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SAP: Cloudgeschäft wächst stark, Prognose angehoben!

Die SAP SE zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Unternehmenssoftware. Mit den Lösungen des 1972 gegründeten Unternehmens können Geschäftsprozesse wie z.B. Einkauf, Vertrieb, Kundenbeziehungen sowohl intern, als auch unternehmensübergreifend effizient organisiert werden.

Das Produktspektrum von SAP umfasst maßgeschneiderte Softwarelösungen für große Konzerne und mittelständische Betriebe, sowie Standardsysteme für kleine und mittlere Unternehmen. Darüber hinaus bietet SAP für viele Branchen passende Softwarelösungen für deren spezifische Geschäftsprozesse an.

Das Flaggschiff des Softwarekonzerns stellt die SAP Business-Suite dar, die auf die jeweiligen Anforderungen und Geschäftsziele eines Unternehmens zugeschnitten werden kann. Basis dieser Anwendung ist die von SAP entwickelte Datenbanktechnik HANA. Bei dieser werden Daten nicht mehr auf der Festplatte, sondern im Arbeitsspeicher oder in der Cloud abgelegt. Dadurch sind wichtige Daten jederzeit und an jedem Ort rasch verfügbar. Laut eigenen Angaben berühren 76 % aller weltweit verarbeiteten Geschäftstransaktionen ein SAP System.

Top-Unternehmen im Dax

Diese herausragende Stellung schlägt sich auch in den Zahlen nieder. SAP gehört hier ohne jeden Zweifel zu den Positivbeispielen im Dax.
Der Umsatz hat sich in den letzten zehn Jahren von 11,57 auf 23,46 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Der Gewinn legte noch etwas stärker zu und stieg von 1,55 auf 3,35 Euro je Aktie. Die Dividende wurde nach einer Pause in der Finanzkrise, ab 2011 wieder jedes Jahr erhöht.

Wie ist die aktuelle Lage?

Für das laufende Geschäftsjahr liegen seit wenigen Stunden die Zahlen der ersten beiden Quartale vor. Auf den ersten Blick war die Entwicklung insgesamt eher verhalten und der Umsatz kletterte lediglich um 2% auf 9,29 Mrd. Euro.
Im Bereich Softwarelizenzen waren die Einnahmen mit Minus 9% sogar deutlich rückläufig. Wachstumstreiber ist hingegen weiterhin der Bereich Cloud-Subskriptionen und -Support, welcher um 24% wachsen konnte.
Erfreulicherweise findet die Expansion vor allem in den hochprofitablen Segmenten statt, wodurch sich auch die operative Marge von 14,5% auf 18,4% deutlich verbessert hat. Dementsprechend kletterte auch das Ergebnis von 0,99 auf 1,20 Euro je Aktie

Prognose wird erhöht

Der Vorstand zeigte sich erfreut und zuversichtlich. „Dieses Quartal ist beispielhaft für den Weg, den wir gewählt haben: Schnelle Ausrichtung des Unternehmens auf die Cloud bei beträchtlicher Steigerung der Gewinne und Margen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Dynamik weiter zunehmen wird“, sagte Finanzvorstand Mucic.

Den Worten folgten Taten und SAP erhöhte den Ausblick für 2018 und die Zielsetzungen für 2020.
Beim Umsatz erwartet man in diesem Jahr nun 25,0 – 25,3 Mrd. Euro, bisher war man von 24,8 – 25,3 Mrd. Euro ausgegangen. Die Prognose für das Betriebsergebnis wurde von 7,35 – 7,50 auf 7,40 – 7,50 Mrd. Euro erhöht.
Wachstumstreiber bleiben weiterhin Cloud-Subskriptionen und -Support, die um 34-38% zulegen sollen sowie Cloud- und Softwareerlöse, bei denen eine währungsbereinigte Wachstumsrate von 7,5 % bis 8,5% erwartet wird.

Ist die Aktie auf diesem Niveau günstig?

Die zweite Jahreshälfte ist bei SAP traditionell stärker. Für das laufende Geschäftsjahr liegt die Konsenserwartung bei einem Gewinn von 4,30 Euro je Aktie, nach 3,36 Euro zuvor. Das würde einem Gewinnsprung von knapp 28% entsprechen.

Einen realistischeren Blick auf das Gewinnwachstum erhalten wir, wenn mehrere Jahre betrachtet werden. Nehmen wir beispielsweise den Zeitraum von 2015 bis einschließlich 2019, drei abgeschlossene, das laufende und das nächste Geschäftsjahr.
Können die Prognosen erfüllt werden, sollte das Ergebnis in diesem Zeitraum von 2,56 auf 4,80 Euro je Aktie zulegen. Eine beeindruckende Performance und auch für SAP ein historisch weit überdurchschnittlicher Wert von knapp über 13% per annum.

SAP kommt derzeit auf ein KGV von 30,6 und ein KGVe von 23,9 im laufenden Geschäftsjahr. Die Dividendenrendite beträgt rund 1,4%.
Doch selbst in Anbetracht der starken Entwicklung und des Ausblicks ist SAP eher hoch bewertet. Das zeigt auch der Blick auf historische Vergleichswerte. Das KGV per Jahresende 2017 war das höchste der letzten Dekade. Die Bewertung lag auch in 7 der letzten 10 Jahre unter dem aktuellen KGVe von 23,9. Der P/B war seit 2013 nicht mehr so hoch und P/S nie höher.

SAP ist ohne jeden Zweifel ein Unternehmen, welches alle Kriterien für ein Investment erfüllt. Wir würden aber bevorzugt zu niedrigeren Kursen einsteigen wollen, Rücksetzer sind daher Kaufkurse. Wo könnten diese liegen?

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie ist langfristig klar bullisch und bewegt sich in einem stabilen Aufwärtstrend. Kurzfristig erscheint SAP aber eher überkauft und es droht die Bildung eines Doppeltops bei 105,00 Euro. Ein Rücksetzer in Richtung 97,90 und 95,50 Euro sollte daher eingeplant werden.
Darunter käme es zu einem Verkaufssignal mit einem möglichen Kursziel zwischen 89,20 und 91,50 Euro. Ab hier wird es für Investoren wieder interessanter.

Gelingt hingegen ein direkter Ausbruch über 105,00 Euro, würde das große Stärke signalisieren und den Weg in Richtung 110,00 Euro freimachen.

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