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S&P 500: Kann man wirklich jedes Risiko „wegkaufen“?

Ein Präsident im Urlaub hindert diesen nicht, sich via Twitter weiterhin mit dem Rest der Welt anzulegen. Die Konsequenz war, dass zuerst die türkische Lira zum US-Dollar in die Tiefe stürzte und danach der chinesische Yuan. Und das führte dazu, dass der US-Dollar allgemein teurer wurde, auch zum Euro kräftig anzog. Das mag primär daran liegen, dass die Devisentrader befürchten, dass die Eurozone von der Entwicklung in der Türkei angesteckt werden könnte und deswegen Euros auf den Markt werfen. Aber der Effekt für die US-Unternehmen ist eine durch einen festen US-Dollar verursachte Eintrübung der Exportperspektive, egal, wo die Ursache dieser Entwicklung liegen mag.

Da kann das US-Wachstum aktuell noch so stattlich wirken, bei einem deutlich anziehenden US-Dollar gegenüber den Währungen der ärgsten wirtschaftlichen Konkurrenten China und Europa könnte es damit schnell vorbei sein. Und das ist den US-Anlegern durchaus bewusst. Dafür hält sich der marktbreite S&P 500-Index noch relativ wacker, immerhin ist er trotz des Minus des Mittwochs nur knapp zwei Prozent vom bisherigen Verlaufsrekord bei 2.872 Zählern entfernt. Aber der Grund für diese Stabilität muss nicht in sturem Optimismus liegen, es kann auch das Gegenteil sein, denn wie heißt es doch unter den alten Hasen:

Expertenmeinung: Angst kauft, Panik verkauft. Den Index stabil zu halten heißt, ihn von den entscheidenden Unterstützungen fernzuhalten, die auf keinen Fall brechen dürfen, weil das eine Lawine auslösen würde. Die im Chart dick grün markierte, im April 2017 entstandene mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei 2.660 und die 200-Tage-Linie bei 2.712 Punkten sind da die wichtigsten Marken. Daher wird jede kleine Unterstützung über diesen Linien verbissen verteidigt. Ein Phänomen, das an der Wall Street eher die Regel denn die Ausnahme ist. Vor allem, weil es in den vergangenen Jahren meistens funktioniert hat. Sobald es gelungen ist, wichtige Unterstützungen zu verteidigen, werden viele Akteure sofort wieder optimistisch, wischen Risiken einfach vom Tisch.

Aber wenn die Gefahrenmomente zu zahlreich und zu erdrückend werden, geht so etwas schief, dann kann es zu genau der Lawine durch überrumpelte Dauer-Optimisten kommen, die man zuvor „wegkaufen“ wollte. Kommt es diesmal so? Die Risiken hätten das Zeug dazu, aber welcher tropfen einen Brunnen überlaufen lässt, weiß man nie sicher vorher. Nachdem die in den Tagen zuvor verteidigte 20-Tage-Linie am Mittwoch nicht gehalten werden konnte, gelang es immerhin, die darunter verlaufende Supportzone 2.789/2.082 Punkte zu verteidigen. Knapp darunter, bei 2.775 Zählern, verläuft die Mai-Aufwärtstrendlinie. Dann jedoch ginge es gleich ans Eingemachte, dann stünden 200-Tage-Linie und mittelfristiger Aufwärtstrend an. So gesehen können sich die Verteidiger nicht mehr viele brechende Auffanglinien leisten.

Und dass der S&P 500 zuvor an seinem bisherigen Rekordhoch abdrehte, indem er eine „Inselumkehr“ produzierte, die auch dadurch entstand, dass ausgerechnet direkt unter diesem Rekordlevel von 2.872 Punkten plötzlich keinerlei Kaufinteresse mehr vorlag, dürfte denen, die beim ersten Anzeichen nachhaltigerer Schwäche auf die Short-Seite wechseln würden, nicht entgangen sein. Ob es auch diesmal gelingen wird, dunkle Wolken durch sture Käufe einfach hinter dem Vorhang eines stabilen Trends zu verstecken, ist also noch keineswegs entschieden.

Chart vom 15.08.2018, Kurs 2.818,37 Punkte, Kürzel SPX

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