Börsenblick

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Daimler: Charttechnisch perfekt, fundamental fragwürdig

Rein charttechnisch betrachtet ist die Situation der Daimler-Aktie überaus vielversprechend. Denn sauberer könnte sich eine potenzielle Wende nicht entwickeln. Nach dem Bruch der wichtigen Wendemarke bei 59 Euro, die vor gut einem Jahr entstanden war, versuchtem man sich mit einer Kurslücke nach oben an deren Rückeroberung. Der erste Anlauf scheiterte, aber im Zuge des daraus entstandenen Rücksetzers wurde die vorher entstandene Kurslücke präzise geschlossen. Es folgte ein zweiter Anlauf an die Hürde bei 59 Euro, die zwar volatil verlief, wobei aber immer wieder die 20-Tage-Linie gehalten wurde.

Und gestern wurde das Ganze durch einen Intraday-Turnaround gekrönt: Eröffnung im Plus, Rücksetzer ins Minus, das Drehen der Aktie im Bereich der 20-Tage-Linie und Schlusskurs über der Eröffnung und, endlich, auch über 59 Euro. Wiederum aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg damit frei an den Kreuzwiderstand aus der Januar-Abwärtstrendlinie und dem April-Tief um 63,80 Euro. Aber eben nur aus charttechnischer Sicht. Denn was so gar nicht passen mag, sind die Rahmenbedingungen.

Expertenmeinung: Daimler präsentierte am Donnerstagmorgen seine Bilanz des zweiten Quartals. Und obgleich die Akteure durch eine am 21. Juni lancierte Gewinnwarnung ohnehin nicht mit allzu erfreulichen Zahlen rechneten: Auch diese niedrigere Erwartungshaltung traf nicht auf eine positive Überraschung. Der Umsatz lag gut ein Prozent unter dem des Vorjahresquartals, der Gewinn lag, ob als EBIT oder netto gerechnet, sehr deutlich unter dem, was noch im zweiten Quartal 2017 in der Kasse blieb.

Dass daraus am Ende nach einem Ausflug ins Minus ein Plus von 2,8 Prozent wurde, war keineswegs zu erwarten. Und der Umstand, dass BMW und VW noch weit kräftiger zulegten und Daimler dadurch mitzogen, sowieso nicht. Denn das Argument, die Gefahr von US-Strafzöllen gegen europäische Autobauer sei nach dem „Deal“ zwischen Trump und Juncker am Mittwochabend gebannt, ist falsch. Immerhin hatte man in Bezug auf die Willenserklärung, auf niedrigere Zölle im Industriebereich hinzuarbeiten, die Automobilindustrie ganz klar ausgenommen.

Zeit mag man gewonnen haben angesichts der Aussage, es würden keine neuen Zölle verhängt, solange geredet werde. Aber das bessert die auch ohne Strafzölle sukzessive grauer werdende Perspektive bei Daimler nicht. So gesehen ist Vorsicht geboten. Es wäre ratsam, Long-Positionen um 56,50 Euro und damit knapp unterhalb der 20-Tage-Linie und den Verlaufstiefs des höhergelegenen, zweiten kleinen Bodens abzusichern.

Chart vom 26.07.2018, Kurs 59,51 Euro, Kürzel DAI

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