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S&P 500: Die Gefahr ist, dass kaum jemand die Gefahr sieht

Mit dem Schlusskurs des Donnerstags fehlen dem marktbreiten US-Index Standard & Poor’s 500, kurz S&P 500, gerade einmal etwa 1,3 Prozent, um das bisherige Rekordhoch von 2.873 Punkten, das der Index Ende Januar erzielt hatte, zu überbieten. Da kann und darf man staunen. Denn auch, wenn davon ausgegangen wird, dass das zweite Quartal für die US-Wirtschaft endlich einmal ein starkes war (die heutige erste Schätzung des US-Bruttoinlandsprodukts soll etwa um vier Prozent liegen), waren die vorangegangen beiden Quartale doch eine Enttäuschung.

Das von Donald Trump versprochene immens starke Wachstum ließ bislang auf sich warten. Sogar ein unmittelbarer Effekt der US-Steuerreform blieb aus, der soll jetzt im zweiten Quartal sichtbar werden. Bei den Unternehmen sorgte diese Reform zwar bereits für Gewinnsprünge. Aber mit Blick auf schwache Bilanzen der US-Automobilhersteller und mehrere verfehlte Erwartungen bei Publikumslieblingen wie Netflix oder Facebook muss man sich schon fragen, woher die US-Marktteilnehmer den Mut nehmen, beim marktbreiten S&P 500 stur immer weiter zu kaufen.

Chart vom 26.07.2018, Kurs 2.837,44 Punkte, Kürzel SPX

Der Knackpunkt liegt in der Bezeichnung „marktbreit“. Man setzt darauf, dass von der aggressiven US-Handelspolitik vor allem kleinere US-Unternehmen profitieren. Was auch dazu führt, dass der S&P 500 dem Dow Jones momentan davonläuft. Es sind nicht die Blue Chips, die stark laufen, es ist die zweite Reihe. Was indes auch nicht ohne Risiko ist, denn diese Hoffnung, dass die etwas kleineren US-Firmen jetzt einen warmen Geldregen erfahren, ggf. Dividenden erhöhen und/oder Aktien zurückkaufen und so die Anleger glücklich machen, muss auch erst einmal erfüllt werden. Was voraussetzt, dass Donald Trumps Wirtschafts- und Handelspolitik nicht zum Bumerang wird.

Und da die ersten Anzeichen dafür, z.B. steigende Kosten bei den Autobauern durch deutlich gestiegene Stahlpreise, bereits zu sehen sind, würde es Zeit, dass Europa und China tun, was die US-Regierung verlangt. Und bei China ist das noch völlig offen, für Europa gilt das nicht minder. Immerhin war der am Mittwochabend propagierte Deal nichts anderes als die gegenseitige Zusage, keine neuen Zölle zu erheben, solange man verhandelt. Aber Verhandlungen können jederzeit beendet werden. So gesehen ist diese mit dem Beginn des dritten Quartals neu belebte Hausse ein Spiel mit dem Feuer, das besonders deshalb so riskant ist, weil viele der Akteure sich des Risikos gar nicht bewusst sind. Aber:

Charttechnisch passt bislang alles. Der Wochenchart zeigt, dass sich der S&P 500 bislang auf seinen langfristigen, doppelten Leitstrahl in Form des Anfang 2016 entstandenen Aufwärtstrends und der 200-Tage-Linie verlassen kann. Und auf der kurzfristigen Ebene vermochte sich der Index in dieser Woche deutlicher über die Zwischenhochs vom März und Juni abzusetzen.

Chart vom 26.07.2018, Kurs 2.837,44 Punkte, Kürzel SPX

Das Chartbild ist also klar bullisch. Wichtig wäre indes, sich der Risiken gewärtig zu sein und eine konsequente Absicherung nach unten vorzunehmen. Aktuell ist entscheidend, dass der S&P 500 die vorgenannten, jetzt klar überbotenen Wendemarken vom März und Juni (2.791/2.802 Punkte) nicht mehr unterschreitet. Knapp darunter, derzeit noch so, dass die bei 2.783 Punkten verlaufende 20-Tage-Linie mit eingefangen würde, wäre ein Stop Loss unbedingt zu überlegen.

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