Börsenblick

Zurück Oktober Weiter
Zurück 2018 Weiter

DAX: Starker Ausbruch auf weniger starkem Fundament

So muss ein bullischer Kursverlauf aussehen. Gerade der Umstand, dass der DAX in der vorangegangenen Woche noch an der 200-Tage-Linie gescheitert war, macht den Anstieg des deutschen Leitindex über diesen wichtigen gleitenden Durchschnitt so bedeutsam. Hinzu kommt ein perfektes Vorspiel: Der Chart auf Tagesbasis zeigt, dass der Index nach dem ersten, abgewiesenen Anlauf an die 200-Tage-Linie gleich mehrfach von der anziehenden 20-Tage-Linie aufgefangen wurde, die ihn zum Wochenschluss letzten Endes über diesen Widerstand getragen hat. Jetzt hätte der DAX aus charttechnischer Sicht Spielraum bis an die Zwischenhochs vom Mai (13.204 Punkte) und Juni (13.170 Punkte). Vorausgesetzt, es kommt nichts dazwischen. Denn natürlich ist ein bullisches Chartbild eine ideale Basis für Anschlusskäufe. Aber:

Die Käufer werden nur bei der Stange bleiben, wenn die Rahmenbedingungen das auch unterstützen. Und genau da wird die Sache knifflig. Denn was hier momentan zieht, ist der schöne Schein einer angeblichen „Einigung“ zwischen den USA und der EU in Sachen Handelskrieg. Aber so ziemlich jedem Investor ist sehr wohl klar, dass nur eines wirklich vereinbart wurde: Man wird miteinander reden und keine neuen Zölle erheben, solange gesprochen wird. Das nennt sich „Waffenstillstand“ und nicht „Einigung“. Hinzu kommt:

Bei der grundsätzlichen Willenserklärung, auf beiderseitig niedrigere Zölle für Industrieprodukte hinzuarbeiten, wurde die Automobilindustrie ganz gezielt ausgenommen. Am deutschen Markt tat man so, als habe man das nicht bemerkt. Und auch die erschreckend schwachen Quartalsergebnisse der US-Autobauer und die eher mäßige Daimler-Bilanz wurden ausgeblendet. Der einzige Vorteil, den man aus diesem Treffen Juncker/Trump herauslesen könnte ist, dass man womöglich erst einmal Zeit gewonnen hat, dass eine Eskalation, wenn, dann nicht so schnell wie befürchtet stattfindet.

Aber das Wachstum, ob insgesamt oder bei den DAX-Unternehmen, scheint angesichts der bisher präsentierten Quartalszahlen nicht mehr dem zu entsprechen, was man sich noch zu Jahresbeginn erhofft hatte. Auch der für den Export hilfreiche Abstieg des Euro zum US-Dollar und zu anderen wichtigen Währungen ist erst einmal zum Erliegen gekommen. Das alte Rekordhoch von 13.597 Punkten vom Januar zu erreichen, womöglich gar zu überbieten, wird also nicht so einfach sein. Aber eines darf man nicht übersehen:

DAX_2018_07_30_Week

Hoffnungen sind oft hartnäckig und nicht selten eine stärkere Motivation als Fakten. Vor allem, solange der Trend passt und der DAX sukzessive imstande ist, Charthürden zu überwinden. Daher wäre es sicherlich keine gute Idee, mit dem Verweis auf die Gemengelage, die derzeit nur gefühlt besser ist als vor vier Wochen, auf Verdacht Short zu gehen. Der DAX ist kurz- und mittelfristig derzeit bullisch, dem Trend zu folgen, wäre daher die sinnvollere Alternative. Allerdings unter Berücksichtigung dieses nicht gerade soliden Fundaments der Aufwärtsbewegung mit einer konsequenten Absicherung nach unten, für die derzeit die als zuletzt Sprungbrett genutzte 20-Tage-Linie eine sinnvolle Orientierung für kurzfristige Trader darstellen würde.

DAX_2018_07_30_Day

Auch interessant:

Wie sichere ich mein Depot in Crash-Zeiten ab? Interview mit Stefan Scharffetter | LYNX fragt nach
DAX: Was kommt nach dem Gemetzel? | LYNX Marktkommentar
DAX: Erholung oder Korrekturphase? Interview mit Stefan Scharffetter | LYNX fragt nach
Handeln über LYNX: Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • niedrige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN