Börsenblick

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Netflix: Turnaround – oder doch nur ein Pullback?

Wenn hohe Erwartungen ein Quartal nach dem anderen noch übertroffen werden, ist es verständlich, dass die Anleger unbewusst handeln, als wäre die Börse oder auch nur eine spezielle Aktie eine Einbahnstraße. Die Erwartungen an das Wachstum des Unternehmens werden immer größer, die Risikobereitschaft mit ihnen, denn was soll einem da schon passieren … bei einer Aktie wie Netflix. Die zwar beim Gewinn die Prognosen der Analysten zuletzt nur erfüllt hatte, bei der die rasante, weit über den Prognosen liegende Wachstumsrate bei den Abonnenten aber die Erwartung schürte, dass die Gewinne schon sehr bald nachziehen und reichlich sprudeln würden. Es kam, was das zweite Quartal angeht, anders, wie wir wissen.

Und auch die unternehmenseigene Prognose hinsichtlich des Abonnentenwachstums im laufenden dritten Quartal lag unter dem, was die Experten – und die Anleger ohnehin – vermutet hatten. Die sich der ewigen Hausse vorher sicheren Investoren fielen aus allen Wolken, die Aktie ebenso. Zwar holte sie noch am Tag nach der Quartalsbilanz ein anfänglich dramatisches Minus teilweise wieder auf, so dass manche hofften, es würde sich nur um eine kleine Delle handeln. Aber dann wurde das Eröffnungstief des Tages nach den Quartalszahlen doch unterboten.

Das sah übel aus – aber wieder kämpfte sich die Aktie erst einmal ein gutes Stück zurück. Doch haben die Bullen hier angesichts der „zurechtgerückten“ Erwartungen überhaupt eine Chance?

Expertenmeinung: Man muss nur daran denken, dass die Investoren vor Donald Trumps Wahlsieg nahezu durchweg davon überzeugt waren, dass dessen Sieg eine fatale Wirkung auf den Aktienmarkt haben würde, weil dessen Pläne kurzfristig positiv, mittel- und langfristig aber katastrophal wirken würden. Sie wissen, was passierte: das Gegenteil. Nicht, weil diese Einschätzungen falsch waren, sondern weil man diese Gefahren kollektiv einfach ausblendete.

Und das wurde den US-Anlegern leicht gemacht, weil die Kurse eben stiegen statt zu fallen. Und das funktioniert auch bei Einzelwerten wie Netflix. Angenommen es gelänge, kurzfristig entscheidende Widerstände zu überwinden, würde der Eindruck einer angesichts der geringeren Wachstumsperspektive zu teuren Aktie durch den unmittelbareren Eindruck einer Rallye übertüncht. Man wäre nur zu gerne bereit, die „bad news“ zu vergessen. So gesehen: Ja, die Bullen hätten eine Chance.

Und zwar, wenn es gelingen würde, mit Schlusskursen über 362 US-Dollar einen markanten Kreuzwiderstand nebst der 20-Tage-Linie zu überwinden. Dann wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht erst einmal wieder frei. Aber noch ist das nicht mehr als eine Chance. Sollte die Netflix-Aktie auf dem aktuellen Niveau wieder nach unten abdrehen, wäre diese jüngste Gegenbewegung nach oben als „Pullback“ an entscheidende Widerstände zu werten, neue Tiefs im Zuge der Abwärtsbewegung wahrscheinlich. Daher: Noch haben die Bären sich hier nichts vergeben.

Netflix Aktie Chart 2018 August

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