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MDAX: Jetzt muss aus Strohhalmen ein Fundament werden

Da haben die Bullen ja nochmal die Kurve gekriegt. Es war denkbar knapp, aber Sie sehen in diesem langfristigen Chart auf Wochenbasis, dass es gelungen ist, bezogen auf die Wochenschlusskurse gerade noch zu verhindern, dass der MDAX die längerfristige, aus dem Februar 2016 stammende Aufwärtstrendlinie bricht. Seither zieht der „Index der zweiten Reihe“ kräftig an, hat bereits die 200-Tage-Linie (hier im Chart als 40-Wochen-Linie in blau) zurückerobert.

Das bisherige Rekord-Verlaufshoch von 27.525 Punkten ist so fern nicht mehr. Da müssen jetzt nur überzeugende Bilanzen zum zweiten Quartal kommen, und schon könnte dieser Deckel gesprengt werden. Aber bislang ist das nur einer der Strohhalme, an den sich die bullischen Trader klammern. Und brisant ist, dass es nicht einmal der einzige seiner Art ist, denn:

Expertenmeinung: Da steckt auch noch die Hoffnung dahinter, dass das Thema Handelskrieg womöglich bald zu den Akten gelegt werden könnte. Nur stehen diese Erwartungen auf wackligen Beinen. Dass Larry Kudlow, der Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, gestern behauptete, die EU werde bei den Handelsgesprächen mit den USA in der kommenden Woche mit einem Vorschlag für ein Freihandelsabkommen antreten, ist womöglich nur eine Finte, um die EU so öffentlich unter Druck zu setzen. Auch dieser ominöse Vorschlag des US-Botschafters gegenüber den Lenkern der deutschen Automobilkonzerne, auf Zölle doch einfach gegenseitig zu verzichten, dient als Strohhalm und ist nicht mehr als das. Zumindest so lange nicht, bis dieser Zwist wirklich beigelegt wurde.

Und was überzeugende Quartalsergebnisse angeht, gab es eigentlich hinreichend viele Gewinnwarnungen, die zur Vorsicht mahnen sollten. Könnte zudem der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse den Index „ziehen“? Das ist ebenso möglich. Aber das wäre nur ein kurzfristiger, in der kommenden Woche wegfallender Faktor. Fazit: Wenn diese Verhandlungen zwischen EU und USA Ende nächster Woche über die Bühne sind und erste wirklich überzeugende Quartalsergebnisse diesen Strohhalm in trittfestes Terrain verwandeln, hätte der MDAX eine gute Chance, sich nach oben abzusetzen. Bis dahin aber kann dieser Kursanstieg, den man mit Fug und Recht als „Hoffnungsrallye“ ansehen darf, jederzeit abrupt enden. Ein Stop Loss Long unter dem letzten Zwischentief bei 25.463 Punkten wäre unbedingt angeraten.

Chart vom 18.07.2018, Kurs 26.893,28 Punkte, Kürzel MDAX

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