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Brent Crude Oil: Ganz nah dran an der Trendwende!

Anfang Juli sah es noch so aus, als sei alles Hoffen auf günstiges Heizöl Richtung Herbst vergebens. Brent Crude Oil und die anderen wichtigen Rohölsorten brachen eine Korrektur ab und näherten sich im Eiltempo den im Mai markierten Jahreshochs, die bei Brent bei 80,80 US-Dollar lagen. Nicht zuletzt deswegen, weil aus der Erwartung, dass die OPEC ihre Fördermengenbegrenzung beenden und den Ölhahn aufdrehen würde, nur eine halbherzige Entscheidung wurde, die das Angebot kaum verstärken wird.

Hinzu kamen Förderausfälle in großen Fördernationen und die Sorge, eine Eskalation der Streitigkeiten zwischen den USA und dem Iran würde Förderung und Transport von Rohöl behindern. Und, wichtiger noch: Die wöchentlich mittwochs veröffentlichten Rohöl-Lagerbestände der USA fielen mehrere Wochen lang immer schneller. Doch der Ausbruch über die Mai-Hochs wurde abgewehrt. Und damit steigt die Chance sukzessive, dass es mit der Abwärtswende des sich seit Ende Juni 2017 in der Spitze fast verdoppelten Ölpreises doch noch etwas wird.

Interessant war, dass der initiale Selloff am 11. Juli entstand, weil Donald Trump die OPEC aufforderte, umgehend für niedrigere Ölpreise zu sorgen, ansonsten werde er die strategischen US-Ölreserven anzapfen, um den Preis zu drücken. Das war zwar eine auf Dauer substanzlose Drohung, aber es schien zu reichen, den Bullen die Courage zu nehmen. Danach sahen wir in zwei der letzten drei Wochen wieder steigende US-Öllagerbestände.

Und natürlich hätten die Bären das Argument, dass eine Eskalation des Handelskriegs das weltweite Wachstum beschneiden und damit auch auf die Ölnachfrage drücken würde. Und gerade das erhält durch die am Dienstag aufgetauchte Drohung des US-Präsidenten Substanz, die nächste, Ende August fällige Welle an Strafzöllen gegen China mit einem Warenvolumen von 200 Milliarden US-Dollar nicht wie vorher im Raum stehend mit 10, sondern mit 20 bis 25 Prozent Einfuhrzoll zu versehen. Am Mittwoch nach US-Handelsende meldeten die US-Medien, Trump habe dies dem Handelsministerium in der Tat als „zu prüfend“ auf den Weg gegeben.

Das führte dazu, dass eine ohnehin nicht gerade schwungvolle Gegenbewegung der zwei Wochen zuvor genau auf Höhe der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde und in zwei Tage mit kräftigen Abgaben mündete. Das deutet an, dass die bärischen Trader derzeit das Geschehen dominieren. Aber die entscheidenden Unterstützungen, um aus charttechnischer Sicht auf der Short-Seite wirklich bedeutendes Gewinnpotenzial zu erreichen, stehen noch bevor. Sie sehen es im Wochenchart: Die aus dem Juni 2017 stammende Aufwärtstrendlinie wäre zur Wochenmitte gebrochen, noch aber könnte sich Brent Crude natürlich bis Freitag wieder über diese Linie bei 74,70 US-Dollar retten. Die mittelfristig wichtigere Zone liegt aber darunter:

Chart vom 01.08.2018, Kurs 72,49 Punkte, Kürzel COIL

Die Kreuzunterstützung aus dem Januar-Hoch und der 200-Tage-Linie im Bereich 69/70 US-Dollar müsste fallen. Dann wäre der Weg aus charttechnischer Sicht erst einmal frei, dann hätten die Bären ein Primär-Kursziel bei 61 und ein Sekundärziel bei 57 US-Dollar. Das wäre, wenn die aggressive US-Handelspolitik fortgesetzt wird, durchaus eine realistische Zielzone, sobald sich in den Konjunkturdaten erste „Scharten“ durch Trumps Kollisionskurs auftun. Aber dem vorzugreifen wäre gewagt: Erst unter 69 US-Dollar wären Short-Trades, die über kurzfristiges Trading hinausgehen, mit einem tauglichen Chance/Risiko-Verhältnis ausstaffiert.

Chart vom 01.08.2018, Kurs 72,49 Punkte, Kürzel COIL

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