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Dialog Semiconductor: Ist der „Apple-Fluch“ überstanden?

Im April 2017 schockierte eine von einem Analysten in den Raum gestellte Überlegung die Investoren des Chipherstellers Dialog Semiconductor: Was, wenn Apple, der mit etwa zwei Drittel des Umsatzes entscheidende Kunde des Unternehmens, bald eigene Chips entwickeln und herstellen würde? Die Anleger reagierten mit einer panischen Verkaufswelle, obwohl Apple derlei Bestrebungen damals nicht kommentierte und das bis heute nicht getan hat. Es reichte offenbar zu wissen „sie könnten es tun“, um die Bären die Dialog-Aktie ungehindert immer tiefer drücken zu lassen. Und in der Tat hatten potenzielle Käufer das Problem: Wie will man belegen, dass etwas nicht passieren wird, das ja theoretisch durchaus passieren könnte? Das führte dazu, dass die Aktie von Dialog Semiconductor weiter fiel, insbesondere dann, wenn irgendjemand wieder dieses „Damoklesschwert Apple“ ins Gespräch brachte, das sich immer mehr zu einem Fluch für die Aktie entwickelte.

Was dabei besonders grotesk wirkte war, dass die Bewertung des Unternehmens immer weiter fiel, nicht nur, weil die Aktie in immer neuen Schüben in die Knie ging, sondern auch, weil Umsatz und Gewinn sukzessive zulegten. Dialog Semiconductor wurde von der Bewertung her immer „billiger“ und wurde dennoch von den Bären alleine aufgrund einer im Raum stehenden Möglichkeit immer tiefer gedrückt. Es schien, als gäbe es aus dieser Abwärts-Spirale kein Entkommen. Doch auf einmal überwand die Aktie in dieser Woche eine immens wichtige Charthürde – was war passiert?

Expertenmeinung: Genau der richtige Analyst hatte sein Kursziel für Dialog Semiconductor angehoben, und zwar von 22 auf 25 Euro. Mit der Begründung, dass die Geschäftsbeziehungen des Unternehmens zu Apple mit Blick auf Apple’s Wachstumspotenzial nicht ausreichend in der Dialog Semiconductor-Aktie berücksichtigt sind. Genau der richtige, weil es der Analyst war, der den Stein im April 2017 ins Rollen gebracht hatte. Und da sagten sich die Marktteilnehmer: Wenn einer Bescheid weiß, dann doch der. Die Bullen griffen zu, die Bären deckten ein – und schon war die immens wichtige Widerstandslinie bei 17,05 Euro überboten. Im Vorfeld hatte sich ein „rounding bottom“ abgezeichnet, an dessen Nackenlinie die Aktie in der vergangenen Woche herangelaufen war, als zuerst gut aufgenommene Quartalsergebnisse bei Apple und danach gute Zahlen von Dialog Semiconductor selbst die Anleger daran erinnerten, dass dieses Unternehmen schließlich steigende Gewinne vorweisen kann.

Aber ob der Kurs über diese wichtige Linie hinausgekommen wäre, ohne dass diese Kursziel-Anhebung den „Apple-Fluch“ erst einmal aufhob, ist fraglich. Jetzt aber sieht es deutlich besser aus – und „teuer“ wäre diese Aktie vom Kurs/Gewinn-Verhältnis im Vergleich zu anderen Chipherstellern immer noch nicht. Würde die am 1. Juni entstandene Kurslücke mit Schlusskursen über 18,79 Euro geschlossen, wäre ein Anlauf in den Bereich 21,50/22,40 Euro mittelfristig nicht allzu überraschend. Aber haben die Bären wirklich schon aufgegeben? Sicher ist das nie, daher sollte man unbedingt einen Stop Loss Long unterhalb der überwundenen Linie von 17,05 Euro erwägen.

Chart vom 09.08.2018, Kurs 18,30 Euro, Kürzel DLG

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