Börsenblick

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Euro/US-Dollar: Statt Jubel lange Gesichter

Erst haben die Investoren in Europa wochenlang darauf gewartet … und kaum hat man, was man wollte, gibt es statt Jubel lange Gesichter. Endlich hat der Euro zum US-Dollar die bisherigen Jahres-Verlaufstiefs bei 1,1510 US-Dollar unterboten. Und das auch noch mit Schwung: Im Tagestief wurde der Euro bis 1,1387 US-Dollar durchgereicht. Damit wurde hier nicht nur ein absteigendes Dreieck nach unten verlassen, sondern im übergeordneten Bild eine Toppbildung in Form einer Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation vollendet.

Die mag den kleinen Makel haben, dass die rechte Schulter etwas klein geraten ist – aber perfekte Formationen findet man ohnehin selten. Dieser Bruch der Linie von 1,1510 US-Dollar kann erhebliches Abwärtspotenzial bei Euro/US-Dollar freisetzen. Und das hieße, dass sich der Vorteil, den die US-Unternehmen durch den vor allem 2017 immensen Anstieg des Euro erreichten, sukzessive weiter verringert.

Positiv für die zahlreichen börsennotierten, exportlastigen Unternehmen der Eurozone. Aber die europäischen Aktien fielen zugleich massiv, denn man sah am Freitag nicht den Exportvorteil, sondern den eigentlichen Grund, weshalb der Euro unter Druck kam:

Expertenmeinung: Es war die Furcht vor einer massiven Destabilisierung der europäischen Wirtschaft durch eine wirtschaftlich kollabierende Türkei. Die Türkei ist ein großer Handelspartner. Deren Währung vollzog am Freitag einen förmlichen Crash, sackte gegenüber dem Euro um sagenhafte 14 Prozent durch, zeitweise war es sogar mehr. Zugleich läuft dort die Inflation aus dem Ruder. Das Risiko, dass die Eurozone von dieser Entwicklung in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Und natürlich erinnerte man sich daran, wie das viel kleinere Griechenland Ausgangspunkt der damaligen Eurokrise wurde, nachdem die weltweite Spekulation daraufhin die gesamte Eurozone unter Beschuss nahm.

Der Euro fiel also vor allem, weil sich ausländische Investoren sicherheitshalber aus Europa zurückzogen und so die nicht mehr benötigten Euros auf den Markt warfen … oder, weil Spekulanten das antizipierten. Damit bekommt die Euro/US-Dollar-Relation, wie so oft, wieder eine äußerst politische Färbung. Mit diesem Ausbruch nach unten könnten Trader sehr schnell und zahlreich auf die Short-Seite wechseln, sofern sich die politische Gemengelage nicht schnell und glaubwürdig beruhigt … womit indes weniger zu rechnen wäre.

Die nächste markantere Unterstützung läge bei 1,1299 US-Dollar, das war das kurzzeitige Hoch am Tag nach der US-Wahl, am 9. November 2016. Ob dieser leichte Support die Bären aber auf Sicht aufhält, ist zumindest fraglich.

EUR.USD_2018_08_13

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