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Bayer: Monsanto verliert Glyphosat-Prozess. Fast 300 Mio. USD Schadensersatz

Die Bayer AG mit Sitz in Leverkusen einer der führenden Akteure in den Bereichen Pharma- und Chemie. Nach eigenem Verständnis ist man ein Life-Science-Unternehmen mit Kernkompetenz in den Bereichen Gesundheit und Agrarwirtschaft.
Der Konzern ist in die Segmente Pharmaceuticals, Consumer Health sowie Crop Science und Animal Health gegliedert. Die Kunststoffsparte Covestro, mit einem Jahresumsatz von über 14 Mrd. Euro, wurde 2015 abgespalten und notiert inzwischen eigenständig an der Börse.

Bayer bietet ein breites Spektrum an Produkten in den Bereichen Pharma und Biotech sowie Präparate zur Behandlung von Tierkrankheiten an. Das bekannteste Produkt in diesem Bereich ist das Schmerzmittel Aspririn. Der Entwicklungsschwerpunkt neuer Medikamente liegt auf den Bereichen der Krebs- und Herzerkrankungen, sowie auf Diabetes.

Der Fokus von Bayer CropScience liegt bei Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmitteln sowie in der Saatgutentwicklung. Durch die Übernahme des US-Konzerns Monsanto soll eine weltweit führende Position erreicht werden.

Jüngste Geschäftszahlen

Bereits in der letzten Analyse hatte ich auf den schwachen Jahresauftakt von Bayer hingewiesen.
Die Zahlen waren erneut von negativen Wechselkurseffekten überlagert.
Doch auch bereinigt, lag das Wachstum lediglich bei 2,0%. Real wurde ein Rückgang um 5,6% auf 9,1 Mrd. Euro erzielt. Das EBITDA vor Sondereinflüssen lag währungsbereinigt auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Die Veröffentlichung der nächsten Quartalszahlen steht am 05. September an.

Monsanto -Übernahme könnte teuer werden

Die Übernahme von Monsanto überstrahlt weiterhin alle anderen Themen.
Der Zukauf wurde von der Börse kritisch aufgenommen, im Gegensatz zu anderen Zukäufen in der Vergangenheit.
Monsanto ist zwar hochprofitabel, die Portfolios ergänzen sich und die Synergieeffekte könnten erheblich sein, doch es gibt auch zahlreiche Probleme.

Bayer muss einen Teil des Preises natürlich durch Schulden finanzieren. Gleichzeitig werden die Aktien von Bayer durch eine Kapitalerhöhung verwässert. Der Kaufpreis wurde von vielen Marktteilnehmern als zu hoch eingeschätzt.

Darüber hinaus ist das Image von Monsanto nicht gerade positiv. Dieses Problem könnte bisher unterschätzt worden sein und schadet auch der deutschen Mutter. Die Berichterstattung ist anhaltend negativ.
Nicht nur deshalb scheint der US-Konzern bei den Mitarbeitern von Bayer auf wenig Gegenliebe zu stoßen.
Der Widerstand der Belegschaft war von Beginn an spürbar und könnte die ohnehin mühsame Integration deutlich erschweren.

Glyphosat: 289 Mio. Dollar Schmerzensgeld für ersten Kläger

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die rechtlichen Verpflichtungen, die mit der Übernahme einhergehen. Das Unternehmen führt unzählige Prozesse.

Besonders im Fokus steht abermals Glyphosat und hunderte damit in Zusammenhang stehenden Klagen in den USA. Am Wochenende kam es dann zum Paukenschlag.
Dem an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Dewayne Johnson wurde ein Schmerzensgeld von 289 Mio. USD zugesprochen.

Es ist zwar nur ein Einzelfall, doch der Prozessausgang könnte für Bayer und Monsanto zu einem echten Problem werden. Es ist die erste Gerichtsentscheidung zu Glyphosat und könnte wegweisend für die zahlreichen anderen Verfahren sein!

Nach Ansicht des Gerichts hätte das Unkrautvernichtungsmittel „wesentlich“ zur Krebserkrankung des Klägers beigetragen. Monsanto habe nicht ausreichend vor den Risiken seines Produkts gewarnt, hieß es im Urteil.

Selbstverständlich hat der US-Konzern Berufung angekündigt. Die Entscheidung könnte also in der nächsten Instanz wieder gekippt werden. In der Regel sinkt die Höhe des Schmerzensgeld im weiteren Verfahrensverlauf auch deutlich, doch es könnte für Monsanto und somit Bayer sehr teuer werden.

Selbstverständlich mehren sich nun auch wieder die Stimmen, die ein Verbot von Glyphosat fordern. Vielleicht kommt es in den USA oder Europa tatsächlich dazu und vielleicht auch zurecht.
Für die Aktionäre von Bayer bedeutet das aber weiter Ungemach, immerhin war das Unkrautvernichtungsmittel zuletzt für rund 10% des Monsanto-Gewinns verantwortlich!

Ausblick

Unsicherheit wird von den Aktionären selten positiv aufgenommen. Aktuell ist sie groß, denn ob eine Übernahme dieser Größenordnung am Ende Mehrwert schafft, ist ohnehin schwer abzuschätzen. Die zahlreichen, auch rechtlichen Probleme machen es nicht einfacher.

Es fehlt nicht mehr viel und der Kurs von Bayer hat sich vom Hoch halbiert. Rund 60 Mrd. Euro an Börsenwert wurden bereits vernichtet. Interessanterweise entspricht das ungefähr dem Kaufpreis von Monsanto.

Auch der Chart ist seit Monaten angeschlagen. Dennoch hatten wir den Wert zwischenzeitlich zum Kauf empfohlen. Bayer zeigte relative Stärke und die Aktie legte anschließend von 90 auf 105 Euro zu.

Seitdem ist der Wert wieder im Rückwärtsgang. Bayer bewegt sich in einem übergeordneten Abwärtstrend und hat mit dem heutigen Einbruch ein Verkaufssignal generiert. Der Aufwärtstrend ist durchbrochen und unterhalb von 86 Euro drohen nun weitere Verluste bis 77,50 und darunter sogar in Richtung 69-70 Euro.

Kurzfristig ist der Wert aber auch überkauft und eine Gegenbewegung bis 86 Euro wäre durchaus denkbar. Doch nur im Falle einer Rückkehr über diese Marke würde sich das Chartbild wieder entspannen.

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