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Ferrari: Absturzgefahr?

Der Tod des langjährigen Fiat Chrysler- und Ferrari-Chefs Sergio Marchionne löste bereits fallende Kurse aus. Aber als der berufene Nachfolger Camilleri am 1. August öffentlich Zweifel äußerte, ob die von Marchionne ausgerufenen Ziele erreichbar seien, brach die Aktie förmlich weg. Er wolle an diesen Zielen festhalten, so Camilleri, aber sie seien sehr ehrgeizig. Das brachte der Aktie am 1. August ein dramatisches Minus von elf Prozent ein.

Zwar mochte die Investoren beruhigen, dass kein anderer der etablierten Autobauer so viel an einem Fahrzeug verdient wie Ferrari, nämlich im Schnitt knapp 70.000 Euro. Aber nichtsdestotrotz ist die Bewertung der Aktie sehr hoch, auch nach diesem Kursrutsch. Obwohl die Aktie derzeit etwa 16 Prozent unter dem Mitte Juni bei 149,85 US-Dollar erzielten Verlaufsrekord notiert, errechnet sich für die für 2019 seitens der Analysten geschätzten Gewinne (die erst einmal Realität werden müssten) ein Kurs/Gewinn-Verhältnis um 30.

Premiummarken wie Daimler oder BMW bewegen sich im Vergleich bei Kurs/Gewinn-Verhältnissen um sieben. Ist die Aktie damit absturzgefährdet?

Expertenmeinung: Auf Basis der hohen Bewertung alleine wohl nicht, denn die ist bei Ferrari traditionell hoch. Die Aktie könnte aber dann dramatisch einbrechen, wenn das Argument, aufgrund dessen die Investoren bereit sind, eine so hohe Bewertung zu bezahlen, wegfiele: Egal, wie kritisch die Lage der Weltwirtschaft wird, sagt man sich, es wird immer genug Reiche geben, die Ferraris kaufen.

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl der Superreichen ein Argument, das zieht. Denn auch, wenn ihre Zahl insgesamt gering ist: Die Zahl der verkauften Ferraris ist es schließlich auch. Es ist daher gut möglich, dass sich die Aktie trotz der Skepsis ihres neuen Chefs erst einmal fängt. Aber letzten Endes entscheidend für die Frage, ob man hier ein- oder aussteigen sollte bzw. einen Short-Trade versuchen könnte, ist der Chart, denn der Kurs spiegelt jeden Stimmungsumschwung wieder. Und da sind die Ankerpunkte gut zu definieren.

Der Kursrutsch des 1. August wurde in der Auffangzone 116,50/121 US-Dollar abgefangen. Diese Zone muss halten. Bricht sie, wäre in der Tat eine Trading-Chance auf der Short-Seite geboren, deren Kursziel die Region 103/104 US-Dollar wäre. Sollte es aber gelingen, die Aktie wieder über den Ausganspunkt des Abverkaufs bei 135 US-Dollar und die knapp darüber, bei 137 US-Dollar, verlaufende Januar-Aufwärtstrendlinie zu heben, wäre das ein sehr bullisches Signal. Letzteres wäre momentan zwar die etwas weniger wahrscheinliche Variante, denn wenn der Chef zweifelt, zweifeln die Investoren mit. Aber daraus bereits jetzt einen Short-Trade abzuleiten, wäre ohne entsprechend bärische Signale im Chart sehr riskant.

Chart vom 08.08.2018, Kurs 125,84 US-Dollar, Kürzel RACE

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