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Wirecard: Wird dieser Rücksetzer als Chance gesehen?

Die Aktie des Bezahlsysteme-Spezialisten Wirecard zeigt insbesondere seit Anfang April ein derartig starkes aufwärts-Momentum, dass Rücksetzer von vielen grundsätzlich als Chance gesehen werden, billiger in die Aktie hineinzukommen, bevor sie das nächste Rekordhoch ansteuert.

Gerade erst am Dienstag wurde eine solche neue Bestmarke mit 172,15 Euro erreicht. Am Mittwochabend notierte die Aktie jedoch auf einmal gut elf Euro niedriger – und das ohne negative Nachrichten, die das Unternehmen betroffen hätten. Und Wirecard würde man auch nicht in der ersten Reihe von Unternehmen ansiedeln, die hinsichtlich Türkei-Krise, Handelskrieg oder ungeordnetem BrExit besonders betroffen wären.

Dieses Minus von 5,34 Prozent, das die Aktie am Mittwoch wegzustecken hatte, basierte vor allem darauf, dass viele Investoren dann, wenn die Lage ernst wird und die Nerven beben, lieber Gewinne mitnehmen als Verluste realisieren, wenn es darum geht, die Barreserven hochzufahren. Und auf dieser Aktie, die noch am Mittwochmorgen ganz nahe am Verlaufsrekord des Vortags in den Handel ging, ist reichlich „Speck“, von dem man da zehren könnte. Ist der Umkehrschluss zulässig, dass Aktien wie Wirecard dann auch zu den ersten gehören, die wieder eingesammelt werden, wenn die Nervosität am Markt nachlässt?

Expertenmeinung: Wenn diese Prämisse erfüllt ist, sprich die Nerven der Investoren sich zügig beruhigen, weil die befürchteten negativen Entwicklungen nicht eintreten, ja. Aber das muss nicht bedeuten, dass ein schwacher Tag reicht, um die Käufer zurückzuholen, das hat die scharfe Korrektur von Mitte bis Ende Juni gezeigt. Und um als „billig“ zu gelten, auch aus Sicht des Kurs/Gewinn-Verhältnisses für den Einstieg lukrativ zu sein, wäre ein kleiner Rücksetzer wie dieser noch zu dünn, denn das KGV liegt selbst für die für 2019 prognostizierten Gewinne um 40, für die 2018er-Gewinne bei ca. 55.

Auch, wenn die Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn beeindruckend sind, ist das kein Schnäppchen. Denn eine solche Bewertung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn dieses Wachstumstempo auch über 2019 hinaus lange fortgesetzt werden könnte. Und das kann man zwar hoffen, aber nicht wissen.

Fazit: Es kann zwar sein, dass der Umstand, dass das markante, damalige Rekordhoch vom 15. Juni bei 158,10 Euro nahe ist und die 20-Tage-Linie nur sehr knapp unterboten wurde, die ersten Akteure jetzt bereits zum Kauf bewegt. Aber dass dann nicht doch noch Druck nachkommt, wäre nur zu unterstellen, wenn die Gründe für die Nervosität am Markt umgehend verschwinden würden. Und darauf zu setzen, wäre verwegen. Auf der sichereren Seite stünde man, wenn man abwarten würde, bis der gerade erst in der überkauften Zone auf Verkauf gedrehte Stochastik-Oszillator zumindest in die Mitte des neutralen Sektors, in eine Region zwischen 40 und 60, korrigiert hat. Dann ließe es sich im Fall überzeugend vereidigter charttechnischer Unterstützungen über den Einstieg nachdenken.

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