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Siltronic: Erahnen die Investoren die Abwärts-Wende?

In den letzten zehn Jahren ist es gelungen, die in einem normalen Umfeld regelmäßig auftauchenden Rezessionsphasen durch extrem niedrige Zinsen zu vermeiden. Das mag mittelfristig fatale Folgen haben, bis jetzt sind diese aber noch nicht da. Das, was der Weltwirtschaft durch die daraus resultierende Überschulung blüht, wird einfach ignoriert.

Was den Zyklus der Halbleiterindustrie angeht, wirkt die Kraft der Nullzinsen aber nicht so effektiv. Der durch die Niedrigzinsen gesteigerte Konsum hat diese Zyklen zwar bzw. der Abschwünge gedämpft. Aber immer mehr Konjunkturdaten deuten an, dass dieser Effekt langsam ausläuft, ein „Ausatmen“ der Branche wahrscheinlicher wird. Was für Siltronic erhebliche Konsequenzen haben kann, denn als Zulieferer der Chipindustrie verspürt ein solches Unternehmen aufkommenden Druck mit „Hebelwirkung“, weil die Chiphersteller bei ersten Problemen sofort versuchen, den Margendruck an die Zulieferer weiterzureichen.

Und wenn sich das erst einmal abzeichnet, wird der Weg nach oben für solche Aktien steinig. Da helfen auch gute Quartalsergebnisse wenig, die Stimmung zu heben, denn die blicken ja zurück, nicht voraus. Nicht anders bei Siltronic:

Expertenmeinung: Die am 25. Juli präsentierte Quartalsbilanz war absolut tadellos. Umsatz und Gewinn stiegen sogar etwas schneller als erwartet. Und es gelingt, die unglaubliche Gewinnmarge von 40 Prozent (auf EBITDA-Basis) zu erzielen. Aber: Eine solche Marge ist traumhaft. Sollten auch nur die kleinsten Irritationen aufkommen, sackt die schnell auf 30, womöglich 20 Prozent. Was hieße: Die Gewinne verringern sich mit „Hebelwirkung“. Und mit der Quartalsbilanz verkündete Siltronic, das Volumen der Investitionen zu erhöhen.

Genau richtig, wenn der Boom weitergeht. Höchst ungünstig, wenn er es nicht tut. Den Investoren schwant, dass da nach oben nicht mehr viel Luft sein dürfte. Nach unten umso mehr. Nicht, dass dieses Kippen des Halbleiterzyklus bereits Fakt wäre. Aber bei einer Aktie, die vor zwei Jahren noch um 15 Euro notierte, nicht einmal ein Zehntel dessen kostete, was man am Rekordhoch Ende März (160,55 Euro) auf den Tisch legen musste, wird vielen klar: Man ist da doch eher am oberen Ende des Möglichen. Entsprechend sieht der Chart aus: Die Aktie hat sich in der abgelaufenen Woche zwar von den Tiefs seit Dezember zwischen 107,75 und 113,45 Euro leicht nach oben abgesetzt.

Aber das sieht weder dynamisch noch überzeugend aus. Die Investoren ahnen offenbar das Risiko einer auch mittelfristig relevanten Trendwende und suchen sich andere Kandidaten für den Einstieg. Siltronic wäre weiterhin ein Kandidat für die Watchlist Short. Das erste Ziel eines Bruchs der vorgenannten Supportzone 107,75/113,45 Euro wäre der Bereich um 94,50 Euro.

WAF_2018_08_27

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