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Pfeiffer Vacuum: Das könnte die Gelegenheit sein

Pfeiffer Vacuum ist einer der weltweiten Marktführer im Bereich Vakuumtechnik. Das Leistungsspektrum umfasst Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Komponenten und Systemen zur Vakuumerzeugung, -messung und -analyse.
Das Unternehmen ist mit über 2.900 Mitarbeitern neben Deutschland auch an Produktionsstandorten in Frankreich, Südkorea, Rumänien, Vietnam sowie den USA vertreten.

Kurzsichtige Anleger

Die Entwicklung kann sich wirklich sehen lassen. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz von 198 auf 587 Mio. Euro gestiegen. Gerade in den letzten Jahren hat sich das Wachstum spürbar beschleunigt.
Der Gewinn hinkte der starken Umsatzentwicklung allerdings hinterher. Das Ergebnis legte im selben Zeitraum lediglich von 4,36 auf 5,46 Euro je Aktie zu.

In der jüngeren Vergangenheit hat sich das Blatt aber gewendet und das Ergebnis steigt 2018 wohl sprunghaft an.
Im März wurde jedoch die Dividende gekürzt und ein umfassendes Investitionsprogramm aufgelegt, um das Wachstum zu voranzutreiben. Die Aktionäre zeigten sich allerdings wieder einmal von ihrer kurzsichtigen Seite und die Papiere wurden abverkauft. Die langfristig positiven Effekte wurden weitgehend ignoriert und man konzentrierte sich vor allem auf die niedrigere Dividendenrendite.

Abverkauf nach Quartalszahlen

Am 2. August hat Pfeiffer Vacuum die Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt und die Aktie rauschte in die Tiefe. Doch warum?

Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 20,5% auf 167,8 Mio. Euro zu. Das Betriebsergebnis stieg um 45,8%, die Marge von 10,0 auf 12,1%.

Das Nachsteuerergebnis kletterte um 52,9% auf 14,6 Mio. Euro und dementsprechend stieg der Gewinn je Aktie ähnlich stark von 0,97 auf 1,48 Euro.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ist somit ein Gewinn von 3,48 Euro nach 2,46 Euro je Aktie im Vorjahr angefallen, ein Plus von 41,5%.

Besonders hervorzuheben ist, dass wie bereits im ersten Quartal 2018 alle Marktsegmente, Regionen und Produktgruppen zu der positiven Umsatzentwicklung beigetragen haben. Starke Zuwächse wurden regional insbesondere in Nordamerika und Asien realisiert.

Woher kommt dann die Enttäuschung?

Am Ende kann man bei den guten Zahlen nur mutmaßen. Wahrscheinlich wurde schlichtweg noch mehr erwartet.
Möglicherweise wird auch die Entwicklung vom ersten zum zweiten Quartal als enttäuschend wahrgenommen. Hier war der Umsatz quasi unverändert und das Ergebnis sogar rückläufig.

Ein Blick auf die Vorjahre könnte hier Aufschluss bieten. Das Bild ist eindeutig, denn auch in den letzten fünf Jahren stagnierte der Umsatz in allen zweiten Quartalen.
Gleiches gilt für das Ergebnis, dreimal war es rückläufig und in den anderen beiden Fällen legte es nur minimal zu.

Es handelt sich also um die normalen Jahreszyklen des Geschäfts.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Am Ende bleibt nur noch der Ausblick als Quell der Enttäuschung. Für das Gesamtjahr erwartet Pfeiffer Vacuum einen Umsatz von 640 – 660 Mio. Euro. Und eine EBIT-Marge von 14-16%.

Gerade für den Umsatz bedeutet das im Jahresverlauf kaum mehr Wachstum, aber dennoch ein Plus von 9-12% zum Vorjahr. Beim Gewinn sieht es allerdings deutlich besser aus, denn der Ausblick entspräche einem Gewinnsprung von 25 bis 48%. Nimmt man den Mittelwert als Basis, könnte der Gewinn sogar noch über dem bisherigen Konsens liegen.

Der Abverkauf der Aktie scheint auf wackeligen Beinen zu stehen.

Nach dem heutigen Kurssturz kommt Pfeiffer Vacuum auf ein KGV von 22,8. Dieser Wert sollte im laufenden Geschäftsjahr auf 17,8 fallen. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 23,8. Das Unternehmen scheint somit attraktiv bewertet.

Charttechnischer Ausblick

Langfristig ist die Aktie weiter bullisch, mittelfristig jedoch zunehmend angeschlagen. Zuletzt ist der Wert mehrfach auf der Oberseite gescheitert. Fällt die Aktie jetzt unter 122 Euro, drohen weitere Verluste in Richtung 116 Euro. Darunter würde sich das Chartbild weiter eintrüben.

Gelingt hingegen eine Stabilisierung bei 116 oder bereits an der Unterstützung bei 122 Euro, sind die Bullen weiter im Spiel. Oberhalb von 130 Euro käme es zu einem Kaufsignal mit Kursziel 142 Euro.

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