mexiko eine Handelsvereinbarung zu schließen, die die alte NAFTA-Vereinbarung zwischen den USA, Kanada und Mexiko aushebelt, treibt die US-Aktien. Und das durchaus zu Recht, denn man darf zum einen vermuten, dass die US-Regierung schon dafür gesorgt hat, dass die Vorteile auf ihrer Seite liegen und zum anderen ist Kanada dadurch in Zugzwang geraten. Zugleich gibt der US-Dollar zum Euro nach, was die Exportwerte an der Wall Street stützt. Kurzfristig hat man in den USA also gut lachen. Aber was bringt das Europa?

Man könnte die Hoffnung hegen, dass dieser „Deal“ mit Mexiko die Chance erhöht, dass auch beim Handelskonflikt mit China und der EU eine Eskalation ausbleibt. Aber das ist nicht mit Mexiko vergleichbar. Und der ohnehin schon unternommene Versuch, die Kontrahenten gegeneinander auszuspielen, wie das jetzt mit Mexiko und Kanada scheinbar gelang, würde die EU zerrreißen – damit wäre Europa nicht gedient. Und hinzu kommt, gerade für die vielen im MDAX notierten „Exportweltmeister“ wichtig: Der Euro steigt zum US-Dollar. Und auch wieder zur türkischen Lira. Nicht gut. Aber:

MDAX - Chart auf Wochenbasis

Charttechnisch betrachtet sieht es recht gut aus. Der Wochenchart zeigt, dass der MDAX den seit zweieinhalb Jahren geltenden Aufwärtstrend immer wieder testete und hielt. Daraus entstand ein Dreieck, dessen obere Begrenzung in Form des bisherigen Rekordhochs von 27.525 Punkten nahe ist. Im Tageschart sieht man indes: Erst einmal will die Widerstandszone, die der MDAX am Montag angesteuert hat, überwunden sein. Der Wochenstart war dynamisch und brachte ein neues Kaufsignal im Trendfolgeindikator MACD mit sich. Aber es sind gleich sieben Zwischenhochs, über die letzten neun Monate ausgebildet, die die Widerstandszone zwischen 27.050 und 27.525 Punkten bilden. Sieben Mal hat er dort abgedreht. Das sollte klar machen: Der Ausbruch kann gelingen, aber er muss es keineswegs. Bestehende Long-Trades wären haltenswert, aber ein Zukauf oder Neueinstieg Long wäre mit Blick auf diese Widerstandszone und den Umstand, dass der Optimismus eben nur „geliehen“ ist, erst im Fall eines klaren Ausbruchs über diesen Bereich mit ienem guten Chance/Risiko-Verhältnis ausgestattet.

MDAX - Chart auf Tagesbasis

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