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Nordex: Lassen die Bären wirklich locker?

Ende vergangener Woche meldete der Windkraftanlagenbauer Nordex, dass es gelungen sei, den Auftragseingang im gerade beendeten zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr zu verdoppeln. Das zeigt, dass die überraschend starken, meilenweit über Vorjahr liegenden Auftragseingänge des ersten Quartals offenbar keine Eintagsfliege sind, zumal Nordex kurz zuvor den mit einem Leistungsvolumen von 595 Megawatt bislang größten Einzelauftrag überhaupt vermeldete. Damit steigt die Chance, dass die bewusst vorsichtige Prognose des Unternehmens, in der man für 2018 einen Nettoverlust in den Raum stellte, womöglich zu restriktiv geschätzt war, das Jahr klar besser als gedacht laufen könnte.

Klarer sehen wird man, sobald das komplette Zahlenwerk für das zweite Quartal vorliegt. Das ist zwar erst für den 14. August vorgesehen. Aber bei dieser Häufung ermutigender Nachrichten wäre es in einem normalen Umfeld nicht überraschend, wenn die Investoren schon einmal im Vorfeld beherzt zugreifen und Nordex damit auf eine bullische Schiene stellen würden. Aber das Umfeld bei Nordex ist eben nicht normal. Die Leerverkäufer dominieren die Aktie bislang immer noch nach Belieben.

Seit Nordex Anfang 2016 vom Publikumsliebling zum Prügelknaben wurde, weil die immer höher steigenden Erwartungen in Bezug auf Umsatz- und Gewinnanstieg nicht mehr zu erfüllen waren, haben die Bären die Aktie nicht mehr aus ihrem Würgegriff gelassen. Nachdem Ende 2016 der Versuch einer Bodenbildung scheiterte und das Unternehmen zugleich immer kleinere Brötchen backen musste, wurde jeder Versuch, Nordex in einen Aufwärtstrend zurückzuführen, abgewiesen.

Chart vom 17.07.2018, Kurs 9,78 Euro, Kürzel NDX1

Allerdings zeigt der langfristige Chart auf Wochenbasis, dass derzeit ein erneuter Versuch läuft, den Abstieg der Aktie zu beenden, einen tragfähigen Boden zu finden. Wobei das bei Tiefs, die Nordex Ende März kurzzeitig sogar unter sieben Euro führten, in Verbindung mit der Aufhellung der Umsatzentwicklung auch kaum anders denkbar ist. Aber ein potenzieller Boden ist noch keine Wende. Wo liegen die Ankerpunkte, über die der Kurs laufen muss, über denen man zumindest unterstellen könnte, dass die Leerverkäufer Nordex freigeben, sich andere Aktien mit problematischeren Rahmendaten als Ziel suchen?

Für ein mittelfristiges Kaufsignal müsste Nordex den Bereich 11,70/12,20 Euro überbieten. Dann wäre die im Chart auf Wochenbasis eingezeichnete, übergeordnete Abwärtstrendlinie bezwungen, die derzeit um 12,20 Euro verläuft. Sie würde dann als „Confirmation Point“ einer Vollendung der Bodenbildung dienen. Denn die Bodenbildung wäre eigentlich bereits vollendet, wenn Nordex über dem bisherigen Jahres-Verlaufshoch bei 11,70 Euro schließen würde, da die Zone der Bodenbildung nach oben durch dieses Hoch begrenzt wird.

Chart vom 17.07.2018, Kurs 9,78 Euro, Kürzel NDX1

Aber Sie sehen anhand des kurzfristigen Chartbilds, dass das noch keine beschlossene Sache ist, es kann auch ganz anders kommen, Nordex ein weiteres Mal massiv abverkauft werden. Dass die Aktie nach dem durch den oben erwähnten Super-Auftrag aus Brasilien vom 10. Juli ausgelösten Kurssprung erst einmal eine rote Kerze nach der anderen zeigte, macht deutlich:

Noch geben die Bären nicht nach, sind unübersehbar bemüht, Nordex von charttechnischen Kaufsignalen fernzuhalten. Aber wie lange geht das noch gut, wenn die Rahmenbedingungen besser werden? Bei kleineren Aktien wie Nordex können die Leerverkäufer, wenn es sich um größere Adressen handelt, lange durchhalten. Und gelänge es, mit Schlusskursen unter 9,30 Euro auch noch die nahe gekommenen 20-Tage- und 200-Tage-Linien zu brechen, könnte es erneut richtig ungemütlich werden.

Ein besonderes Augenmerk sollte man aber auf den Freitag bzw. den Beginn der kommenden Woche haben. Denn am Freitag ist Abrechnungstermin am Optionsmarkt. Es ist gut möglich, dass Nordex speziell zu dieser Optionsabrechnung noch einmal gedrückt wird, danach aber weit weniger im Fokus der Leerverkäufer steht. Doch ob der Kurs dann wieder anzieht oder nicht: Erst, wenn die Zone 11,70/12,20 Euro überboten ist, wäre diese Aktie deutlich weniger gefährdet, plötzlich wieder in scheinbar grundlosen Abgabedruck zu geraten.

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