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Metro vor Übernahme? Neuer Großaktionär steigt ein

Die Metro AG ist ebenso wie Ceconomy aus der Aufspaltung der Metro Group hervorgegangen. Inzwischen notieren beide Unternehmen eigenständig an der Börse. Ceconomy als Holdinggesellschaft der Elektronikeinzelhändler Media Markt und Saturn. Die Metro AG vereint unter ihrem Dach die Supermarktkette Real sowie Metro Cash & Carry und zahlreiche Servicegesellschaften.

Das macht keinen Spaß

Seit der Aufspaltung hatten die Aktionäre der Metro wenig Freude an dem Papier. Vom Eröffnungskurs bei rund 20 Euro ging es geradezu stetig abwärts und der Kurs halbierte sich.

Die Zahlen haben auch wenig Grund zur Freude geboten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr legte der Umsatz lediglich um 1,6% auf 37,14 Mrd. Euro zu. EBIT, EBT und Periodenergebnis waren jedoch stark rückläufig.
Der Gewinn sank von 1,39 auf 0,89 Euro je Aktie und die Dividende wurde von 1,00 auf 0,70 Euro gekürzt.

Wie läuft das aktuelle Geschäftsjahr?

Hier sieht es leider nicht besser aus. In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um 1,4% und das Ergebnis stagnierte bei 0,66 Euro je Aktie.
Das dritte Quartal selbst war in diesem Kontext allerdings noch schwächer und trübt den Ausblick natürlich ein. Der Umsatz ging um 3,7% auf 9,0 Mrd. Euro zurück und das Ergebnis sackte von 0,21 auf 0,16 Euro je Aktie ab.

Für das Gesamtjahr erwartet Metro ein Umsatzwachstum von 0,5% und ein währungsbereinigtes Ergebnis „über dem Vorjahr“. Wie viel über dem Vorjahr, wird allerdings nicht genannt. Gleichzeitig wird bereits davor gewarnt, dass die Kündigung des Zukunftstarifvertrags bei Real das Ergebnis im zweiten Halbjahr stark belasten wird.

Fundamentale Bewertung

Es dürfte also nicht verwundern, wenn die Bewertung niedrig ausfällt. Das KGVe für 2018 liegt zum aktuellen Kurs bei 14.

Der Gewinn soll nach 0,89 im Vorjahr auf 1,01 Euro je Aktie steigen. Im Folgejahr sollen dann 1,07 Euro erreicht werden. Zumindest zeigt der Trend in die richtige Richtung, alle Werte liegen jedoch noch unter dem Ergebnis aus dem Geschäftsjahr 2015/16.

Noch unerfreulicher wird das Bild mit einem Blick auf Bilanz und Kapitalfluss. Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 2016/17 lag die Nettoverschuldung bei 3,1 Mrd. Euro und die Eigenkapitalquote betrug nur 20,3%.
Der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit lag zwar bei 1,0 Mrd. Euro, jedoch unter dem Vorjahreswert von 1,2 Mrd. Euro. Daraus fließen aber natürlich auch noch die Mittel für Investitionen und Zinsen ab. Unter dem Strich bleibt ein Mittelabfluss von 12 Mio. Euro.

In den ersten neun Monaten des Jahres sah es nicht besser aus, ganz im Gegenteil. Aus der Unternehmen sind 522 Mio. Euro abgeflossen, obwohl sich der Schuldenstand um mehr als 150 Mio. Euro erhöht hat.

Das einzige Argument für die Aktie scheint die hohe Dividendenrendite von knapp 4,9% zu sein. Doch die ist nicht sicher und wurde auch in den beiden Vorjahren gesenkt.

Kurssprung – Metro vor Übernahme?

Der Duisburger Familienkonzern Haniel könnte womöglich bei Metro aussteigen. In einem ersten Schritt wird die EP Global Commerce GmbH 7,3% der Stammaktien kaufen, zudem besteht eine Option auf den Kauf der restlichen 15,2%, die Haniel hält.

Hinter der EP Global Commerce GmbH steht der Milliardär und CEO des tschechischen Versorgers EPH, Daniel Křetínský.

Darüber hinaus scheint man wohl auch mit Ceconomy über einen Verkauf ihrer Metro-Anteile verhandeln. Wie und zu welchen Konditionen eine Transaktion erfolgen könnte, ist allerdings unklar.

Unter dem Strich ist das für die Aktionäre der Metro selbst aber ohnehin ein Nullsummenspiel. Ein Großaktionär wird durch einen anderen ausgetauscht. Der Kurssprung kann also nur auf der Annahme beruhen, dass Křetínský ein Komplettübernahme anstrebt oder den Konzern in eine profitablere richtige Richtung lenken wird.

Was ist aber mit Ceconomy?

Das ist allerdings eher vage und wie so oft könnte die zweite Ebene einer Gleichung die besseren Optionen bieten. Die größten Profiteure könnten am Ende Ceconomy und deren Aktionäre sein.
Beim aktuellen Kurs wären die 10% an Metro immerhin rund 500 Millionen Euro Wert. Da die Marktkapitalisierung von Ceconomy selbst bei nur 2,5 Mrd. Euro liegt, könnte sich der Deal also auszahlen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist übergeordnet klar bärisch und mit dem heutigen Kurssprung in einem Widerstandsband zwischen 14,00 Euro und der oberen Abwärtstrendlinie angekommen.

Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Wert hier zunächst abprallt. Interessante Kaufmarken lägen in diesem Fall allerdings im Bereich zwischen 12,00 und 12,40 Euro. Eventuell zeichnet sich aber bereits nahe 13,00 Euro wieder größeres Interesse ab.

Prozyklische Kaufsignale ergeben sich oberhalb von 14,00 und 14,50 Euro.

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