Börsenblick

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DAX: Bremst der „Hexensabbat“ den Index?

Als am vergangenen Freitag die türkische Lira in den freien Fall überging, zog man am deutschen Aktienmarkt den Kopf ein. Denn die Sorge, dass die Türkei im Fall eines wirtschaftlichen Kollapses dort einen ähnlichen Ansteckungs- bzw. Dominoeffekt haben könnte wie damals Griechenland, ist nicht ganz von der Hand zu weisen. In dieser Woche rutschte auf einmal der chinesische Yuan zum US-Dollar in die Tiefe. Und erneut ging der DAX in die Knie, weil auch das etwas mit sich bringt, was auf Aktienmärkte immens toxisch wirkt: unabsehbare Folgen.

Binnen vier Handelstagen gingen über 500 Punkte verloren. Gestern gab es indes eine leichte Gegenbewegung. Bildet sich hier, knapp über der Unterstützung in Form des Juni-Tiefs bei 12.104 Punkten ein Boden aus? Bauen Marktteilnehmer darauf, dass die für die kommende Woche vermuteten Gespräche zwischen den USA und China eine Eskalation des Handelskriegs verhindern und die Maßnahmen, welche die Türkei ergreifen will, um die Lira zu stabilisieren und die Inflation zu stoppen, greifen? Die Antwort ist eine Gegenfrage: Warum sollten sie das glauben?

Expertenmeinung: Weder Präsident Erdogan noch Präsident Trump neigen dazu, freundliche, der Vernunft gehorchende Kompromisse einzugehen. Was in beiden Fällen aber die Voraussetzung für eine Beruhigung der Lage wäre. Etwas Handfestes, das darauf bauen ließe, dass die kommenden Monate keine ernsthaften Probleme für die Weltwirtschaft bringen werden, gibt es nicht.

Die vagen Willensbekundungen aller möglichen Konfliktparteien hören wir seit Monaten, bewegt hat das bis jetzt nichts. Das Argument, der Optimismus sei zurückgekehrt, nachdem der DAX noch einen Tag zuvor weggebrochen ist, zieht also nicht. Was indes sicherlich „zog“, war die Wall Street. Dort schoss der Dow Jones massiv nach oben. Angeblich, weil Einigungen mit China und der Türkei nahe seien. Aber wie gesagt: Das ist nicht glaubwürdig.

Und richtet man den Blick auf den Kalender, kommt einem ein deutlich realistischerer Grund in den Sinn: Heute ist Abrechnungstermin für Optionen an der Terminbörse. Das dürfte es vor allem sein, was den Dow Jones gestern so extrem höher zog. Aber da der DAX keine Chance hatte, das obere Ende seiner Handelsspanne seit dem letzten „Hexensabbat“, wie man diese Termine auch nennt, zu erreichen, dürfte hier das Interesse, den Index am unteren Ende der Spanne in die Abrechnung zu schicken, hoch gewesen sein.

Vom Misstrauen ob dieser so offensichtlichen auf die heutige Abrechnung fixierten Rallye der US-Börsen abgesehen dürfte dieser Abrechnungstermin den DAX eher ausgebremst als gestützt haben. Aber das heißt nicht, dass er ab Montag, befreit vom Druck der Terminbörse, nach oben davonziehen muss. Nach solchen Hexensabbats werden die Karten neu gemischt. Und auch, wenn der Index zwischen 12.104 und 11.727 Punkten auf gleich mehrere grundsätzlich tragfähige Unterstützungen trifft, wäre es keineswegs ausgeschlossen, wenn er seine Abwärtsbewegung in der kommenden fortsetzen würde.

Chart vom 16.08.2018, Kurs 12.237,17 Punkte, Kürzel DAX

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