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Salzgitter: Goldman Sachs pusht, die Anleger verkaufen

Vor Handelsbeginn des Donnerstags hob der US-Investmentbankriese Goldman Sachs sein Kursziel für den Stahlkonzern Salzgitter von „Halten“ auf „Kaufen“ an und setzte das neue Kursziel auf 52 Euro (nach 49,50 Euro). Die Analysten priesen eine „historisch günstige Bewertung“ der Aktie. Das klang grandios, immerhin würde das Erreichen dieses Kursziels einen Anstieg von fast 30 Prozent bedeuten (gerechnet vom Schlusskurs des Mittwochs). Also machte der Kurs zum Handelsstart einen gewaltigen Satz nach oben, startete fast vier Prozent höher … und fiel dann den Tag über immer weiter zurück, um am Ende sogar gut 0,8 Prozent im Minus zu landen. Da hatten wohl einige in die Daten geschaut und festgestellt: Das mit dieser historisch günstigen Bewertung ist höchst relativ. Da das Unternehmen erst seit zwei Jahren nach jahrelanger Durststrecke wieder Gewinne schreibt, stimmt es: Angenommen, die durchschnittliche Prognose der Analysten, die im laufenden Jahr mit etwa vier Euro Gewinn pro Aktie rechnen, träfe ein, läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) auf dem aktuellen Kursniveau um zehn. Und das wäre weniger als 2016 und 2017 und ungefähr da, wo es 2011 lag, als Salzgitter vor der Verlustphase letztmalig schwarze Zahlen schrieb. Aber was ist denn das für eine Aussage!

Expertenmeinung: Wenn ein Unternehmen mehrere Jahre lang rote Zahlen einfährt, ist es normal, dass das KGV zunächst noch höher liegt, weil die Investoren die sich abzeichnende Gewinnsteigerung im Vorfeld in die Aktie einpreisen. Der Kurs steigt dann erst einmal schneller als der Gewinn, also ist auch das KGV eine Zeit lang recht hoch. Aber jetzt haben wir ja eine Situation, in der sich die Frage stellen muss, ob Salzgitter nicht bereits ein Zwischenhoch bei den Gewinnen erreicht hat. Permanent gilt es, sich gegen Dumping-Preise aus den billiger produzierenden Ländern zu wehren. Und zudem läuft da ja auch noch ein Handelskrieg. Es ist zwar richtig, dass die Unternehmensführung die direkten Auswirkungen der US-Strafzölle für überschaubar hält. Aber die indirekten Folgen sind nicht wirklich kalkulierbar: Ein Rückgang des weltweiten Wirtschaftswachstums und noch mehr Billig-Importe nach Europa, die wegen der US-Strafzölle nach Europa „umgeleitet“ werden, beides wäre möglich. Hinzu kommt, dass die Aktie nach der ersten Reaktion auf die Inkraftsetzung der US-Strafzölle bereits um 36 Euro einen Boden gebildet hatte und von dort aus wieder nach oben lief. Das gestrige Tageshoch von knapp 42 Euro erschien nicht wenigen Akteuren da wohl bereits als ausreichende Gegenreaktion. In einen Kurssprung hinein zu verkaufen, am Ende im Minus zu landen, das ist für die Bullen die Höchststrafe. Mit diesem Abverkauf bleibt die Aktie im übergeordneten Bild bärisch. Unter 36 Euro würde dann die nächste Stufe des Abwärtstrends zünden. Erst im Fall eines Schlusskurses über der bei 44 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie wäre Salzgitter als bullisch einzustufen. Aber bis dahin wäre es ein weiter Weg.

SZG_2018_07_20

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