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TecDAX: Klopfet, so wird euch aufgetan?

Je öfter eine Widerstandszone von den Bullen angelaufen wird, desto größer wird die Chance, dass sie irgendwann bezwungen wird, weil die Verkäufer ihren Widerstand aufgeben. Und je öfter im Vorfeld „angeklopft“ wird, desto intensiver wird die Rallye im Anschluss an den Ausbruch nach oben, weil die Verteidiger der Hürde immer wieder auf der Short-Seite dagegen halten mussten. Damit werden deren dort leer verkaufte Positionen oder Short-Positionen im Future immer größer. So groß, dass sie ihre Stoppkurse knapp über die umkämpfte Hürde legen müssen, um die Verluste in Grenzen zu halten, falls sie doch überrannt werden. Die dann bei Auslösung der Stopps nötigen Eindeckungen der Bären intensivieren den Ausbruch daher noch. Soweit die durchaus oft zutreffende Theorie.

Aber das gelingt nicht immer. Es finden sich durchaus Fälle, bei denen eine Widerstandszone trotz mehrfacher Belagerung nicht fällt, sondern die Kurse kräftig nach unten abdrehen und dieser Widerstand dadurch nur noch massiver wird. Es stellt sich derzeit die Frage, welche Variante für den TecDAX gelten wird. Gar so leicht, wie sich das mancher immer noch vorstellen dürfte, wird es in jedem Fall nicht, denn:

Davon abgesehen, dass die Saison der Quartalsbilanzen keineswegs nur positive Ergebnisse brachte, ist der Glaube, dass Technologietitel, wie sie im TecDAX vereint sind, die Folgen einer Eskalation des Handelskrieges ebenso wenig zu spüren bekämen wie eine Beeinträchtigung der EU-Wirtschaft durch eine wirtschaftlich instabiler werdende Türkei, nicht mehr als das: eine Hoffnung, die ohne logisches Fundament auskommen muss. Hinzu kommt, dass auch dem Aufwärtstrend des Index selbst ein wichtiges, tragendes Element fehlt:

Die nötige Marktbreite. Nur 15 der 30 Aktien notierten aktuell über ihrer 200-Tage-Linie. Da geht es gar nicht darum, dass die Mehrzahl der TecDAX-Titel an mehrjährigen Hochs notieren müsste, wenn der Index selbst solche Hochs angelaufen hat. Diese Zahl weist aus, dass nur die Hälfte der Index-Werte auch nur einen mittelfristigen Aufwärtstrend vorzuweisen hat. Kurz: Die Marktbreite dieser Aufwärtsbewegung ist schwach. Zu wenige Aktien tragen diesen Anstieg. Das macht ihn anfällig für Rückschläge. Denn die Säulen der Hausse werden immer weiter gekauft und damit immer teurer. Was irgendwann zu einem Punkt führt, an dem die schwachen Aktien schwach bleiben, die starken Aktien aber zu teuer sind und damit jederzeit durch kräftige Gewinnmitnahmen unter Druck kommen und den Index kippen können.

Chart vom 22.08.2018, Kurs 2.936,41 Punkte, Kürzel TDX

Bevor der TecDAX die jetzt belagerte Widerstandszone zwischen dem Hoch des 15. Juni bei 2.950 Punkten und dem bisherigen Jahres-Verlaufshoch vom 27. Juli bei 2.971 Punkten nicht mit Schlusskursen über der runden Marke von 3.000 Punkten glaubwürdig nach oben verlassen hat, wäre daher hinsichtlich neuer Long-Trades Vorsicht geboten.

Ein erneutes Scheitern an dieser Hürde muss aber nicht automatisch eine aussichtsreiche Short-Trading-Chance bedeuten. Wirklich gescheitert wäre das Bullen-Lager erst, wenn mit dem letzten markanteren Tief von Ende Juni bei 2.625 Punkten auch die darüber wartenden Zwischenhochs vom Januar und März sowie die 200-Tage-Linie erneut unterboten würden.

Chart vom 22.08.2018, Kurs 2.936,41 Punkte, Kürzel TDX

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