Börsenblick

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S&P 500: Fake Highs?

Das beste Mittel, um in kritischen Situationen zu verhindern, dass die Anleger unruhig werden, womöglich sogar aussteigen und dadurch für Probleme bei den großen Fonds, Pensionskassen und Hedgefonds sorgen, ist ihnen zu suggerieren, dass es überhaupt keinen Grund gibt, nervös zu werden. Und das erreicht man, indem man wichtige Chartmarken, an denen die Kurse im Fall negativer Nachrichten nach unten abdrehen könnten, im Vorfeld mit dem nötigen Kapitaleinsatz überwindet. Wofür auch mal eine ganze Menge Kapital nötig sein kann, wenn es um große Indizes wie den marktbreiten S&P 500 geht. Aber wenn dieser „Kniff“ gelingt, lohnt es den Aufwand.

Denn mit nennenswert fallenden Kursen hieße es vor allem für diese vorgenannten „großen Adressen“: mitgegangen, mitgehangen. Denn viele große Fonds und Hedgefonds an der Wall Street haben Portfolios, die derart gigantisch sind, dass der Versuch, da drei, vier Prozent mehr Barbestand aufzubauen durch die schiere Masse der dann auf den Markt kommenden Aktien den Kurseinbruch verursachen würde, dem man eigentlich entkommen will. Also bleibt nur die altbekannte, weil in den letzten Jahren immer wieder angewandte Methode der „Flucht nach vorne“. Aber:

Ginge das schief, würden die Anleger trotzdem ihr Heil in der Flucht suchen, wäre der Schaden immens, denn dann hätten diese großen Adressen ausgerechnet „oben“ auch noch zusätzlich Material eingesammelt, das sie dann mangels Käufern in fallende Kurse nicht mehr loswürden. Ein Vabanque-Spiel, das trotzdem immer wieder gewagt wird. Einfach, weil es meistens funktioniert. Diesmal auch?

Das werden wir womöglich schon heute Abend, spätestens aber am Donnerstag, wissen. Denn diese „Gutes-Wetter-Rallye“ zielt auf die heute anstehenden Gespräche zwischen einer chinesischen Delegation und US-Offiziellen zum Thema Handelsstreit ab. Aber hätten die das Potenzial, den S&P 500-Index über die „große Hürde“ zu heben? Diese Gespräche, die ersten seit vielen Wochen, dürften eher Sondierungen sein, da sie nicht auf höchster Ebene ablaufen. Mehr als Willensbekundungen könnten dabei nicht herauskommen – und damit wäre die Eignung blumiger Worte im Anschluss an das Treffen als Treibsatz für neue Hochs eher fraglich. Was also wurde versucht:

Man versuchte, diese positive Indikation für den marktbreiten S&P 500-Index bereits vorher zu generieren, indem das bisherige, Ende Januar generierte Rekordhoch von 2.872,87 Punkten überwunden wird. Aber Sie sehen es in den Charts: Dieser Versuch misslang. Bis 2.873,23 Punkte lief der Index, erreichte also ein 0,36 Zähler höher liegendes Rekord-Verlaufshoch – und setzte zurück. Nicht weit, zumal am Ende dennoch ein Plus von immerhin 0,21 Prozent stand. Aber jetzt ist man darauf angewiesen, dass nicht diese „Fake Highs“ im Vorfeld die Anleger bei Laune halten, sondern das Ergebnis dieser Gespräche zum Thema Handelskonflikt selbst. Das ist eine extrem spannende Ausgangslage, denn das kann bedeuten, dass es heute oder morgen um „Sekt oder Selters“ geht.

Chart vom 21.08.2018, Kurs 2.862,96 Punkte, Kürzel SPX

Wäre die Reaktion auf diese Gespräche negativ, könnte das gerade wegen des angelaufenen, aber nicht überbotenen Hochs vom Januar kräftige Gewinnmitnahmen auslösen. Und allzu viel Abgabedruck können sich die Bullen nicht leisten, denn die beiden mittelfristig entscheidenden Linien, die 200-Tage-Linie bei 2.720 und die 2016er-Aufwärtstrendlinie bei 2.760 Punkten, kommen näher, wie Sie im Chart auf Wochenbasis sehen. Welche Chartmarken wären da wichtig, welche Linien müssen halten, um die grundsätzlich bullische Tendenz zu erhalten?

Da steht die Zone aus den Zwischenhochs vom Februar, März und Juni zwischen 2.789 und 2.802 Punkten im Fokus, zumal dieser Bereich derzeit zusätzlich durch die 20-Tage-Linie verstärkt wird. Diese Zone, gerade erst in der vergangenen Woche erfolgreich verteidigt, muss halten – ansonsten dürfte die 200-Tage-Linie bei 2.720 Punkten schnell wieder in Reichweite gelangen und die Bullen in höchste Not bringen.

Chart vom 21.08.2018, Kurs 2.862,96 Punkte, Kürzel SPX

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