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DAX: Hinter dem Vorhang lauert die Trendwende

Wie groß war der Anteil des am Freitag absolvierten Terminbörsen-Abrechnungstermins daran, dass der DAX den Tag und damit zugleich die ganze Woche nicht am Verlaufstief beendete? Heute könnten wir davon eine erste Ahnung bekommen, morgen, wenn mögliche „Nachwehen“, d.h. mit der Abrechnung in Zusammenhang stehende Dispositionen, über die Bühne sind, sollten wir es wissen.

Und man darf annehmen, dass das Lager der Bullen dieser neuen Woche nicht gerade gelassen entgegensieht. Denn der Freitag hatte allerhand zu bieten, was den Index über eine kurze Reaktion hinaus unter Druck setzen kann. Und immer wieder fällt dabei der Name Trump.

Der hatte sich zuerst in der Nacht zum Freitag in einem Interview über steigende Zinsen beklagt. Darüber sei er nicht glücklich, so der US-Präsident. Was er aber nicht auf volkswirtschaftliche Aspekte bezog. Er sagte, die Regierung stecke so viel Arbeit in die Wirtschaft und dann steigen die Zinsen. Das sorgte schon unmittelbar in der Nacht bei den US-Index-Futures für Abgabedruck.

Aber es ging noch weiter. Zur Mittagszeit wurde am Freitag bekannt, Trump habe in Bezug auf die US-Strafzölle gegen China gesagt, er würde „bis 500 gehen“, d.h. das Volumen der chinesischen Importe, die er mit Strafzoll belegen würde, auf einen Warenwert von bis zu 500 Milliarden US-Dollar hochfahren.

Interessant dabei war der Satz, dass „er niemandem Angst machen wolle“ … was indiziert, dass er sich sicher ist, bei diesem Abenteuer völlig unangreifbar zu sein. Die Anleger wissen, dass das nicht so ist. Und um das Ganze abzurunden, twitterte er später, dass Europa und China ihre Währungen manipulieren würden, um den USA zu schaden. Eine Aussage, die zwar früher schon auftauchte, hinsichtlich derer er aber zwischenzeitig erklärt hatte, dem sei nicht so.

All das zeichnet ein gefährliches Bild. Es wirkt, als würde der Präsident die Wirtschaftspolitik wie ein Pokerspiel betreiben. Mit einem Einsatz, der die gesamte US-Wirtschaft, aber auch die Weltwirtschaft insgesamt in die Tiefe reißen würde, wenn er sich „verzockt“. Gleich drei unerfreuliche Statements binnen 24 Stunden – es war nicht unbedingt überraschend, dass der DAX zeitweise deutlich in die Knie ging. Am Tagestief lag der deutsche Leitindex über 200 Punkte im Minus, am Ende gelang es, sich knapp 100 Punkte vom Tagestief zu lösen. Aber:

DAX_2018_07_23_Day

Es besteht das Risiko, dass die Erholung zum Handelsende nur auf die Abrechnung der Optionen auf Aktien zurückzuführen war, die zum um 17:30 Uhr stattfand. Und charttechnisch betrachtet dürfte den Bären die aktuelle Entwicklung überaus gefallen.

Der DAX scheiterte zur Wochenmitte an der wichtigen 200-Tage-Linie … und im Tagestief hatte er bereits die 20-Tage-Linie erreicht, die einzige Unterstützungsmarke, die ihn vom Juni-Tief bei 12.104 Punkten trennt.Und damit bleibt ein Szenario virulent, das viele Akteure angesichts der hohen Volatilität der Notierungen, die ihre Aufmerksamkeit auf kurzfristige Zeitraster lenkt, womöglich noch gar nicht realisiert haben:

Die Möglichkeit einer großen Trendwendeformation in Form einer Schulter-Kopf-Schulter. Die wird sofort erkennbar, wenn man sich den DAX in der Darstellung auf Wochenbasis ansieht. Und dass er in der vergangenen Woche an der 200-Tage-Linie abgewiesen wurde, erhält die Möglichkeit aufrecht, dass der Index gerade dabei ist, seine rechte Schulter auszubilden.

Vollendet wäre dieses immens massive Short-Signal, würde der DAX unter das bisherige Jahrestief von 11.727 Punkten rutschen. Das erscheint derzeit noch weit weg. Aber in einem Umfeld wie diesem, in dem die Risiken stetig zunehmen, kann so etwas schnell gehen.

DAX_2018_07_23_Week

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