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CANCOM: Das dürfte die Bären locken

CANCOM ist ein Unternehmen, das im Bereich IT-Lösungen und E-Commerce operiert. Ein Metier, das Wachstum verheißt. Und in der Tat ist das Umsatzwachstum von CANCOM in den letzten Jahren von beeindruckender Dynamik und Stetigkeit. Auch 2018 und 2019 soll das so bleiben, die Analysten erwarten im Schnitt einen Umsatzzuwachs von zwölf Prozent im laufenden und von knapp zehn Prozent im kommenden Jahr. Hinsichtlich der Gewinne liegt man sogar ein wenig höher, zwischen 15 und 20 Prozent soll der 2018 und 2019 zulegen, die Gewinnmarge also leicht zunehmen. Das mag so gar nicht zu der heftigen Abwärtsbewegung passen, die die CANCOM-Aktie seit einigen Wochen vollzieht.

Doch das passt durchaus, wenn man sich eines Aspekts erinnert, der im Zuge der Ergebnisse des zweiten Quartals bei vielen unternehmen, ob hierzulande oder an der Wall Street, auftrat: überzogene Erwartungen. Das Wachstum lief in den letzten Jahren so dynamisch, dass viele Investoren diese Entwicklung einfach mit dem Lineal in die Zukunft fortschreiben. Und die großen Hoffnungen, die an Donald Trumps Programme wie die Steuerreform geknüpft wurden, förderten diese Tendenz noch. Da kommt es eben leicht dazu, dass „gut“ auf einmal nicht mehr gut genug ist – und das traf auch die CANCOM-Aktie. Der Chart zeigt:

Expertenmeinung: Zwischen Mai 2017 und Mai 2018 hatte sich die Aktie im Kurs glatt verdoppelt. Das deutet auf eine hohe Erwartungshaltung hin. Eine zu hohe, wie sich bereits Mitte Mai erstmals zeigte. Kurz vor der dort erfolgten Veröffentlichung der Ergebnisse zum ersten Quartal hatte die Aktie mit 52,60 Euro ein Rekordhoch markiert. Das Ergebnis war tadellos, die seit drei Monaten bekannte unternehmenseigene Prognose wurde bestätigt … aber das war vielen eben zu wenig, die Aktie sackte durch. Anfang Juli fand sie knapp über 42 Euro einen Boden – und schon ging die Reise erneut nach oben, das bisherige Rekordhoch wurde angesteuert. Aber er wurde nicht erreicht. Das brachte offenbar die ersten Akteure dazu, im Vorfeld der am 13. August erwarteten Halbjahresergebnisse vorsichtiger zu werden. Zu Recht, denn wieder war gut nicht gut genug: Umsatz und Gewinnanstieg lagen im Rahmen der Analystenerwartungen, der eigene Ausblick wurde ein weiteres Mal bestätigt.

Trotzdem fiel CANCOM, nachdem das Zahlenwerk am 13. August für ein immerhin moderates Plus sorgte, gleich am Folgetrag kräftig. Das führte zum Bruch der in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis blau eingezeichneten 200-Tage-Linie, zur Vollendung eines Doppeltopps und zum Aufsetzen auf der aus dem vergangenen Sommer stammenden, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Sollte diese bei 40 Euro verlaufende Linie signifikant brechen, indem CANCOM unter dem Vorwochentief von 38,78 Euro schließt, läge die nächste nennenswerte Auffanglinie bei 33,25 Euro. Ein verlockendes Abwärtspotenzial für die Bären. Und man müsste die Aktie jetzt nur noch über die Klippe schubsen. Man sollte aber, was das Abwärtspotenzial angeht, im Hinterkopf behalten, dass CANCOM kein Unternehmen ist, das wirklich seine Prognosen verfehlt, auf dem absteigenden Ast wäre. Es sind nur zu hohe Erwartungen, die jetzt „Luft“ aus dem Kurs herauslassen. Damit wäre das Abwärtspotenzial hier nicht so umfassend, wie es das bei einer wirklich schwachen Entwicklung des Unternehmens wäre.

Chart vom 20.08.2018, Kurs 39,58 Euro, Kürzel COK

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