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Continental: Fataler Reifenplatzer!

Ein Minus von dramatischen 13,19 Prozent bei der Continental-Aktie konnte dem DAX zwar am Mittwoch nicht allzu sehr schaden, da die Aktie mit knapp 2,1 Prozent Gewichtung eher zu den Leichtgewichten im Index gehört. Aber es sorgte dafür, dass man zumindest bei den Automobilwerten sicherheitshalber ebenfalls den Kopf einzog. Denn Continental lancierte am Morgen eine Umsatz- und Gewinnwarnung, kappte die eigene Prognose für das laufende dritte Quartal und das Gesamtjahr.

Dabei wirkt die Reduzierung der Prognose auf den ersten Blick recht harmlos, diese extreme Reaktion überzogen. Denn die Umsatzerwartung wurde von zuvor 47 Milliarden Euro für das Gesamtjahr auf 46 Milliarden zurückgenommen. Gut zwei Prozent weniger also – das ist doch eigentlich nicht dramatisch? Eigentlich nicht, aber: Die Gewinnmarge sieht Continental jetzt bei etwas über neun statt zuvor leicht über zehn Prozent.

Das ist schon problematischer, denn wenn man damit etwa zehn Prozent weniger Gewinnspanne bei etwa zwei Prozent weniger Umsatz erwarten muss, ist das schon ein Wort. Und dann wären da noch einige unangenehme Erlebnisse wie z.B. bei OSRAM, wo einer Gewinnwarnung relativ bald eine weitere folgte. Die Sorge geht um, dass es bei dieser vorläufigen Reduzierung der Prognosen nicht bleiben wird. Zu Recht?

Expertenmeinung: Sicher absehbar ist das zwar nicht. Aber wenn man sich überlegt, dass der Euro im Saldo seit Monaten eher nach unten tendiert, damit die Gewinnspannen der international operierenden Unternehmen wie Continental stützt und man dort dennoch die Erwartungen herunternimmt, ist der Gedanke, dass das substanzielle Wachstum nachlässt, sich womöglich ins Negative verkehrt, nicht von der Hand zu weisen. Zumal Continental im Zuge der Prognosesenkung auch deutlich machte, dass der wechselkursbedingte Druck nicht an dieser Senkung Schuld war.

Und über Continental als Automobilzulieferer im Bereich Reifen und Fahrzeugtechnik schwebt natürlich auch das Damoklesschwert möglicher US-Strafzölle. Würden die hinzukommen, wäre eine weit deutlichere Scharte in der Bilanz zu erwarten. Zwar ist völlig offen, ob es dazu kommt. Aber derzeit haben die Bären den Vorteil einer gekippten Stimmung. Für sie ist es ideal, dass man nicht sicher absehen könnte, ob es nicht doch zu diesen Strafzöllen kommt. Damit steht nach dem Anfang August erfolgten Bruch der langfristigen, aus dem Jahr 2011 stammenden Aufwärtstrendlinie jetzt auch noch die Vollendung eines gewaltigen Topps an:

Sollte die Aktie das Jahrestief 2016 bei 158,20 Euro signifikant durchbrechen, würde die nächste, markantere Auffanglinie erst um 137 Euro in Form des Jahrestiefs 2014 warten. Die Bären haben hier jetzt durch die aufkommende Angst freie Bahn. Und viel fehlt nicht mehr, um dieses 2016er-Tief zu durchschlagen, wie Sie in diesem langfristigen Chart auf Wochenbasis sehen können!

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