Börsenblick

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Deutsche Lufthansa: Ist dieser Befreiungsschlag „echt“?

Die Lufthansa-Aktie ging am Dienstag mit weitem Abstand als Tagessieger des DAX ins Handelsende. Der Kurs eröffnete bereits mit einem Aufwärts-Gap von 3,3 Prozent und stieg im Handelsverlauf immer weiter. Auslöser dieser Kaufwelle war die am Morgen präsentierte Bilanz zum zweiten Quartal. Aber kann das, was da gemeldet wurde, diesen Kursanstieg auch wirklich tragen? Da sollte man genauer hinsehen. Was den Umsatz anging, lag die Kranich-Airline mit 9,3 Milliarden Euro hauchdünn über dem Ergebnis des Vorjahresquartals (9,26 Milliarden) und ebenso hauchdünn unter der durchschnittlichen Analystenprognose (9,37 Milliarden). Das kann man als „neutral“ werten.

Der Gewinn lag, gerechnet als EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) mit 982 Millionen Euro unter dem des 2. Quartals 2017 (1,017 Milliarden), aber über der Konsens-Prognose (945 Milliarden). Das ist wohlwollend gesehen leicht positiv. Was auffiel war, dass der Gewinn als Nettogewinn gerechnet mit 734 Millionen (Vorjahresquartal 740 Millionen) sehr deutlich über den Prognosen der Analysten lag, die im Schnitt 638 Millionen geschätzt hatten. Reicht das, um nicht nur diesen Kurssprung des Dienstags zu unterfüttern, sondern die Aktie auch weiter nach oben zu tragen?

Expertenmeinung: Das ist ein wenig fraglich. Zumal das Unternehmen im Zuge der Bilanz die Gewinnprognose nur bestätigte und nicht anhob und das die Erwartung bezüglich des Kapazitätswachstums leicht zurücknahm. Das ist alles in allem ganz erfreulich, aber nichts, was die Lage auf einmal auf den Kopf stellen würde. Und wenn man sich das Chartbild so ansieht, sticht eines sofort ins Auge: Durch diese Kurslücke nach oben begann der Handel gleich auf Höhe der mittelfristigen Abwärtstrendlinie. Es war nur noch ein winziger Schritt, um die zu überwinden. Und dafür reichte es allemal aus, dass diejenigen, die ihre Stoppkurse für Short-Positionen deutlich tiefer angesiedelt hatten, da umgehend eindeckten. Das überbot die Abwärtstrendlinie und wird so zum einen weitere Stoppkurse von Short-Tradern ausgelöst haben, die die Aktie kauften, um ihre Short-Position zu neutralisieren und zugleich unmittelbare, davon unabhängige Käufe auf der Long-Seite nach sich gezogen haben.

Kurz: Das Ganze sieht sehr nach einer „Short Squeeze“ aus, nach rasant steigenden Kursen, ausgelöst durch überrollte Bären, die kaufen mussten, um aus ihren Positionen herauszukommen. Es wäre daher unbedingt zu überlegen, dieses bullische Signal im Chart so lange als „provisorisch“ anzusehen, bis es zu einer Bestätigung durch einen erfolgreichen Test dieser überbotenen Abwärtstrendlinie kam … und bis dahin wenn, dann nur mit gezielt kleinem Kapitaleinsatz zu agieren.

Chart vom 31.07.2018, Kurs 24,00 Euro, Kürzel LHA

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