Börsenblick

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Tesla: Nein, das ist kein sicherer Gewinn!

Spekulativ war die Tesla-Aktie schon immer. Aber jetzt ist sie zu einem glühend heißen Eisen geworden. Denn so langsam nimmt die Zahl derjenigen Marktteilnehmer zu, die hier so ziemlich alles infrage stellen. Anfang des Monats schien noch alles in relativ geregelten Bahnen zu verlaufen. Nachdem Tesla-CEO Elon Musk das Versprechen, bis Ende Juni 5.000 Stück des als „Cash Cow“ entscheidenden „Model 3“ zu bauen, seinen Angaben nach eingelöst hatte, kamen am 2. August die Zahlen zum zweiten Quartal. Die konnten zwar die Zweifel derer, die ohnehin skeptisch waren, ob Tesla wirklich imstande sein wird, nachhaltig und deutlich die Gewinnzone zu erreichen, nicht ausräumen.

Aber das Zahlenwerk war gut genug für diejenigen, die an eine gewinnträchtige Zukunft des Unternehmens glaubten, um den Kurs markant nach oben zu ziehen. Und zunächst schien es, als wäre da noch einiges mehr zu holen, als Tesla-CEO Musk am 7. August überraschend per Twitter verkündete, er strebe ein „Delisting“ der Aktie an, also eine Privatisierung des Unternehmens. Und jeder, der da nicht mehr dabei bleiben wolle, könne seine Tesla-Aktien zu sagenhaften 420 US-Dollar an Tesla zurückgeben. Zu einem Kurs also, der gut 30 US-Dollar über dem bisherigen Rekordhoch von 389 US-Dollar liegt. Aber diese 420 US-Dollar wurden nicht erreicht. Wieso nicht? Selbst bei 400 US-Dollar einzusteigen würde doch einen sicheren Gewinn bis zu dieser „Rücknahme-Marke von 420 US-Dollar bedeuten. Oder nicht?

Expertenmeinung: Die Investoren trauen der Sache nicht. Elon Musks Weg, eine für das Unternehmen entscheidende Maßnahme über Twitter zu kommunizieren, ist schon seltsam genug. Doch anscheinend wurde der Verwaltungsrat von Musks Wünschen überrascht. Der sei, so Musk, von ihm am 2. August informiert worden. Einen Tag nach Veröffentlichung der Quartalsbilanz und eben nicht davor. Seltsam genug. Aber Musk erklärte auch noch, er habe bereits am 31. Juli mit den saudi-arabischen Staatsfonds gesprochen, der eine Privatisierung unterstützen würde. Also bevor er überhaupt seinen eigenen Vorstand informierte.

Offen ist zudem die entscheidende Frage, woher Tesla das Geld nehmen wollte, würden zu viele Anleger ihre Aktien vor dem Abschied vom Börsenhandel und damit auch vom Abschied von den strengen, der Sicherheit der Anleger dienenden Regularien zurückgeben. Da ginge es im Fall eines Rücknahmepreises von 420 US-Dollar um 75 Milliarden US-Dollar. Die Tesla nicht hat. Aber Musk behauptet, die Finanzierung sei gesichert … zumal er zu wissen glaubt, dass zwei Drittel der Anleger Tesla treu bleiben würden. Eine reine Behauptung. Hier gibt es viele Ungereimtheiten. Daher stieg die Aktie zwar am Tag von Musks Tweet am 7. August, blieb aber weit von der 420 Dollar-Marke entfernt.

Der Kurs lief bis 387 US-Dollar, also bis knapp unter das bisherige Verlaufshoch von 389 US-Dollar vom September 2017 – und drehte ab. Am Dienstag lag die Aktie bereits 40 US-Dollar tiefer – und über 70 US-Dollar unterhalb des angeblichen Rücknahme-Preises von 420 US-Dollar. Dass bekannt wurde, dass sich die SEC, die US-Börsenaufsicht, für Tesla interessiert, tat ein Übriges, die Marktteilnehmer vorsichtig werden zu lassen. Und das ist unverändert angebracht. Sollte Tesla unter 328 US-Dollar schließen und dadurch die durch die Quartalszahlen entstandene Kurslücke zu schließen beginnen, wäre hier sogar eine Trading-Chance auf der Short-Seite geboren.

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