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E.ON: Der Chart sieht gefährlich aus

E.ON SE ist ein privates Energieunternehmen im Bereich Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien. Das konventionelle Energie-Erzeugungsgeschäft sowie der Energiehandel wurden zum 1. Januar 2016 in eine eigene Gesellschaft, Uniper, überführt.

Seit 2014 verfolgt das Unternehmen eine neue Strategie, die vorherige Ausrichtung kann man als gescheitert bezeichnen. Seitdem wurde E.ON nach eigenem Bekunden konsequent auf die neue Energiewelt und erneuerbarer, dezentraler Energieerzeugung und digitalen Lösungen ausgerichtet.

Probleme wohin man schaut

Das hört sich natürlich toll an. Die Marketingabteilung leistet also gute Arbeit. Vielleicht wäre das auch das bessere Betätigungsfeld. Denn die geschäftliche Entwicklung ist eher traurig.

Der Umsatz ist seit Jahren konsequent rückläufig und in den Geschäftsjahren von 2014 bis einschließlich 2016 wurden Milliardenverluste verbucht. Erst im letzten Jahr konnte man wieder einen Gewinn von 1,84 Euro je Aktie erzielen.

Wie viel dieser oberflächlich gemeldete Gewinn Wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn unter dem Strich sind erneut Milliarden aus dem Konzern abgeflossen, der operative und freie Cashflow war jeweils negativ.

Wer profitiert hier?

Weitere Unsicherheit kommt durch die Übernahme von Teilen der RWE-Tochter innogy auf. Denn es ist fragwürdig, ob der Preis angemessen ist und ob der Deal für die Aktionäre am Ende nicht Werte vernichtet, statt sie zu schaffen.

Denn der Zukauf wird durch eine Kapitalerhöhung finanziert und RWE anschließend mit 16,67% an E.ON beteiligt sein. Nachteile bringt das vor allem den bestehenden Aktionären, denn ihre Anteile werden erheblich verwässert.

Darüber hinaus scheint die Transaktion eigentlich nur Vorteile für RWE zu haben und ist dementsprechend schlecht für E.ON.

Denn RWE erhält für seine innogy-Beteiligung 1,5 Mrd. Euro, also deutlich mehr als den Börsenwert der letzten Monate, kann das Kerngeschäft behalten und übernimmt darüber hinaus auch das Geschäft mit erneuerbarer Energie von E.ON!

Kein Wunder also, dass sich die Aktie von RWE seit Monaten sehr viel besser entwickelt. Die Papiere haben seit Jahresbeginn um 20% zugelegt, E.ON kommt mit Plus 2% auf ein Zehntel davon.

Ich hatte diese These bereits im März vertreten und die Kursverläufe scheinen sie zu bestätigen.

Bescheidene Zahlen

Der Umsatz sank im ersten Halbjahr um 13% auf 17,0 Mrd. Euro. Der operative Cashflow brach um mehr als 70% ein.
Der Konzernüberschuss war ebenfalls rückläufig. Das bereinigte Ergebnis stieg jedoch von 0,42 auf 0,49 Euro je Aktie.

Gleichzeitig verwässert man weiter die bisherigen Aktionäre, denn die Zahl der ausstehenden Papiere ist um 4% gestiegen.

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde aber bestätigt. E.ON erwartet weiterhin ein bereinigtes Konzern-EBIT im Bereich von 2,8 bis 3,0 Mrd. Euro. Und einen bereinigten Konzernüberschuss von 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro.

Fundamentale Bewertung

Der Börsenwert von E.ON liegt derzeit bei 20,6 Mrd. Euro. Für eine realistische Bewertung muss allerdings auch der erhebliche Schuldenstand von 15,9 Mrd. Euro berücksichtigt werden.
Bei einem bereinigten Konzernüberschuss von 1,5 Mrd. Euro ergäbe sich demnach ein „echtes“ KGVe von 24,3.

Nimmt man die Konsenserwartungen von 0,65 Euro je Aktie als Grundlage, liegt das KGVe bei 14,6. Inkludiert man die Schulden, steigt der Wert auch hier auf 25,5.
Ausschließlich die verhältnismäßig hohe Dividendenrendite von 4,5% spricht für E.ON.

Die Bewertung ist für ein Unternehmen dieser Qualität deutlich zu hoch. Aus fundamentaler Sicht kann daher keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Charttechnischer Ausblick

Langfristig entscheidet ausschließlich die geschäftliche Entwicklung über den Aktienkurs. Daher ist es nur logisch, dass E.ON ein underperformer ist.

Darüber hinaus ist die Aktie am oberen Ende des Abwärtstrends angekommen und scheint hier nach unten zu drehen. Es besteht daher die Gefahr, dass die Aktie direkt wieder in Richtung 9,00 und 8,65 Euro nachgibt. Darunter liegt das Kursziel bei 8,00 Euro.

Gelingt wider Erwarten ein nachhaltiger Ausbruch über 10,00 Euro, hellt sich das Chartbild spürbar auf.

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