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Discover Financial: Alternative zu Visa, Mastercard und American Express?

Discover Financial Services ist ein US-amerikanischer Finanzdienstleister, der vor allem für die Marke Diners Club bekannt ist.
Das Unternehmen ist einer der größten US-Kreditkartenzeichner und Geldautomatenbetreiber. Darüber hinaus bietet man auch Direktbanking und Zahlungsdienste, Studiendarlehen, Sparprodukte sowie Geldmarktkonten an.

Hochprofitables Schattengewächs

Der Finanzdienstleister und Zahlungsabwickler steht seit jeher im Schatten der größeren Konkurrenten Visa, Mastercard und American Express. Dadurch ist die Bewertung aber auch weitaus niedriger und die mögliche Rendite eines Investments könnte deutlich höher sein. Zum Vergleich: Visa kommt auf eine P/E von 32, Mastercard auf 37, American Express immerhin noch auf 15 und Discover auf weniger als 10.

Die Geschäftsentwicklung kann sich aber sehen lassen. In den zurückliegenden zehn Jahren stieg der Umsatz von 5,7 auf 9,9 Mrd. USD. Das Nettoergebnis entwickelte sich noch etwas besser und legte von 0,93 auf 2,1 Mrd. USD zu, der freie Cashflow liegt sogar noch darüber. Man kann Discover wirklich nur als hochprofitabel bezeichnen.

Einen Dank ans Management

Der Vorstand verfolgt darüber hinaus eine sehr investorenfreundliche Strategie. Neben einer Dividende werden auch stetig eigene Aktien zurückgekauft. Die Zahl der Aktien wurde von 549 Mio. auf 366 Mio. geradezu eingestampft.
Das wirkt sich natürlich auf das Ergebnis je Aktie aus, welches in den zurückliegenden zehn Jahren von 1,92 auf 5,42 USD gestiegen ist.

Fundamentale Bewertung

Discover Financial kommt derzeit auf eine P/E von 11,8 und eine forward P/E von 9. Die Dividendenrendite liegt knapp unter 2,0%.

In Anbetracht der Historie und des Ausblicks ist das Unternehmen günstig bewertet und erfüllt die Kriterien für ein Investment. Auch Peter Lynch würde sich mal wieder freuen, denn das erwartete Gewinnwachstum von über 16% würde nach seiner Faustregel auch eine noch deutlich höhere Bewertung rechtfertigen.

Fallstudie – Wie berechne ich die echte P/E eines Unternehmens?

Um den realen ökonomischen Gewinn eines Unternehmens zu verstehen, muss man aber etwas tiefer in die Bilanz eintauchen. Bei Discover Financial kann die oberflächlich gemeldete P/E bestätigt und untermauert werden, das ist meist nicht der Fall. Ein erster Hinweis ist im Normalfall der Cashflow, weicht dieser vom gemeldeten Gewinn stark ab, sollte nachgehakt werden.

In den Geschäftsjahren 2014 bis 2017 sind die Cashbestände von 7,28 auf 13,31 Mrd. USD gestiegen. Die langfristigen Schulden wurden hingegen um knapp 1,5 Mrd. USD reduziert. Gleichzeitig wurden über 2,0 Mrd. USD an Dividenden ausgezahlt und 89 Mio. eigene Aktien mit einem aktuellen Marktwert von 6,23 Mrd. USD erworben.

Addieren wir die Summen, ergibt sich ein realer ökonomischer Gewinn von 15,76 Mrd., oder 3,94 Mrd. USD pro Jahr und das bei einem Börsenwert von 25,1 Mrd. US-Dollar.

Daraus lässt sich die echte P/E berechnen. Börsenwert zuzüglich Schulden, abzüglich Cash geteilt durch den Gewinn. Bei der Rechnung ergibt sich zum Jahresende 2017 eine P/E von 8 und für dieses Jahr ein noch deutlich niedrigerer Wert.

Nehmen wir als Gegenbeispiel General Electric: Derzeit liegt di oberflächlich gemeldete forward P/E bei 13. Erste Warnsignale ergeben sich dann beim Blick auf den Cashflow, denn dieser weicht stark ab.
Bohrt man dann nur leicht an der Oberfläche und bezieht auch die über 100 Mrd. USD Schulden ein, liegt die echte P/E plötzlich bei 25. Absurderweise war die P/E vor dem Kurssturz sogar bei über 40.
Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie man solche Rückschläge einfach umschiffen kann. Zahllose Anleger hätten sich die Kursverluste mit diesen einfachen Kniffen ersparen können.

Tip: Werfen Sie bei einigen der nach KGV günstigsten Aktien mal einen Blick auf Cashflow und Schulden. Meist wird schnell klar, warum die Bewertung nur vermeintlich niedrig ist.

Charttechnischer Ausblick

Die Aktie befindet sich in einem stabilen, mehrjährigen Aufwärtstrend und ist durch die jüngste Korrektur wieder am untere Ende des Trendkanals angekommen.
Zwischen 65,00 und 70,00 USD verlaufen zahlreiche Unterstützungen sowie die Aufwärtstrendlinien. Es ist daher wahrscheinlich, dass die Aktie in diesem Bereich wieder zur Oberseite dreht. Erste prozyklische Kaufsignale ergeben sich über 72,50. Die möglichen Kursziele liegen bei 74,00 sowie 77,50 und 81,00 USD.

Ein vorgeschalteter Rücksetzer bis 65,00 USD würde das bullische Bild nicht Infrage stellen, erst darunter trübt sich das Chartbild nachhaltig ein.

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