Börsenblick

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METRO: Short Squeeze oder mehr?

Fast ein halbes Jahr lang, seit Mitte Februar, war die Aktie des Einzelhandelskonzerns METRO einer der Prügelknaben des MDAX. Und auf einmal steht die Aktie von einem Tag auf den anderen knapp zehn Prozent höher. Wie das? Kann man dieser Super-Rallye, die den Kurs am Donnerstag um 9,72 Prozent nach oben trug, über den Weg trauen? Diese Frage sollte man zumindest nicht einfach pauschal mit „nein“ beantworten, weil ein entscheidender Grund, dass die Aktie derart steil zulegte, zwar zweifellos ein Short Squeeze war, bei der Leerverkäufer, sprich Bären, in fliegender Hast METRO-Aktien einkaufen und so ihre Leerverkäufe neutralisieren mussten, um zu große Verluste zu vermeiden. Dass dieser Aspekt am Donnerstag eine große Rolle gespielt hat, lässt sich vermuten, weil die Aktie zunächst die vorher noch nicht signifikant zurückeroberte 20-Tage-Linie deutlicher überbot und kurz danach das Zwischentief vom Mai überwand. Das dürfte viele Stop-Loss-Kauforders der Bären ausgelöst haben. Denn dass die hier zahlreich vertreten waren, darf man annehmen. Zum einen, weil METRO bis dahin wie ein sicherer Short-Trade aussah. Zum anderen, weil die Aktie bis Anfang der Woche mehrfach an der 20-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde, was eine typische Linie ist, an der Leerverkäufer ihre Position verteidigen und ausbauen. Aber der eigentliche Auslöser der Käufe war ein anderer:

Expertenmeinung: Vor Handelsbeginn hatte METRO seine Bilanz für das dritte Geschäftsquartal des bis 30.9. laufenden Geschäftsjahres veröffentlicht. Die war rein vom Zahlenwerk her keine positive Überraschung. Mit einem Umsatzminus von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal lag man im Rahmen der durchschnittlichen Analystenprognose. Mit einem EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 302 Millionen Euro übertraf man die Konsenserwartung der Experten von 295 Millionen leicht, aber nicht wesentlich. Aber die Aussage, dass die Maßnahmen, um den defizitären Geschäftsbereich in Russland in den Griff zu kriegen, erste Wirkung zeigen, die war es, die diese Rallye ausgelöst haben dürfte. Denn METROs „Russland-Abenteuer“ hat immense Summen verschlungen. Würde es gelingen, dort schwarze Zahlen zu erreichen, würde das Gesamtbild der Bilanz weit rosiger aussehen. So gesehen ist zwar sicherlich ein Teil der Rallye nur auf Leerverkäufe eindeckende Bären zurückzuführen, so dass man damit rechnen müsste, dass der Anstieg heute oder in den kommenden Tagen einen Rücksetzer erfährt. Aber die Chance, dass hier die Zuversicht unter den Marktteilnehmern zurückkehrt, ist da. Sollte die Aktie die nächstliegende Widerstandslinie bei 12,09 Euro mit Schlusskursen über 12,20 Euro glaubwürdig deutlich nehmen, wäre die Chance, dass sich hier eine Wende etabliert, deutlich greifbar.

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