Börsenblick

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EuroStoxx 50: Angst kauft … Panik verkauft

Würde alleine die Charttechnik die kommenden Tage bestimmen, wäre der europäische Leitindex EuroStoxx 50 ein perfekter Rallye-Kandidat. Seit Anfang des neuen Quartals ist er wieder nach oben unterwegs, überwand zügig die 20-Tage-Linie als nächstgelegene Widerstandslinie und bestätigte diese danach gleich zweimal in kurzer Zeit als tragfähige Unterstützung. Mit dem Schwung eines Plus von knapp einem Prozent federte der Index am Dienstag von dort nach oben und ist damit in Schlagdistanz, um es mit der nächsten, wichtigen Hürde aufzunehmen, der bei 3.508 Zählern verlaufenden 200-Tage-Linie.

Aber es ist eben nicht alleine die Charttechnik, die bestimmen wird, wie es weitergeht. Womöglich spielt sie heute und morgen sogar nur eine Nebenrolle, denn die heute anstehenden Gespräche zwischen dem US-Präsidenten und EU-Kommissionspräsident Juncker sind geeignet, Weichen zu stellen.

Chart vom 24.07.2018, Kurs 3.483,31 Punkte, Kürzel ESTX50

Was da herauskommt wird den Investoren einen starken Fingerzeig geben, ob sich der Weg Richtung Eiszeit zwischen Europa und den USA und den damit verbundenen, beiderseitig negativen Konsequenzen auf das Wachstum fortsetzt oder womöglich Tauwetter ansteht. Das gestrige Plus lässt vermuten, dass die Mehrheit der Akteure auf Letzteres setzt.

Aber wie könnte man? Gerade die Statements von Donald Trump in den vergangenen Tagen machen es wenig wahrscheinlich, dass man sich bei diesen Verhandlungen in gutem beiderseitigem Einvernehmen oder gar mit einem „Deal“ trennen wird. Natürlich ist es nicht auszuschließen. Aber es ist die weniger wahrscheinliche Variante, während die größere Zahl der aktiven Marktteilnehmer am Dienstag auf der bullischen Seite agierte. Das passt nicht zusammen – oder doch?

Das kann es durchaus, wenn die Motivation, die hinter den gestrigen Käufen steht, nicht die Erwartung ist, dass sich die Gemengelage deutlich aufhellt, sondern das Gegenteil. Es wäre keineswegs untypisch, wenn der Kursanstieg des Dienstags eine Art „offensive Defensive“ gewesen wäre, um die Chance zu wahren, den EuroStoxx 50 im Fall eines plötzlichen Durchsackens wegen negativer Nachrichten aus Washington abfangen zu können, bevor er durch die 20-Tage-Linie fällt und dort liegende, dann auslösende Stop Loss-Verkaufsorders den Selloff intensivieren.

Es ist sehr gut möglich, dass hier nur ein Puffer aufgebaut werden sollte. Da sollte man an die alte Börsenregel denken: Angst kauft, erst die Panik verkauft.

Chart vom 24.07.2018, Kurs 3.483,31 Punkte, Kürzel ESTX50

Der heutige Tag wird spannend wie kein anderer in den vergangenen Wochen. Und sollte die 20-Tage-Linie mit Schlusskursen unter 3.420 Punkten deutlich fallen, sollte man einkalkulieren, dass gerade das Scheitern einer solchen „offensiven Defensive“ den danach entstehenden Abgabedruck noch intensivieren könnte. Grünes Licht, ein bullisches Signal, wäre hingegen dann gegeben, wenn die vorgenannte 200-Tage-Linie bei 3.508 Punkten tatsächlich und mit Closings über 3.520 Punkten auch hinreichend deutlich bezwungen wurde. Was zwar derzeit das weniger wahrscheinliche Szenario ist, was aber, wie nichts an der Börse, einfach ausgeschlossen werden sollte.

 

 

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