Börsenblick

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DAX: Warum diese Zurückhaltung?

Man blickt hinüber an die Wall Street, wo der technologielastige Nasdaq 100 und der marktbreite S&P 500 im Bereich ihrer Rekordhochs notieren, scheinbar jede Gefahr mühelos vom Tisch wischen … und fragt sich: Wieso klappt das bei uns nicht? Warum fehlen dem DAX zehn Prozent zu seinem bisherigen Rekordhoch, warum zieht er nicht einmal mit, wenn die Bullen an der Wall Street kräftig zulangen?

Diese Zurückhaltung basiert auf mehreren Aspekten. Zum einen darauf, dass man am europäischen Börsenplatz zusätzlich noch die Sorgen um eine wirtschaftlich instabile Türkei und einen wohl recht chaotischen BrExit mit sich herumträgt, zusätzlich zu den völlig offenen Konsequenzen des weiterhin schwelenden Handelsstreits mit den USA. Zum anderen darauf, dass die US-Anleger großenteils fest davon überzeugt sind, dass das Risiko des Handelskriegs für die US-Wirtschaft keines sei.

Kurzfristige Einbußen würden am Ende schnell durch einen klaren Sieg überkompensiert, der die USA wirtschaftlich ebenso wie politisch stärker machen wird denn je. Selbst Anleger, die ansonsten an Trumps Kompetenz zweifeln, trauen ihm zu, dahingehend genau das Richtige zu tun. In Europa, mit einer weniger polarisierten Berichterstattung und dem nötigen Abstand, ist man davon indes ganz und gar nicht überzeugt. Hier dominiert die Sorge, dass der Handelskrieg am Ende nur Verlierer zurücklässt und dass, was man verliert, in seiner Dimension völlig unberechenbar ist. Und noch etwas fehlt dem DAX, was die US-Indizes stützt:

Aktives Handeln großer Adressen, die wissen: Wenn die Wall Street kippen sollte, kippt alles. Die anderen Weltbörsen ebenso wie das US-Wachstum. Denn in den USA steckt so viel Geld der Altersversorgung im Aktienmarkt wie sonst wohl nirgendwo. Also wird im Zweifel gekauft, mit der Brechstange die Flucht nach vorne angetreten. Was auch erklärt, warum die US-Indizes scheinbar nicht einmal allzu sehr auf die kritischen Entwicklungen um die Personalien Cohen und Manafort oder die Inkraftsetzung der nächsten Strafzoll-Welle gegen China zu reagieren scheinen: Kleine Rücksetzer werden sofort „weggekauft“. Diese „Betreuung“ genießt der DAX nicht. Und so bleibt es dabei: Hier kann es jederzeit zu einer Trendwende kommen.

Der Chart auf Wochenbasis zeigt: Das Bild einer potenziellen Schulter-Kopf-Schulter-Trendwende bleibt erhalten. Dass nach dem „Kopf“ jetzt auch die rechte Schulter in sich die Struktur eines Doppeltopps trägt, macht die Sache noch brenzliger: Im Juli kam es wieder zu einem unterhalb des vorherigen liegenden Zwischenhoch. Würde diese Formation durch neue Jahrestiefs (11.727 Punkte) vollendet, wäre zugleich auch noch die 2016er-Aufwärtstrendlinie dahin und ein schneller Abverkauf in Richtung 10.800 Zähler danach keine Überraschung. Was muss passieren, von der Rückkehr des Optimismus abgesehen, um den deutschen Leitindex aus der Gefahrenzone zu bringen?

Chart vom 23.08.2018, Kurs 12.365,58 Punkte, Kürzel DAX

Das zeigt der Chart auf Tagesbasis. Der DAX muss weg von diesem zögerlichen Hin und Her oberhalb des letzten Tiefs, müsste mit Schwung das letzte Zwischenhoch überwinden, den Bann tieferer Zwischenhochs damit brechen. Damit würden die Rückeroberung von 20-Tage- und 200-Tage-Linie ebenso einhergehen wie der Anstieg über die derzeit noch bei 12.950 Punkten abwärts laufende, übergeordnete Abwärtstrendlinie vom Januar. Und wie stehen die Chancen hierfür? Angesichts unerfreulicher Nachrichten wie von Bayer oder Continental und dem Damoklesschwert des Handelskriegs in Kombination mit einer weit weniger blauäugigen Wahrnehmung der Realität als in den USA: nicht gerade ideal. Momentan „gehört“ der DAX definitiv noch den Bären.

Chart vom 23.08.2018, Kurs 12.365,58 Punkte, Kürzel DAX

 

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