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Twitter zerlegt es nach Quartalszahlen: Zu Recht?

Twitter ist der Betreiber der gleichnamigen Plattform für Kurznachrichten. Nutzer können über den Dienst in Echtzeit miteinander kommunizieren. In die maximal 280 Zeichen langen Textnachrichten können darüber hinaus auch Links, Bilder und Videos eingebettet werden. Die Meldungen sind umgehend für alle sichtbar, auch für nicht angemeldete Leser.
Die Haupteinnahmequlle des Unternehmens ist Werbung, es ist beispielsweise möglich einzelne Tweets oder ganze Accounts zu bewerben.

Ein Scherbenhaufen

Für die Aktionäre war die Zeit seit dem Börsengang eher holprig. Nach der ersten Euphorie ging es von über 70 USD im Hoch jahrelang abwärts, bis an das Tief nahe 14 USD.

Die Kursentwicklung entspricht am Ende den Fundamentaldaten. Zunächst waren Hoffnungen und Wachstum groß, doch dann fiel das Kartenhaus in sich zusammen.

Von 2013 bis 2015 war die Umsatzentwicklung mehr als beeindruckend und die Einnahmen stiegen von 317 Mio. auf 2,22 Mrd. USD.
Nach über 50% Wachstum im Jahr 2015, folgten 2016 nur noch 10% und 2017 dann sogar ein Umsatzrückgang. Profitabel war man ohnehin nie.

Es ist ein exemplarisches Beispiel dafür, was mit nicht profitablen Wachstumswerten geschieht, wenn es plötzlich stottert.

Warum ist der Wert dann zuletzt so stark gestiegen?

Nach Monaten der Bodenbildung mehrte sich die Hoffnung, dass eine Trendwende erfolgen könnte, auch wirtschaftlich. Über 20% der Belegschaft wurde entlassen und allerlei Maßnahmen ergriffen, um die Profitabilität zu verbessern.

Ein weiterer Grund für die positive Entwicklung könnte durchaus auch der für seine Tweets berüchtigte US-Präsident Trump sein. Denn seit seiner Wahl sind die Nutzerzahlen wieder leicht steigend.

Darüber hinaus konnte in den ersten beiden Quartalen des Jahres ein Gewinn gemeldet werden.

Wie sehen die Quartalszahlen aus?

Der Gewinn je Aktie lag mit 0,17 im Rahmen der Erwartungen. Der Umsatz übertraf mit 710 Mio. allerdings die Analystenschätzungen von 710 Mio. USD.

Doch abermals stagnierte die Zahl der monatlich aktiven Nutzer, erwartet wurde ein leichter Anstieg. Darüber hinaus muss wohl mehr investiert werden und die höheren Ausgaben drücken natürlich auf die Profitabilität.

Ein weiteres Problem hat das Netzwerk mit sogenannten Zombie- und Fakeaccouts, die Falschmeldungen, Hetze und Spam verbreiten. Unter den Anlegern geht erneut die Sorge um, dass weitaus mehr Fakeaccouts gibt, als bisher angenommen.

Fundamentale Bewertung

Es handelt sich bei Twitter nicht um ein globales Massenphänomen, das zeigen die Zahlen mehr als deutlich. Man sollte davon ausgehen, dass die Plattform eine Art Nischenprodukt bleiben wird.

Dennoch liegt der Börsenwert von Twitter bei mehr als dem zehnfachen des Umsatzes. Auf dieser Basis gehört das Unternehmen zu den 20 teuersten Aktien im S&P500. Trotz jahrelang stagnierendem Umsatz und geringer Profitabilität.

Twitter kommt derzeit auf eine forward P/E von 48,6. Auch auf dieser Basis gehört man zu den 30 teuersten Aktien im S&P500. Und das bei einem voraussichtlichen Gewinnwachstum von „nur“ 16% in den kommenden beiden Jahren.

Aus fundamentaler Sicht ist und war die Bewertung nicht zu rechtfertigen, denn während man zu den 20-30 teuersten Unternehmen gehört, ist man sicherlich nicht eines der 20-30 am schnellsten wachsenden oder profitabelsten.
Selbst nach dem Kurssturz steht der Wert wohl noch 30-50% zu hoch. Daher kann keine Kaufempfehlung ausgesprochen werden.

Die Insider scheinen zum selben Schluss zu kommen. Selbst die vier Gründer halten gemeinsam nur noch wenige Prozent aller Aktien. Seit Jahren wird praktisch nur verkauft. Großinvestoren? Ebenfalls Fehlanzeige.

Charttechnischer Ausblick

Twitter bewegt sich in einem langfristigen Abwärtstrend. Die jüngste Erholung hat die Aktie an das obere Ende des Trendkanals geführt und dort ist der Wert über Wochen hinweg gescheitert.
Mit dem Einbruch am Freitag wurde das Top, wie abzusehen war, bestätigt. Fällt die Aktie nun nachhaltig unter die Suppportzone zwischen 35 und 36 USD und den dort verlaufenden Aufwärtstrend, trübt sich das Chartbild weiter ein. In diesem Fall rücken Kursziele bei 32,50 sowie 31,50 in den Vordergrund. Darunter wäre Platz in Richtung 28,00 – 28,50 USD.

Nach dem Kurssturz ist die Aktie aber auch kurzfristig überverkauft. Gelingt eine Rückkehr über 36,00 USD, würde sich das Chartbild zunächst entspannen und eine Erholung bis 37,50 oder sogar 39,50 USD ermöglichen. Hier sollte der Wert spätestens scheitern.

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20180730-twitter-zerlegt-es-nach-quartalszahlen-zu-recht-langfristig

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