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Facebook: Horror-Ausblick und fader Beigeschmack

Facebook betreibt unter demselben Namen das weltweit größte Soziale Netzwerk, zum Unternehmen gehören jedoch auch WhatsApp, Instagram und Oculus Virtual Reality. Ende des vergangenen Jahres hatte das über 25.000 Mitarbeiter und 1,4 Milliarden tägliche Nutzer, ein Anstieg um 14% zum Vorjahr.

Dieses mal ist es anders

Zuletzt kam die Aktie von Facebook im März dieses Jahres unter Druck. Cambridge Analytica hatte millionenfach und unrechtmäßig die Nutzerdaten von Facebook ausgewertet. Die Vorgänge waren skandalös und wurden zurecht von den Medien aufgegriffen.

Die Kursreaktion ergab dennoch keinen Sinn, denn nicht Facebook hatte die Daten gestohlen. Die Schlussfolgerung lag nahe, dass der Fall schnell von der Öffentlichkeit ad-acta gelegt würde und die operativen Ergebnisse von Facebook nicht weiter belasten würden. Im ValuePlus Webinar hatte daher ich mehrmals zum Kauf von Facebook geraten. Die Webinare sind vollkommen kostenlos, gerne können Sie sich unter diesem Link anmelden.

Die Schlussfolgerung war meines Erachtens richtig, zumindest legte die Aktie anschließend in wenigen Wochen um über 40% zu. Doch warum hole ich so weit aus?

Ich möchte den aktuellen Kurssturz und Lage klar von der damaligen Situation abgrenzen. Damals gab es keinen vernünftigen Grund für den Kurssturz, dieses Mal gibt es ihn.

Warum ist die Aktie abgestürzt? Eine Chronologie

Am Vortag hat das Unternehmen nach Börsenschluss Quartalszahlen vorgelegt und die sind auf den ersten Blick nicht schlecht ausgefallen.

Die Zahl der monatlich und täglich aktiven Nutzer ist um 11% gestiegen. Die Werbeeinnahmen legten um 42% zu und der mobile Anteil von 87% auf 91% zu.
Das Ergebnis lag mit 1,74 USD knapp über den Erwartungen von 1,72 USD je Aktie. Der Umsatz hingegen mit 13,2 Mrd. USD unter den Schätzungen von 13,4 Mrd. USD.

Soweit so gut, diese Daten hätten wohl kaum zu einem Kurssturz geführt. Der Umsatz ist auf Jahressicht immerhin um 42% und der Gewinn um 32% gestiegen. Doch jetzt wird es holprig.

Die Zahl der Beschäftigten ist im selben Zeitraum um 47% und die Gesamtkosten um über 50% gestiegen, jeweils stärker als die Einnahmen. Dementsprechend war die operative Marge von 47% auf 44% rückläufig.

Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen notierte die Aktie knapp 7% im Minus. Der Todesstoß kam dann im Earnings Call, erst danach rauschte Facebook richtig in die Tiefe.

Der Earnings Call hatte es in sich

Der Vorstand ging über eine Stunde noch einmal alle Daten durch und gab einen Ausblick, der die Anleger vollends schockte.

Das Umsatzwachstum soll im zweiten Halbjahr um einen „hohen einstelligen Prozentbereich fallen“. Also beispielsweise von derzeit 42% auf bis zu 33%.
Gleichzeitig sollen die Kosten aber schneller steigen als bisher erwartet, denn der Kampf gegen Falschmeldungen, verbotene Inhalte und die höheren Sicherheitsstandards führt zu erheblichen Mehrausgaben. Die operative Marge wird daher wohl „für mehr als zwei Jahre“ belastet.

Gruß an Mark Zuckerberg

Bei diesen Aussagen war es wohl zuvor schon klar, dass die Aktie unter die Räder kommen würde. Der werte Herr Chairman Zuckerberg nutze daher die hohen Kurse, um in den drei Tagen vor den Quartalszahlen insgesamt 774.000 Aktien an den Mann zu bringen. Insgesamt dürften die Papiere somit rund 160 Mio. USD in die Kasse von Zuckerberg gespült haben.

Selbstverständlich haben die Vorgänge keine strafrechtliche Relevanz, denn die Verkäufe waren im Rahmen der Rule 10b5-1 zuvor angemeldet. Ein fader Beigeschmack bleibt dennoch.

Gegenüber den Aktionären ist es der blanke Hohn.

Wie sieht jetzt die Bewertung aus?

Beim außerbörslichen Kurs von 173,50 USD und den bisherigen Gewinnerwartungen von 7,70 USD je Aktie, käme Facebook auf eine forward P/E von 22,5. Vorausgesetzt die bisherigen Schätzungen können erfüllt werden. Das erscheint zum aktuellen Zeitpunkt aber eher unwahrscheinlich.

Nimmt man die Zahlen von 2017 als Grundlage und die neuen Prognosen für Umsatz- und Kostenwachstum kommt man auf andere Zahlen. Das operative Ergebnis sollte im Bereich 25 Mrd. USD liegen, was je nach Steuerquote zwischen 6,50 – 7,50 USD je Aktie entsprechen würde.

Der Kurssturz ist fundamental also absolut gerechtfertigt. Aktionäre müssen wohl auch mittelfristig mir langsamer steigenden Gewinnen rechnen und dementsprechend muss die relative Bewertung, die P/E, fallen.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie von Facebook ist nachbörslich direkt in das Unterstützungsband zwischen 166 und 174 USD gefallen – roter Pfeil im Chart. Hier könnte durchaus größeres Kaufinteresse aufkommen und eine Gegenbewegung in Richtung 185 bis 190 USD starten. Darüber würde sich das Chartbild wieder aufhellen und die Bären hätten ihre Chance verspielt.

Eine ausgedehnte Korrektur sollte aber keinesfalls ausgeschlossen werden. Solange der Wert unter 185 USD notiert, droht jederzeit ein Rückfall in Richtung 174 und 166 USD. Werden diese Supports aufgegeben, kommt es zu einem Verkaufssignal mit einem Kursziel zwischen 150 und 156 USD.

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