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United Internet: Bei 5G-Lizenzen benachteiligt?

United Internet gehört zu den führenden Internet-Providern Europas und bietet eine breite Palette von Produkten rund um das Thema an.
Zum Unternehmen gehören reichweitenstarke Marken wie gmx, web.de, yourfone, smartmobile.de, mail.com und Strato. Seit dem vergangenen Jahr gehört auch die fusionierte 1&1 Drillisch mehrheitlich zum Konzern.

Das Zahlenwerk

Die langfristige Entwicklung kann sich durchaus sehen lassen. Seit 2010 ist der Umsatz von 1,57 auf 4,21 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis kletterte im selben Zeitraum von 0,58 auf 3,25 Euro je Aktie. Wobei das Vorjahr allerdings durch Sonderfaktoren auch außerordentlich stark ausgefallen ist. Zuvor war der Gewinn drei Jahre rückläufig und auch im laufenden Geschäftsjahr wird ein deutlicher geringeres Ergebnis erwartet.

Anleger eher enttäuscht

Zuletzt kam die Aktie im März unter Druck, nachdem die Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 eher enttäuschend waren. Umsatz und EBITDA legten zwar deutlich zu, jedoch weniger als erwartet und nur ein kleiner Teil des Wachstums war organisch.
Für 2018 erwartete das Unternehmen einen Umsatz von 5,2 Mrd. Euro und ein EBITDA von 1,2 Mrd. Euro, was jeweils einem Anstieg um über 20% entsprechen würde.

Fundamentale Bewertung

Im ersten Quartal konnten die Erwartungen weitgehend erfüllt werden. Der Umsatz legte um 33,4% auf 1,27 Mrd. Euro zu, das Ergebnis sank jedoch von 0,55 auf 0,42 Euro je Aktie. Allerdings sind die Zahlen durch eine Umstellung der Buchhaltung von IAS 18 auf IFRS zu schwer vergleichbar.

Eine bessere Vergleichsbasis könnte die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge seine, die um 6,18% auf 22,94 Mio kletterte.

Unter dem Strich erwartet man im laufenden Geschäftsjahr ein Ergebnis von 2,52 Euro je Aktie und 2,92 Euro im Folgejahr, nach 3,25 Euro im Vorjahr. Die Dividende soll von 0,85 auf 0,96 Euro je Anteilsschein steigen.
United Internet kommt somit auf ein KGV von 14,6 und ein KGVe von 18,8. Die Dividendenrendite liegt bei 2,0%.

5G-Mobilfunklizenzen: United Internet benachteiligt?

United Internet erwägt, für die neuen 5G-Mobilfunklizenzen zu bieten, fühlt sich aber von der Politik benachteiligt.

Die Fronten könnte man durchaus als verhärtet bezeichnen.
United-Internet-Chef Dommermuth wirft der Politik vor, die bisherigen Netzbetreiber und ihr Oligopol zu schützen. Sein Unternehmen und die deutschen Kunden seien demnach die leidtragenden. Denn der Aufbau eines weiteren Netzes sei unter den gegebenen Bedingungen faktisch unmöglich und die Gebühren für Kunden daher höher als in anderen Ländern.

Die Konkurrenten wiesen die Vorwürfe natürlich scharf zurück. United Internet sowie 1&1 seien demnach Nutznießer des derzeitigen Systems, verdienten demnach Milliarden mit fremden Netzten und seien selbst zu keinerlei Investitionen in die Infrastruktur bereit. Dies seit zwar gut für den Aktienkurs, stopfe aber kein Funkloch.

Charttechnischer Ausblick

Große Freude ist bei den Aktionären zuletzt aber auch nicht aufgekommen. United Internet ist mehrfach im Widerstandsbereich zwischen 57,50 und 59,00 Euro gescheitert. Dieses multiple Top belastet das Chartbild nachhaltig.
Den letzten Funken lieferte dann die Commerzbank, die ihre Einschätzung von „Kaufen“ auf „Halten“ revidiert und das Kursziel von 63 auf 58 Euro gesenkt hat.

Mit Unterschreiten der Aufwärtstrendlinie und der Supports bei 52,50 sowie 50,00 Euro wurden innerhalb kürzester Zeit gleich mehrere Verkaufssignale ausgelöst.
United Internet könnte auf diesem Niveau aber Reif für eine Erholung sein. Oberhalb von 47,50 Euro ergäbe sich Potenzial in Richtung 50,00 Euro. Darüber würde sich die Lage zunehmend entspannen.

Fällt United Internet hingegen unter 45,00 Euro, trübt sich das Chartbild nachhaltig ein und es drohen weitere Verluste bis 42,50 und 40,00.

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