Börsenblick

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Euro Stoxx: Zwischen Bangen und Hoffen

Derzeit gibt es einfach zu viele Fragezeichen, die den Investoren den Blick auf eine klare Perspektive bis zum Jahresende verbauen. Das Wachstum in der Eurozone scheint nachzulassen. Ist das bereits eine Folge des sich abkühlenden Klimas zum wichtigen Handelspartner USA? Oder käme dieser Effekt noch hinzu, sollte sich der Handelsstreit verschärfen? Und wird er das? Viele setzen in die in dieser Woche geplanten neuen Gespräche zwischen den USA und China Hoffnung. Würde man da eine Annäherung erreichen, die diesen Namen verdient, warum sollte das auch nicht für die EU gelingen? Andererseits ist bislang auf das scheinbar Weichen stellende Gespräch zwischen Donald Trump und Jean-Claude Juncker hin nichts passiert. Und zusätzlich wirkt die Entwicklung in der Türkei wie ein Damoklesschwert, das jederzeit auf die EU heruntersausen könnte. Zeitpunkt und dann zu erwartender Schaden: unbekannt.

Die einen hoffen, dass die bislang vor allem verbalen Aktivitäten der türkischen Regierung schnell greifen. Die anderen fürchten, dass die Lawine dort längst nicht mehr aufzuhalten ist und die Beeinträchtigung des Wachstums in der EU durch eine kippende türkische Wirtschaft größer ist, als die Experten in den Medien zugeben wollen. Dass die türkische Lira nach der auf den „Crash“ vom 10./13. August folgende Gegenreaktion schon wieder nachzugeben beginnt, scheint den Skeptikern Recht zu geben. Andererseits wäre da noch der am Freitag absolvierte Verfalltermin. Dass diese Abrechnung der Optionen über die Bühne ist, wirkt kurzfristig stützend, denn:

Expertenmeinung: Es war deutlich erkennbar, dass das Ziel der großen Akteure am Terminmarkt war, die Optionen auf den Euro Stoxx am unteren Ende der Handelsspanne zu erreichen. Nach oben war im Gegensatz zu den US-Indizes keine Chance, also probierte man es auf der Unterseite. Das gelang. Aber die zum Drücken des Marktes eingesetzten Positionen, vornehmlich in den Futures, waren am Montag, nach Erreichen des Ziels, überflüssig. Dass der Euro Stoxx zum Wochenstart ohne andere, zwingend die Kurse antreibende Nachrichten um immerhin 0,6 Prozent zulegte, dürfte vor allem auf der kurstreibenden Eindeckung solcher Short-Trades basiert haben. Erfreulich für die Bullen ist, dass es dadurch gelang, den Bruch des zuvor gefährdeten Juni-Tiefs (3.341 Punkte) zu verhindern. Und sollte der Euro Stoxx weiter zulegen, hätten die Bullen zumindest von der Markttechnik her Rückendwind:

Der Stochastik-Oszillator, unten im Chart eingeblendet, dreht gerade in der überverkauften Zone aufwärts, würde bei einem Kaufsignal reichlich Spielraum nach oben suggerieren. Doch den bräuchte der Index auch, denn um mehr zu erreichen als nur an das obere Ende der Handelsspanne der letzten Wochen zu laufen, müsste er diese klar nach oben verlassen. Das hieße: Schlusskurse klar über 3.541 Punkten. Ein vom aktuellen Niveau aus weiter Weg, zumal dazu dann die 20-Tage- sowie die 200-Tage-Linie ebenso wie die Januar-Abwärtstrendlinie bezwungen werden müssten, die sich den Bullen allesamt noch unterhalb dieser Hürde bei 3.541 Zählern in den Weg stellen würden. Da einen Ausbruch nach oben zu schaffen, bedarf mehr als vager Hoffnungen. Da hätten die Bären trotz des gestrigen Zugewinns das leichtere Spiel: Würde der Euro Stoxx das Juni-Tief durchschlagen, wäre der Weg nach unten erst einmal frei.

Chart vom 20.08.2018, Kurs 3.393,67 Punkte, Kürzel SX5E

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