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Paypal: Starke Zahlen, Aktie dennoch schwächer. Was ist da los?

Paypal ist einer der weltweiten Marktführer im Bereich digitaler und mobiler Zahlungsabwicklung. Über die Plattform bietet das Unternehmen vor allem im Online-Handel eine sichere Möglichkeit für Geld-Überweisungen, die vor allem den Kunden schützt. Denn der Käufer muss seine Finanzdaten zu keinem Zeitpunkt an Dritte weitergeben und seine Zahlung ist durch Paypal abgesichert.
Die Abwicklung kann dann sowohl über ein PayPal-Konto, per Lastschrift oder Kreditkarte erfolgen.

Positionierung und Marktmacht

Paypal ist einer der großen Profiteure des zunehmenden Onlinehandels. Durch unkomplizierte Abwicklung und die große Zahl von Akzeptanzstellen ist der Service zu einem der Standarts im Online-Zahlungsverkehr geworden.

Weniger bekannt dürfte die Tochter Venmo sein, eine kostenlose Online-Wallet. Das Wachstum ist hier noch weitaus höher und das Transaktionsvolumen macht inzwischen rund 10% des Konzerns aus.

Langfristige Entwicklung

Für Paypal liegen erst ab 2014 umfassende Zahlen vor. In dieser kurzen Zeitspanne stieg der Umsatz von 8,0 auf 13,1 Mrd. USD. Das Ergebnis legte noch stark überproportional von 0,34 auf 1,47 USD je Aktie zu.
Die Profitabilität ist ohnehin hoch. Im laufenden Geschäftsjahr sollen je Aktie 3,85 USD an freiem Cashflow anfallen. Das entspricht rund 4,6 Mrd. USD und das Unternehmen käme somit auf ein P/FCF von 22,8.

Warum gibt die Aktie nach?

Eigentlich gibt es keinen ersichtlichen Grund für den nachbörslichen Abschlag von bis zu 6%, denn die Zahlen waren durchweg gut.

Der Gewinn je Aktie lag mit 0,58 USD über den Erwartungen von 0,56 USD und dem Vorjahreswert von 0,46 USD. Der Umsatz übertraf mit 3,86 Mrd. die Analystenschätzungen von 3,82 Mrd. USD ebenfalls.

Das über Paypal abgewickelte Transaktionsvolumen stieg auf Jahressicht um 29% auf 139,4 Mrd US-Dollar. Die Tochter Venmo gehörte abermals zu den großen Wachstumstreibern und legte beim Transaktionsvolumen sogar um 78% auf 14,0 Mrd. USD zu.

Darüber hinaus wurde die Prognose für den Gewinn im laufenden Geschäftsjahr minimal erhöht und Aktienrückkäufe beschlossen. Das Volumen der Buybacks liegt bei 10,0 Mrd. und entspricht fast 10% des aktuellen Börsenwerts.

Der Vorstand zeigte sich zurecht erfreut über die Geschäftsentwicklung und die guten Zahlen. Daran kann es also nicht gelegen haben.

Fundamentale Bewertung

Ich habe bereits mehrmals meine Ansicht zum Ausdruck gebracht, dass es sich bei Paypal um ein herausragendes Unternehmen handelt. Aber selbst herausragende Unternehmen sind nicht unendlich viel Wert und genau hier liegt auch das Problem.

Paypal kommt beim aktuellen Kurs von 88 USD auf eine forward P/E von 37,6. Trotz der guten Zahlen, des Ausblicks und der Aktienrückkäufe scheint das doch etwas ambitioniert. Nur wenige Monate zurück, lag die forward P/E noch unter 30 und hier wären Käufe dann auch wieder interessanter.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie von Paypal ist übergeordnet bullisch und ein klarer Outperformer.
Jetzt könnte jedoch eine Korrektur anstehen. Unterhalb von 87,50 USD kommt es zu einem ersten kleinen Verkaufssignal mit einem Kursziel bei 85,80 USD. Darunter wäre der Weg frei in Richtung 82,50 und 80,00 USD.

Kann sich die Aktie hingegen direkt wieder erholen und über 87,50 USD halten, hätten die Bären ihre Chance vertan.

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