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Delivery Hero: Ein Held mit Konditionsschwäche

Der international operierende Mahlzeiten-Lieferdienst und Liefer-Vermittler Delivery Hero hat bereits eine steile Karriere hinter sich. Im Juli 2017 ging das Unternehmen an die Börse; kaum ein Jahr später, im Juni 2018, war Delivery Hero bereits Mitglied im ehrenwerten MDAX. Seither stieg die ohnehin im Aufwärtstrend befindliche Aktie immer weiter, bis sie sich Ende Juli gegenüber dem Tief des ersten Handelstages im Kurs verdoppelt hatte. Dabei war es keineswegs die rasante Steigerung der Gewinne, die die Anleger zum Einstieg lockte.

Wenn, war es der konstante und schnelle Umsatzzuwachs, denn Delivery Hero verdient bislang keinen Cent, macht im Gegenteil Verlust. Im Zuge der am 2. August veröffentlichten Halbjahresbilanz konnte man zwar mit einem Umsatzanstieg um beeindruckende 48 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum aufwarten. Aber eine EBITA-Marge von -15 Prozent ließ so machen Anleger trocken schlucken. Da muss einiges passieren, um aus einem derzeit noch so defizitären operativen Geschäft heraus in die schwarzen Zahlen vorzustoßen. Das hat Delivery Hero auch vor, aber:

Expertenmeinung: Delivery Hero teilte im Zuge der Bilanzdaten mit, dass man 80 Millionen Euro zusätzlich investieren werde, um den derzeitigen Boom auf dem Essens-Liefermarkt zu nutzen und somit schneller wachsen zu können. Deshalb werde sich indes das Ziel, im Jahr 2019 die „schwarze Null“ zu erreichen, nicht halten lassen. Das wirkt ein wenig wie die Geschichte von amazon.com. Auch dort wurde zuerst einmal viele Jahre investiert, auf eine starke, dominante Marktstellung hingearbeitet und erst dann begonnen, Gewinne zu erwirtschaften. Nur kann Delivery Hero dabei so erfolgreich sein wie amazon.com, muss es aber nicht, noch ist das eben nicht absehbar. Diese Aktie wirkte in den vergangenen Monaten angesichts ihres so steten Aufwärtstrends wie eine konservative Aktie, wie es einige Aktien des MDAX in der Tat auch sind.

Aber mit der derzeitigen bilanziellen Lage ist Delivery Hero ganz im Gegenteil ein spekulatives Investment, dessen Kurs nur durch den Umsatzzuwachs unterfüttert wird, was sich schon oft als wackliges Fundament erwiesen hat. Sollte die Aktie unter das Tagestief rutschen, das am 2. August im Zuge der Reaktion auf die Quartalsbilanz bei 44,48 Euro ausgebildet wurde, darüber hinaus die bei 43,50 Euro verlaufende Februar-Aufwärtstrendlinie unterbieten, würde aus dem derzeitigen, im Rahmen einer normalen Korrektur ablaufenden Rücksetzer ein Abwärtsimpuls. Mit Blick auf die nahe liegenden potenziellen Auffanglinien um 35, 40 und 41,20 Euro würde sich zwar in diesem Fall kein Short-Engagement aufdrängen, aber Long-Positionen dann erst einmal in die Pause zu schicken, wäre in jedem Fall zu überlegen.

Chart vom 13.08.2018, Kurs 46,92 Euro, Kürzel DHER

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