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Wacker Chemie plötzlich im Rallye-Modus?

Die Wacker Chemie AG mit Sitz in München ist ein global tätiges Chemieunternehmen. Mit 23 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien und 13.800 Mitarbeitern ist man in allen Schlüsselregionen präsent.

Das Unternehmen ist in den vier Sparten Silicones, Polymers, Biosolutions und Polysilicon aufgestellt. Das Kerngeschäft sind jedoch Siliciumprodukte für die Halbleiterindustrie.
Hergestellt werden aber auch Pharmaproteine, Öle, Dichtstoffe, Lackharze, Dispersionspulver und Kieselsäure. Die Produkte von Wacker Chemie finden hierbei Anwendung in zahlreichen Branchen vom Maschinenbau über Nahrungsmittel bis hin zur Medizintechnik und Biotechnologie.

Langfristige Einschätzung

Die Zahlen sind allerdings eher durchwachsen. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz lediglich von 4,30 auf 4,92 Mrd. Euro und war nach 2015 sogar rückläufig.

Gleichzeitig sind die Margen tendenziell gesunken und daher ist auch beim Gewinn kein klarer Aufwärtstrend erkennbar.

Das sind keine Eigenschaften, die man sich für ein langfristiges Investment wünschen würde. Ganz im Gegenteil, die zyklische Natur des Geschäfts und die Abhängigkeit vom Halbleitermarkt machen Wacker Chemie anfällig.

Jüngste Zahlen und Ausblick

In der letzten Analyse wurden die Zahlen zum ersten Quartal bereits besprochen.  Der Umsatz lag mit 1,22 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau, das EBITDA legte jedoch um 11% auf 254,5 Mio. Euro zu. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt.

Inzwischen liegen die Daten zum zweiten Quartal des Geschäftsjahres vor und die sind auf den ersten Blick deutlich erfreulicher ausgefallen. Der Umsatz konnte um 9% auf 1,33 Mrd. Euro gesteigert werden. Das Ergebnis legte von 1,17 auf 1,59 Euro je Aktie zu.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde abermals bestätigt. Wacker Chemie erwartet weiterhin ein Umsatzwachstum im „niedrigen einstelligen Prozentsatz“ und einen Anstieg des EBITDA um „einen mittleren einstelligen Prozentwert“.

Das eigentliche Problem ist aber nach wie vor der Cashflow. Fast der gesamte operative Gewinn fließt direkt in die nächsten Investitionen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wachstum und nachhaltig steigende Gewinne konnten dadurch in der Vergangenheit aber nicht erzielt werden.

Im zurückliegenden Quartal sind sogar mehr als 100 Mio. Euro aus dem Unternehmen abgeflossen. Leider passt diese Tatsache auch in das langfristige Bild.

Fundamentale Bewertung

Der heutige Kurssprung wurde durch ein Upgrade der HSBC ausgelöst. Die Großbank hat Wacker Chemie von hold auf buy gestuft und das Kursziel von 130 auf 150 Euro erhöht.

Es bleibt aber Fakt, dass das Geschäft von Wacker Chemie eine ganze Reihe von Charakteristiken aufweist, die man sich für ein Investment nicht wünscht. Die Branche ist kapitalintensiv und hat niedrige Margen. Der Wettbewerb ist hart und ständig muss investiert werden, um Mithalten zu könnten. Das geht so weit, dass in vielen Jahren sogar Geld aus dem Konzern abfließt.

Es ist also kein Wunder, dass das Votum bereits in der letzten Analyse klar negativ ausfiel. Anschließend brach Wacker Chemie von 150 auf 106 Euro ein. Die Warnung war also angebracht.

Durch den Kurssturz ist die Bewertung aber auch gesunken. Derzeit liegt das KGVe für 2018 bei 17,9.

In Anbetracht der Historie und der Charakteristiken des Geschäfts liegt ein für Investments attraktives Niveau jedoch deutlich niedriger. Aus fundamentaler Sicht kann daher weiterhin keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnischer Ausblick

Aus charttechnischer Sicht ist die Lage etwas aussichtsreicher. Ausgehend von der unteren Aufwärtstrendlinie hat Wacker Chemie einen bullischen Impuls ausgebildet. Gelingt jetzt ein Ausbruch über 130 Euro, wäre der Weg in Richtung 140 Euro frei. Spätestens dort sollte der Wert wieder gen Süden drehen.

Solange der Ausbruch nicht gelungen ist, droht aber ohnehin ein Rückfall auf 120 Euro. Darunter kommt es zu einem Verkaufssignal mit einem möglichen Zielbereich zwischen 106 und 110 Euro.

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