Börsenblick

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DAX: Ein Ende mit Schrecken vor dem Schrecken ohne Ende?

Bis Donnerstagabend schien es noch ausgemachte Sache zu sein, dass der DAX die Handelswoche im Plus beenden würde. Doch der Freitag brachte ein Minus von gut 250 Punkten und damit einen negativen Wochensaldo. Ein Wochen-Ende mit Schrecken … besser als ein Schrecken ohne Ende, wie ein Sprichwort sagt. Nur: Was, wenn dieser Abverkauf des Freitags nur der Beginn eines größeren Abwärtsimpulses war, wenn der „Schrecken“ also gerade erst begonnen hätte?

Der Grund, weshalb die Marktteilnehmer zum Wochenschluss ihr Heil in der Flucht suchten, lag darin, dass man durch die haltlos einbrechende Türkische Lira daran erinnert wurde, dass hier zu viel auf einmal aus dem Ruder läuft. Die Türkei wird wirtschaftlich im Eiltempo instabiler, die Inflation läuft aus dem Ruder und der Präsident, der die Fäden in der Hand hat, wirkt hinsichtlich einer Stabilisierung der Lage eher kontraproduktiv.

Die Türkei ist zwar nicht Teil der Eurozone wie Griechenland. Aber an Griechenland erinnerte man sich … und daran, wie schnell eine sich destabilisierende Lage damals auf ganz Europa übergegriffen hatte. Und die Türkei ist eine weitaus größere Volkswirtschaft. Aber das war nur ein Aspekt, der die Investoren zum Wochenende nervös machte. Die USA sind ja auch noch da.

Expertenmeinung: Dass der US-Präsident sogar aus dem Urlaub heraus aktiv Öl in jedes erreichbare Feuer gießt, erzeugt bei vielen ein schnell zunehmendes Unbehagen. So verdoppelte er die Strafzölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte am Freitag auf 50 bzw. 20 Prozent. Und ein US-Regierungssprecher avisierte neue Sanktionen gegen Russland. Die Drohungen, gegen den über den Iran verhängten US-Bann zu verstoßen, werden lauter.

All das erweckt den Eindruck, dass eine politische Eiszeit und die Eskalation des Handelskriegs bei solchen Hauptdarstellern wohl kaum zu vermeiden ist. Es war diese Kumulation negativer Nachrichten, die zu diesem Abriss des DAX führte. Und ob sich die Gemüter zum Wochenstart dauerhaft beruhigen, ist zumindest zweifelhaft, denn auch seitens der Charttechnik ziehen sich die Wolken zu. Der Versuch, die 200-Tage-Linie zurückzuerobern, scheiterte. Am Freitag fiel auch noch die 20-Tage-Linie. Der Trendfolgeindikator MACD hat bereits ein Verkaufssignal generiert.

Und der Index steuert mit Schwung auf die untere Begrenzung einer Dreiecksformation zu, deren Bruch im Fall von Schlusskursen unter 12.300 Punkten den Weg an das Verlaufstief des zweiten Quartals bei 12.104 Zählern freigeben würde. Und sollte sich das politische Klima weiter in diesem Tempo abkühlen, wäre nicht nur hinsichtlich der Wachstumsperspektiven, sondern auch in Bezug auf den DAX nach unten nichts unmöglich.

DAX_2018_08_13

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